Gliederung
1. Einleitung 2
2. Realismus und Neorealismus 3
2.1. Realismus nach Hans J Morgenthau 3
2.1.1. Historischer Hintergrund 3
2.1.2. Gegenstand und Akteure 4
2.1.3. Probleme und Lösungen 5
2.1.4. Kritik am Realismus 6
2.2. Neorealismus nach Kenneth Waltz 7
2.2.1. Historischer Hintergrund 7
2.2.2. Gegenstand und Akteure 7
2.2.3. Probleme und Lösungen 9
2.2.4. Kritik am Neo-Realismus 10
2.3. Realismus und Neo-Realismus im Vergleich 11
2.3.1. Historischer Hintergrund 11
2.3.2. Gegenstand und Akteure 11
2.3.3. Probleme und Lösungen 13
3. Schlußbetrachtung 14
4. Literaturverzeichnis 15
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1. Einleitung
In der vorliegenden Seminararbeit werden der Realismus nach Hans J. Morgenthau und der Neorealismus nach Kenneth Waltz behandelt. Hierzu sollen in den ersten zwei Kapiteln zuerst die beiden Theorieansätze für sich beschrieben werden und im dritten Kapitel in ihren zentralen Aussagen verglichen werden.
Die Beschäftigung mit dem Realismus und Neorealismus in den internationalen Beziehungen in dieser Arbeit rührt aus der ständigen Aktualität der Theorien her, da sie sich beide mit den internationalen Beziehungen aus einer realistischen Perspektive beschäftigen. Diese beiden Theorien haben auch durch die veränderte Weltlage nach dem Ende des Kalten Krieges in ihren grundsätzlichen Aussagen nicht an Bedeutung verloren.
Dadurch kann auch eine Herangehensweise an das Thema mittels eines gleichschenkligen Aufbaus gewählt werden, der die zentralen Punkte beleuchtet und die historischen Hintergründe, die Akteure und den Gegenstand, so wie Probleme und Lösungen in den beiden Ansätzen in ihren grundsätzlichen Aussagen und Thesen vergleicht, was auch durch die Reduzierung der hohen Abstraktionsebene erreicht werden soll. Dies lässt einen Vergleich der wichtigsten Aussagen zu und verhindert ein Abgleiten in eine zu detaillierte Darstellung. Zusätzlich soll durch einen kurzen Überblick über die häufigsten Kritikpunkte das Bild abgerundet werden.
Die Begrenzung des Themas in dieser Arbeit ergibt sich durch diese Herangehensweise, die explizit versucht, einen schlanken Vergleich in zentralen Aussagen zu liefern, der auch die Möglichkeit bietet, ohne vorherige nähere Beschäftigung mit dem Thema die zentralen Aussagen der beiden Theorien zu verstehen und die Unterschiede zu erkennen. Die Sekundärliteratur zu den Ansätzen von Morgenthau und Waltz ist relativ dürftig, wenn man sich ausschließlich mit den beiden Ansätzen beschäftigt. Allerdings werden die verschiedenen Theorien im Realismus jedoch von anderen Theoretikern immer wieder aufgegriffen und nehmen Bezug auf Morgenthau und Waltz, zu nennen sind hier unter anderem
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Herz oder Bull. Zudem wird das Thema relativ ausführlich in Einführungswerken in die Internationale Politik behandelt, was zwar einen Überblick verschafft, jedoch nicht zu sehr in die Tiefe geht. Daher liegt der Schwerpunkt der Analyse auf den Werken „Macht und Frieden“ von Hans J. Morgenthau und „Theory of International Politics“ von Kenneth Waltz als Primärliteratur.
2. Realismus und Neorealismus
2.1. Realismus nach Hans J. Morgenthau
Im ersten Kapitel dieser Arbeit sollen die wichtigsten Aussagen der Realismustheorie von Hans J. Morgenthau dargestellt werden, die dort diskutierten Probleme und Lösungen beleuchtet werden und durch Einordnung in den historischen Kontext, sowie die Darstellung einiger wichtiger Kritikpunkte zum Realismus Morgenthaus ein abgerundetes Bild geschaffen werden.
2.1.1. Historischer Hintergrund
Zur Betrachtung einer politischen Theorie ist es wichtig, den Hintergrund zu kennen, der auf den Autor eingewirkt hat. Im Falle von Hans J. Morgenthau war dies der Zweite Weltkrieg und die damit verbundene Politik des nationalsozialistischen Deutschlands. 1904 in Coburg geboren prägten ihn schon frühzeitig persönliche Erfahrungen des Antisemitismus in Deutschland. Um dem zu entrinnen suchte er nach Stellen im Ausland und kehrte bedingt durch die veränderte politische Situation nicht mehr nach Deutschland zurück. 1 So entstand bis 1948 hauptsächlich unter diesen Eindrücken, jedoch auch unter denen des aufkeimenden Ost- West
1 Vgl. Gert Krell, Weltbilder und Weltordnung, Baden-Baden 2000, S. 104.
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Konfliktes das Werk „Politics among Nations“, in dem er die hier im Folgenden bearbeitete Theorie entwickelt.
2.1.2. Gegenstand und Akteure
Morgenthau befasst sich in seiner Theorie mit den politischen Beziehungen zwischen den Staaten. Seine Intention ist es hierbei, sich mit der Realität auseinanderzusetzen und ein Bild zu zeichnen, wie es wirklich ist und dieses mit Tatsachen zu belegen, ohne dabei zu stark zu abstrahieren.
Für die Erklärung seines politischen Realismus benutzt Morgenthau sechs Grundsätze, die seine Theorie belegen.
Sein erster Ausgangspunkt ist, dass Politik objektiven Gesetzen entspringt, die auf die menschliche Natur zurückzuführen sind. Diese haben sich in der Geschichte nicht verändert und so muss der Realismus den Tatsachen und Ereignissen durch Vernunft Sinn verleihen. 2 In der Konsequenz wählt Morgenthau nunmehr den Staatsmann als Akteur in den Internationalen Beziehungen, aus dessen Perspektive er ein spezifisches Problem angeht.
Davon ausgehend unterstellt er dem Staatsmann, dass dieser interessenorientiert handelt, wobei dies ein Interesse im Sinne von Macht ist. „Wenn von Macht gesprochen wird, ist die Herrschaft von Menschen über das Denken und Handeln anderer Menschen gemeint“ 3 Die Art und Ausprägung des spezifischen Interesses hängt jedoch noch von den Umständen ab unter denen die außenpolitische Entwicklung entsteht und ist nicht festgelegt. 4 Daraufhin geht Morgenthau auf die sittlichen und moralischen Aspekte des politischen Realismus ein. „Der Realismus vertritt den Standpunkt, dass allgemeine sittliche Grundsätze in abstrakter, allgemeingültiger Formulierung auf staatliches Handeln nicht angewendet werden können, sondern dass sie im Lichte der konkreten Umstände von
2 Vgl. Hans J. Morgenthau, Macht und Frieden, Gütersloh 1963, S. 49.
3 Hans J. Morgenthau, Macht und Frieden, Gütersloh 1963, S. 71.
4 Vgl. Hans J. Morgenthau, Macht und Frieden, Gütersloh 1963, S. 54.
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Arbeit zitieren:
Michael Ziegler, 2004, Realismus und Neorealismus in den Internationalen Beziehungen, München, GRIN Verlag GmbH
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