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Hausarbeit, 2003, 32 Seiten
Autor: Ralf Oberänder
Fach: Politik - Int. Politik - Region: Russland, Länder der ehemal. Sowjetunion
Details
Institution/Hochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena (Institut für Politikwissenschaft)
Tags: Tschetschenien, Schwelle, Konflikt, Jahrhundert, Analysen, Konflikte, Gegenwart
Jahr: 2003
Seiten: 32
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-27447-0
Dateigröße: 212 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Tschetschenien an der Schwelle zu einem
chronischen Konflikt im 21. Jahrhundert
von: Ralf Oberänder
Inhalt
1. Einleitung 1
2. Theoretische Betrachtungsweisen
2.1 Der chronische Konflikt als Begriff
2.2 Eine chronische Konfliktdefinition
3. Analyse des Konfliktes bezüglich chronischer Merkmale
3.1 Historischer Hintergrund
3.1.1 Entwicklung des Konfliktes
3.1.2 Zusammenbruch der UdSSR
3.2 Chronische Analyse des Konfliktes
3.2.1 Territorialer Konflikt
3.2.2 Ethnischer Konflikt
3.2.3 Religiöser Konflikt
3.2.4 Ökonomischer Konflikt
4. Konfliktakteure
4.1 Tschetschenien
4.2 Russland
4.3 USA
4.4 EU
4.5 Arabische Staaten
5. Fazit 23
Literatur 28
1. Einleitung
Der Zerfall der sowjetischen Machtstrukturen zu Beginn der 90er Jahre schuf die Basis für die Souveränitätsbestrebungen der russifizierten Kaukasusvölker. Während die transkaukasischen Republiken Armenien, Aserbaidschan und Georgien ihre Unabhängigkeit von der Russischen Föderation erklären konnten, führten die tschetschenischen Souveränitätsbestrebungen im Nordkaukasus zu einem der verlustreichsten Kriege seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes. Die 1991 einseitig von Tschetschenien erklärte Unabhängigkeit bildet die Grundlage für den seit 1994 offen geführten Krieg zwischen der Russischen Föderation und verschiedenen tschetschenischen Feldkommandanten.1 Tschetschenien versinkt seither im Chaos eines unüberschaubaren Guerillakrieges. Mit den Bombenanschlägen auf Moskauer Wohnhäuser im September 19992, muss sich Russland zusätzlich mit einer ernst zu nehmenden terroristischen Bedrohung auseinander setzen.3 Pressemeldungen mit den Überschriften: „Selbstmordanschlag auf Rockfestival in Moskau“, „Der Krieg kommt nach Moskau“ oder „Moskau entgeht knapp neuem Anschlag“, beschreiben die Lage, in welcher sich die Russische Föderation befindet.4 Russlands Militär trifft im Kaukasus auf eine rund 400jährige Tradition des Widerstandes gegen die russisch-sowjetische Kolonial-herrschaft.5 In der Literatur wird der Krieg in Tschetschenien als „schwerste Niederlage“ Russlands seit dem Beginn des zweiten Weltkrieges bezeichnet.6Wie aber kann man diesen ersten postsozialistischen Konflikt auf russischem Boden nach dem Zerfall der UdSSR beschreiben?7 Die zentrale Fragestellung dieser Arbeit geht einen Schritt weiter: Entwickelt sich Tschetschenien zu einem chronischen Krisenherd im 21. Jahrhundert? Die seit 1991 herrschende Auseinandersetzung um den Verbleib Tschetscheniens in der Russischen Föderation fußt auf das mit dem Zerfall der UdSSR verbundene Ende der durch den Machtapparat zusammengehaltenen multiethnischen Staatengemeinschaft. Die historischen Gründe dieser Auseinandersetzung liegen jedoch weit vor dem Versuch des kommunistischen Regimes, alle Völker der Sowjetunion in einer Gattung des „Homo sovieticus“ gleichzuschalten.8
[...]
1 Vgl. zu den tschetschenischen Feldkommandanten Krech, Hans, Der Zweite Tschetschenienkrieg (1999-2002), Berlin 2002, S. 18 f.
2 Rau, Johannes, Der Dagestan-Konflikt, Berlin 2002, S. 72.
3 Diskussion über ein eventuell vom russischen Geheimdienst FSB inszenierten Bombenanschlag im September 1999 auf Moskauer Wohnhäuser in: Hartmann, Jens, Beresowski beschuldigt Putin des inszenierten Terrorismus, in: Die Welt vom 07.03.02 www.welt.de/daten/2002/03/07/0307eu318779.htx?search=Beresowski+beschuldigt+Putin+des+inszenierten+Terrorismus&searchHILI=1 am 23.04.2003
4 Überschriften von Zeitungsartikeln aus: Die WELT vom 05.07.03, 07.07.03 und 11.07.03
5 Vgl. Nowak, Jürgen, Europas Krisenherde, Reinbeck 1994, S. 117.
6 Krech, Hans, Der Zweite Tschetschenienkrieg (1999-2002), Berlin 2002, S. 13., auch in: Rau, Johannes, Der Dagestan-Konflikt, Berlin 2002, S. 1.
7 Krech, Hans, Der russische Krieg in Tschetschenien (1994-1996), Berlin 1997, S. 1.
8 Nowak, Jürgen, Europas Krisenherde, Reinbeck 1994, S. 87.
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