Nachhilfeunterricht bei Lernschwierigkeiten
Schüler mit ADS, Rechenschwäche
oder Lese-Rechtschreib-Schwäche in der Nachhilfe
Stefan Dassler
Inhaltsverzeichnis
1. Das Phänomen "Nachhilfe" ... .3
2. Schüler mit Lernschwierigkeiten ... .4
2.1 Aufmerksamkeitsstörung (ADS) und Hyperaktivität ... 4
2.2 Rechenschwäche (Dyskalkulie) ... ..7
2.3 Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie) ... ..11
3. Abgrenzung zur Lerntherapie ... ..14
4. Lerntechniken bei Lernschwierigkeiten - vom Teufelskreis des Misserfolgs zur Erfolgsspirale ... .16
5. Abschließende Bemerkungen ... ..19
Literatur ... 20
1. Das Phänomen "Nachhilfe"
Circa 20 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 erhalten - unabhängig von der Schulart - Nachhilfeunterricht (Prof. Hurrelmann, Universität Bielefeld, 1995). Davon hat eine nicht unerhebliche Anzahl von Nachhilfeschülern Lernschwierigkeiten bzw. Lernstörungen.
In dem Begriff "Nachhilfe" findet sich der Stamm - Hilfe -. Schule hilft Schülern zu lernen, Wissen zu erlangen, Kompetenzen zu erwerben, sich zu bilden. Scheinbar reicht diese Hilfe nicht aus, denn es wird zunehmend verstärkt außerschulisch, lernbegleitend "nachgeholfen".
Traditionell beinhaltet Nachhilfeunterricht die private Betreuung und Unterrichtung von Schülern unterrichtsbegleitend zum Schulunterricht. Zu den Hauptaufgaben des Nachhilfeunterrichtes zählen:
Der Ursprung des Nachhilfeunterrichts ist eng verknüpft mit der Problematik der Hausaufgaben seit es öffentliche Schulen und intensionale Erziehung gibt. Die Begründung der Hausaufgaben besteht in der Entwicklung der Selbstständigkeit und der Persönlichkeitserziehung des einzelnen Schülers. Gegner bemängeln vor allem die Undifferenziertheit in der Aufgabenstellung und die physische und psychische Überlastung der SchülerInnen. Der Anspruch, Hausaufgaben stets so zu stellen, dass sie ohne fremde Hilfe zu bearbeiten sind, konnte jedoch nie aufrecht erhalten werden. Hilfe durch Eltern, Geschwister, schulinterne Maßnahmen, insbesondere aber durch NachhilfelehrerInnen ist ein durchgängiges Arbeitsmuster von immer mehr Schulkindern.
Bisherige Untersuchungen haben in einem Zeitraum von fast 40 Jahren immer wieder belegt, dass Nachhilfeunterricht keine Ausnahme der ergänzenden Form des Übens und Wiederholens ist. Sie stellten heraus, dass fast 50 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Laufe ihrer Schulzeit Erfahrungen als Nachhilfeschüler gemacht haben.
Nachhilfeinstitute haben in den letzten 10 Jahren eine rasante Expansion gezeigt und verfügen über eine spezifische Unternehmensorganisation meist in Form eines Franchise-Systems.
Beispielhaft soll auf die Entwicklung der Marktführer "Studienkreis" und "Schülerhilfe" eingegangen werden. Beide sind Vertreter überregionaler Nachhilfeketten mit Niederlassungen in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und Frankreich. Die Wachstumsquoten sind aus unternehmerischer Sicht beeindruckend.
Beide Anbieter liefern sich in der Expansion ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ab den 90 er Jahren lässt sich eine steilere Entwicklungskurve feststellen, die mit der Wiedervereinigung Deutschlands zu erklären ist. Im Jahr 1999 eröffnete der "Studienkreis" in Braunschweig seine tausendste Filiale und die "Schülerhilfe" lag kurz dahinter.
Für schlechte Noten in der Schule gibt es die verschiedensten Ursachen. Neben schulunterrichtsbezobenen, schülerbezogenen, familiären, körperlichen, lerntechnikbedingten und freizeitbedingten Ursachen stellen Lernschwierigkeiten einen wichtigen Grund für schlechte Schulleistungen dar.
2. Schüler mit Lernschwierigkeiten
Unter schulischen Lernschwierigkeiten versteht man Schulleistungsschwierigkeiten. Es geht um Schulleistungen, die unterhalb der erwarteten Leistungsnorm liegen (definiert durch die Durchschnittsleistung einer Schulklasse). Man untergliedert die schulischen Lernschwierigkeiten in:
· Lernstörungen
(leichteste Form)
· Lernbehinderung
(schweres und dauerhaftes Schulversagen; Kriterium: zweimaliges Sitzenbleiben in der
Grundschule oder zweijähriger Schulleistungsrückstand)
· Geistige Behinderung
(Abgrenzungskriterium: IQ kleiner als 60).
Im folgenden werden Lernstörungen behandelt - insbesondere Aufmerksamkeitsstörung (ADS) und Hyperaktivität, Rechenschwäche und Lese-Rechtschreib-Schwäche. Die genannten Lernstörungen werden auch als Teilleistungsstörungen im schulischen Bereich bezeichnet.
2.1 Aufmerksamkeitsstörung (ADS) und Hyperaktivität
[...]
Arbeit zitieren:
Dipl.-Handelslehrer Stefan Dassler, 2004, Nachhilfeunterricht bei Lernschwierigkeiten, München, GRIN Verlag GmbH
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