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1. Die Staufer 1
1.1 Kaisertum und Papsttum 2
1.2 Friedrich und die Reichsfürsten 3
2. Die Zeit nach den Staufern 4
2.1 Gegenkönig Heinrich Raspe 4
2.2 Graf Wilhelm von Holland 5
3. Das Königtum Wilhelm von Holland 5
4. Die Situation im Rheingebiet im 13. Jahrhundert 6
5. Der Rheinische Städtebund 7
5.1 Die Städte des Bundes 9
5.1.1 Mittelrhein 9
5.1.2 Oberrhein 10
5.1.3 Franken und Bayern 10
5.1.4 Hessen und Thüringen 10
5.1.5 Niederrhein 11
5.1.6 Westfalen und Bremen 11
6. Die Doppelwahl von 1257 und ihre Folgen
f ür den Rheinischen Bund 12
7. Zeit nach dem Rheinischen Städtebund 13
8. Literatur 14
Zeittafel :
1138-1254 Staufische Dynastie
1152-1190 Friedrich I. Barbarossa
1189 Heinrich (VI. ) erwirbt Sizilien durch Erbfall
1190-1197 Heinrich VI.
1198-1216 Papst Innozenz III.
1198 Doppelwahl: Philipp von Schwaben (bis 1208),
Otto IV. (bis 1218)
1214 Franzözischer Sieg bei Bouvines
1215-1250 Friedrich II.
1216-1227 Papst Honorius III.
1220 „Confoederatio cum principibus ecclesiasticis“
1227-1230 Friedrich II. in päpstlichen Bann
1227-1241 Papst Gregor IX.
1231/32 „Statutum in favorem principum“: Gesetz zugunsten der
Landesherren
1235 Mainzer Reichslandfrieden
1236 Wahl Konrads IV. zum deutschen König
1239-1250 Endkampf zwischen Staufern und Päpsten in Italien. Friedrich II.
wiederum in Bann
1242 Tod Heinrichs VII.
1243-1254 Papst Innozenz IV.
1246-1247 Heinrich Raspe Gegenkönig
1247-1256 Wilhelm von Holland Gegenkönig, Rheinische (Städte-)Bund
1250-1254 Konrad IV.
1257 Doppelwahl: Richard von Cornwall, gest. 1272 Alfons X. von
Kastilien , gest 1284
1. Die Staufer 1
1. Die Staufer
Mit dem Dynastienamen „Staufer“ oder „Hohenstaufer“ verbinden sich auch heute noch Vorstellungen von einer glanzvollen Epoche der deutschen Geschichte. Der Name des Geschlechts leitet sich von seinem Stammsitz ab, der Burg Stauf auf dem Hohenstaufen am Nordrand der Schwäbischen Alb. Schon die Herzöge von Schwaben aus diesem Hause waren die Gründer von Städten und Burgen, vor allem in Schwaben und im Elsaß, hervorgetreten. 1138 bestieg erstmals ein Mitglied der Familie den Thron, Friedrich I. (Barbarossa), König seit 1152, Kaiser seit 1155, gewann damit eine führende Position in der europäischen Politik zurück. Sein Ansehen machte ihn zum Anführer des Kreuzzuges, auf dem er 1190 starb. Seine Politik allerdings hatte bei den Städten Oberitaliens ein Gefühl der Bedrohung hervorgerufen, das durch die Ehe seines Sohnes Heinrich VI. (König 1190, Kaiser 1191) mit der Erbin des Königreiches Sizilien noch verstärkt wurde. Dieser normannische Staat in Unteritalien und Sizilien war der „modernste“ des ausgehenden 12.Jahrhunderts. Sein Besitz bedeutete eine führende Rolle im Mittelmeer und eine Umzingelung der päpstlichen Staaten in Mittelitalien, die formell noch zum Reich gehörenden Städte der Lombardei mußten den Verlust ihrer politischen Freiheiten und damit ihrer wirtschaftlichen Blüte befürchten. Zudem bedrohte ein starkes Kaisertum die Selbständigkeit der Fürsten im Reich. Der Plan Heinrichs, das Reich in eine Erbmonarchie umzuwandeln, mußte daher diese Fürsten aufhorchen lassen. Als der Kaiser 1197 überraschend starb, war eine starke Partei nicht mehr bereit, einen Staufer zum Nachfolger zu wählen. Nach einer Doppelwahl standen sich der Staufer Philipp und der Welfe Otto IV. gegenüber. Nach langem Zögern stellte sich der als Schiedsrichter angerufene Papst auf die Seite des Welfen, der sich im Reich aber erst nach der Ermordung Philipps (1208) durchsetzen konnte. Als Otto aber nach der Kaiserkrönung am 4.Oktober 1209 die alte staufische Italienpolitik wieder aufnahm, um die kaiserliche Oberhoheit in Süditalien wiederherzustellen, betrieb der Papst Innozenz Friedrichs (II., der letzte noch lebende Staufer) Wahl zum Gegenkönig gegen Kaiser Otto IV. Die meisten Reichsfürsten, vor allem die süddeutschen, traten auf Friedrichs Seite und wählten ihn 1211 zum König; 1212 kam Friedrich II. nach Deutschland, um seine Ansprüche gegen Otto IV.
