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Seminararbeit, 2000, 26 Seiten
Autor: Karina Peckham
Fach: Medien / Kommunikation - Medienethik
Details
Institution/Hochschule: Universität Erfurt (Fachbereich Kommunikationswissenschaft)
Tags: Brother, Unterhaltung, Seminar, Medienwirtschaft, Medienethik, Kommunikationskultur
Jahr: 2000
Seiten: 26
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-11589-6
ISBN (Buch): 978-3-638-69086-7
Dateigröße: 219 KB
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Zusammenfassung / Abstract
9. Juni 2000 - im "Big Brother"-Haus geht das Licht aus. John beendet als letzter Bewohner die rund 100 Tage Isolation. Freudestrahlend kämpft er sich durch die Menge. Was ihn erwartet, weiß er nicht. Gerade die Hauptakteure des großen Fernsehspektakels hörten und sahen nichts von den unendlichen Menschenrechtsdebatten, den Fans, die tagtäglich vor ihrem Haus ausharrten, den Marketing-Produkten, die in ganz Deutschland zu haben waren, ihren Webpages, ihren CDs, den Schlagzeilen in den Medien. Ihnen widme ich diese Arbeit, die ich ebenfalls am 9. Juni 2000 fertigstellte. Drei Monate begleitete ich die Medienpräsenz der ersten "Big Brother"-Bewohner und beschäftigte mich mit dem, was ihnen so lange verborgen blieb: mit der Vermarktung der Fernsehshow, ihren Zuschauern, dem Starkult, aber auch mit der Kritik, die gegenüber dem Projekt "Big Brother" geäußert wurde - der Menschenrechtsdebatte, den Fragen nach der Manipulation der Sendung und letztendlich nach der totalen Überwachung, der sie so lange Zeit ausgeliefert waren. Denn: "Big Brother was watching you!" Karina Peckham
Textauszug (computergeneriert)
Universität Erfurt
Kommunikationswissenschaft
Seminar: Medienwirtschaft, Medienethik und Kommunikationskultur
SS 2000
,,Big Brother" - Unterhaltung und Überwachung
komplexe schriftliche Hausarbeit
Eingereicht am: 10.06.2000
Eingereicht von: Karina Peckham
Inhalt
1. Vorwort 3
2. Was ist Big Brother? 3
2.1 Das Konzept 3
2.1.1 Technische Voraussetzungen 3
2.1.2 Die Regeln 4 2.1.3 Das Auswahlverfahren 6
2.2 Die ,,Macher" 7
3. Vermarktung & Promotion 8
3.1 Wie man Schlagzeilen macht - Präsenz in den Medien 8
3.1.2 Das Pseudo-Ereignis 9
3.2 Promotion-Produkte 10
4. Die ,,Big Brother" - Rezipienten 10
4.1 Rezipientengruppen - Wer sieht ,,Big Brother"? 10
4.2 Motivation zur Rezeption der Sendung ,,Big Brother" 11
4.2.1 ,,Big Brother" im Blickwinkel des ,,Uses-and-Gratifications
Approach" 11
5. Starkult 12
5.1 Der ,,Sladdi-Effekt" 12
5.2 Negativismus im Starkult: Kerstin und Manuela 14
6. Kritische Positionen 15
6.1 Die Menschenrechtsdebatte: Privatsphäre und Menschenwürde 15
6.1.1 Die Gutachten 17
6.1.2 Die Entscheidung 19
6.2 Manipulation - ,,Big Brother" nach Drehbuch?! 20
6.3 Die totale Überwachung - werden Orwells Visionen Wirklichkeit? 21
6.3.1 Gewöhnung an die totale Überwachung durch ,,Big Brother" 24
7. Schlußbemerkung 25
8. Literaturnachweis 26
1. Vorwort
Im ,,Big Brother"-Haus geht das Licht aus. John verlässt als letzter der Bewohner die 100 Tage Isolation. Freudestrahlend kämpft er sich durch die Menge. Was ihn erwartet, weiß er nicht. Gerade die Hauptakteure des großen Fernsehspektakels hörten und sahen nichts von den unendlichen Menschenrechtsdebatten, den Fans, die tagtäglich vor ihrem Haus ausharrten, den Marketing-Produkten, die in ganz Deutschland zu haben sind, ihren Webpages, ihren CDs, den Schlagzeilen in den Medien.
Gerade ihnen sollte diese Hausarbeit gewidmet sein. Auf den nächsten Seiten beschäftige ich mich mit dem, was ihnen so lange verborgen blieb. Mit der Vermarktung der Fernsehshow, ihren Zuschauern, dem Starkult, mit dem sie in den nächsten Wochen zurecht kommen werden müssen, aber auch mit den kritischen Positionen, die gegenüber dem Projekt ,,Big Brother" geäußert wurden - die Menschenrechtsdebatte, Fragen um die Manipulation der Sendung und letztendlich die Frage nach der totalen Überwachung, der sie so lange Zeit ausgeliefert waren. Denn ,,Big Brother was watching you!"
2. Was ist ,,Big Brother"?
2.1 Das Konzept
Zehn Menschen wagen ein extremes TV-Experiment. Sie ziehen gemeinsam in eine Wohngemeinschaft und geben damit freiwillig für 100 Tage jegliches Privatleben auf. Vierundzwanzig Stunden täglich werden sie von 28 Kameras beobachtet, jedes Wort, jede Handlung wird aufgezeichnet und um 20.15 Uhr von RTL2 einem Millionenpublikum in einem Zusammenschnitt präsentiert. Wer die 100 Tage Überwachung durchhält ohne aufzugeben oder vom Fernsehpublikum aus dem Haus gewählt zu werden, erhält das Preisgeld von 250.000 Mark.1
2.1.1 Technische Voraussetzungen
Insgesamt 28 Kameras beobachten ununterbrochen das ,,Big Brother"-Haus und den dazugehörigen Garten. Durch 55 halbdurchsichtige Fenster, die aus der Sicht der Bewohner verspiegelt sind, bedienen Kameraleute fünf bewegbare Kameras, die die Bewohner durch das Haus auf zuvor verlegten Schienen verfolgen. Sieben weitere Kameras sind fest installiert, neun werden per Joystick aus der Regie gesteuert, hinzu kommen drei Fingerkameras. Bei Dunkelheit in den Schlafzimmern übertragen vier Infrarotkameras, die ebenfalls fest installiert sind.
Insgesamt wurden 11600 Meter Kabel im ,,Big Brother" - Haus verlegt, die es den Redakteuren ermöglichen sechs Betacam SX Recorder einzusetzen und 20 Videostreams dem Internet zuzuführen. 60 Mikrophone und ein Körpermikrophon je Bewohner übertragen den Ton an zwei computergesteuerte Mischpulte. 16 Kameraleute, 24 Regisseure, 14 Audio-Video-Techniker, zehn Toningenieure, acht Cutter und drei Wartungsingenieure sind 100 Tage lang im Drei-Schichten-Rhythmus im Einsatz.2
Die Fernsehversion von Big Brother startete am 1. März 2000 um 20.15 Uhr auf RTL2. Wie bereits die ,,Big Brother" - Ur-Version aus Holland erzielte die deutsche Show vor allem bei den jüngeren Zuschauern hohe Einschaltquoten mit einem Marktanteil von bis zu 45,0 Prozent bei den 14 - 29jährigen und 26,2 Prozent bei den 14 - 49jährigen Zuschauern. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr erreichte RTL2 in der Gruppe der 14 bis 49jährigen lediglich einen Marktanteil von insgesamt 5,7 Prozent. 3
Die Internet-Website www.bigbrother-haus.de konnte in der ersten Woche ihres Bestehens 3,5 Millionen Zugriffe pro Tag verbuchen. Bereits im April feierte die Internet-Redaktion den 100 millionsten Besucher ihrer Webpage. Die Seite ist damit die best besuchte Webpage Europas und eine der meist besuchten der Welt.
Wie bereits in Holland arbeitet die Produktionsfirma der Show ,,Big Brother", Endemol Entertainment, auch bei der Deutschen Internet-Seite mit ,,Worldonline" zusammen. Den Gesamtzugriff von 52 Millionen auf die niederländische Homepage während der ersten 100 Tage des holländischen ,,Big Brother", hat das deutsche Projekt bereits nach einem Monat weit übertroffen. 4
[...]
1 www.bigbrother-haus.de
2 www.bigbrother-haus.de
3 www.rtl2.de/facts/unternehmen
4 www.bigbrother-haus.de/archiv/
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