1. Die Staufer 2
durchzusetzen. Im folgenden Thronstreit verbündete sich der Welfe Otto mit England, der Staufer Friedrich mit Frankreich. Die Schlacht von Bouvines (östlich von Lille) entschied mit dem Sieg des französischen Königs Philipp August über das englischwelfische Heer den Kampf um den deutschen Thron zu Gunsten Friedrichs. Am 25. Juli 1215 wurde Friedrich nochmals in Aachen vom Mainzer Erzbischof zum König gekrönt. Otto starb nahezu unbeachtet im Mai 1218. 1
Der Schwerpunkt der politischen Tätigkeit Friedrichs II. blieb Italien. Im Jahre 1220 holte Friedrich entgegen seinem Versprechen seinen unmündigen Sohn Heinrich (VII.), der bereits König von Sizilien war, nach Deutschland, übertrug ihm das Herzogtum Schwaben und ließ ihn zum römisch-deutschen König wählen. Im Gegenzug gestand er den geistlichen Reichsfürsten in der Confoederatio cum principibus ecclesiasticis weitreichende Rechte zu. Dies sollte ihm die Unterstützung dieser Männer sichern. Ebenfalls 1220 wurde Friedrich von Papst Honorius III. zum Kaiser gekrönt. 2
1.1 Kaisertum und Papsttum
Friedrichs anfangs sehr gutes Verhältnis zum Papsttum trübte sich vor allem über die Frage der Bischofseinsetzungen in Sizilien und durch Friedrichs Versuche die kaiserlichen Rechte in Oberitalien wieder zur Geltung zu bringen. Da die lombardischen Städte ihren alten Bund erneuerten und den deutschen Fürsten den Zug nach Italien versperrten, konnte ein für Ostern angesagter Hoftag in Cremona nicht stattfinden.
1225 heiratete er Isabella, die Erbtochter Johanns von Brienne, des Königs von Jerusalem, auf Vermittlung Honorius III., und begründete damit seinen Anspruch auf das Königreich Jerusalem.
Anläßlich seiner Krönung hatte Friedrich ein Kreuzzugsgelübde abgelegt. Papst Gregor IX. benutzte die Nichteinhaltung des Gelübdes als Vorwand, über Friedrich
1 vgl. Haverkamp 1984, S. 214 ff.
2 vgl. ebd., S. 216.
1. Die Staufer 3
den Kirchenbann zu verhängen. Trotz des Banns brach Friedrich 1228 ins Heilige Land auf. Der Patriarch von Jerusalem, die Ritterorden der Johanniter und der Templer verhielten sich abweisend, nur der Deutsche Orden stand auf Friedrichs Seite. Jerusalem, Bethlehem, Nazareth und einen Küstenstreifen trat Sultan Al-Kamil von Ägypten nach Verhandlungen kampflos an Friedrich ab, und 1229 setzte sich der gebannte Kaiser in der Grabeskirche zu Jerusalem selbst die Krone des Königreiches Jerusalem auf. Erst nach langen Verhandlungen mit Papst Gregor IX. erreichte Friedrich 1230 die Absolution; vermittelt hatten u.a. der Hochmeister des Deutschen Ordens, Hermann von Salza, und die deutschen Fürsten, freilich um den Preis kirchenpolitischer Einbußen in Sizilien (1230). 3
1.2 Friedrich und die Reichsfürsten
Friedrichs Sohn Heinrich VII. führte seit 1228 die Regierung in Deutschland. Er suchte, gestützt auf die Reichsstädte und Ministerialen, die staufische Hausmachtpolitik fortzusetzen und geriet damit sowohl in Gegensatz zu seinem Vater wie zu den Reichsfürsten. Am 1. Mai 1231 mußte Heinrich jedoch in Worms im Statutum in favorum principum den weltlichen Fürsten für die Ausbildung ihrer Landeshoheit wesentliche Rechte verbriefen, wie zuvor schon den geistlichen, womit er die Tendenzen zur Bildung von Territorialstaaten verfestigte und eine Schwächung des Reiches in Kauf nahm.
Im Mai 1232 bestätigte Friedrich zu Cividale das Statutum, nachdem er auf einem Hoftag in Aquileja zu Ostern seinen Sohn unter demütigenden Umständen zu einer fürstenfreundlichen Politik verpflichtet hatte.
Die politischen und persönlichen Auseinandersetzungen zwischen Friedrich und Heinrich eskalierten, als sich Heinrich mit den Lombarden gegen seinen Vater verbündete (Dez. 1234). Friedrich kam im Mai 1235 mit einem kleinen Heer nach
3 vgl. ebd., S, 218 f.
Arbeit zitieren:
Sandra Kaske, 1999, Der Rheinische Städtebund, München, GRIN Verlag GmbH
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