I
INHALTSVERZEICHNIS
ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS II
1 EINLEITUNG 1
2 AUFBAU UND KLASSIFIZIERUNG VON FETTSÄUREN 2
3 KONJUGIERTE LINOLSÄUREN (CLA) 2
3.1 STRUKTUR UND SYNTHESE VON CLA 2
3.2 CLA IN DER MENSCHLICHEN ERNÄHRUNG 4
3.2.1 CLA-Gehalte in Lebensmitteln 4
3.2.2 Aufnahme von CLA 5
3.2.3 Physiologische Eigenschaften von CLA 6
3.2.4 Biologisch aktive Isomere 8
4 KREBS 8
4.1 DEFINITION UND EPIDEMIOLOGIE 8
4.2 PATHOGENESE 9
4.3 KREBS UND ERNÄHRUNG: EIN MULTIFAKTORIELLER ZUSAMMENHANG 10
4.3.1 Karzinogene Faktoren 11
4.3.2 Cokarzinogene Faktoren 12
4.3.3 Antikarzinogene Faktoren 12
5 ANTIKARZINOGENE EFFEKTE VON CLA 13
5.1 IN VITRO STUDIEN 13
5.2 IN VIVO STUDIEN AN TIEREN 15
5.3 IN VIVO STUDIEN AN MENSCHEN 18
6 INHIBITION DER KARZINOGENESE DURCH CLA: POTENTIELLE
MECHANISMEN 19
7 FAZIT 22
8 ZUSAMMENFASSUNG 24
9 LITERATUR 25
II
ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS
Abb. 1: Chemische Struktur von Linolsäure und CLA (cis-9,trans-11-/trans-10,cis-12-C18:2)………………………………………………………………………………..3
Abb. 2: Gehalte von cis-9,trans-11-C18:2 in verschiedenen Lebensmittelgruppen bezogen auf Fett…………………………………………………………………....5 Abb. 3: Ernährung und Krebs: Tumorbildung……………………………………………10
Tab.1: Verhütbarer Anteil an Krebserkrankungen für die fünf häufigsten Krebslokalisationen und prozentuale Häufigkeit dieser Tumore bei Männern und Frauen in Deutschland…………………………………………………………9
1
1 Einleitung
Mitte der 80er Jahre wurde von PARIZA und HARGRAVES (1985) in gegrilltem Hackfleisch eine Substanz entdeckt, die eine mutationshemmmende Aktivität aufwies. Die aktiven Moleküle wurden später als konjugierte Linolsäuren (eng.: conjugated linoleic acid, CLA), einer Mischung aus positionellen und geometrischen Isomeren der Linolsäure, identifiziert.
Verschiedene Studien haben mittlerweile gezeigt, dass CLA Atherosklerose (LEE et al. 1994), Körperzusammensetzung (PARK et al. 1997) und Immunfunktion positiv beeinflussen (COOK et al. 1993). Außerdem sind CLA in der Lage auf die Karzinogenese einzuwirken.
Krebs gehört zu den häufigsten Krankheiten in den westlichen Industrienationen (LEVI et al. 1999; QUINN 2003). Seit längerem schon ist bekannt, dass Risiko-faktoren wie Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus und frühzeitige Atherosklerose durch die Ernährung beeinflusst werden. Auch bei Krebs scheint eine ausgewogene Ernährung die Prävention und Therapie zu unterstützen (KROKE und BOEING 1997). Es besteht daher ein zunehmendes Interesse an Nahrungsbe-standteilen, die protektive physiologische Wirkungen besitzen. HA et al. (1987) konnten erstmals eine antikarzinogene Wirkung der konjugierten Linolsäuren feststellen. Seitdem sind CLA für die Krebsprävention stetig bedeutsamer geworden.
In der vorliegenden Arbeit werden in vitro Befunde, Tierstudien sowie Studien an humanen Krebszellkulturen und an Menschen vorgestellt und interpretiert. Die Ergebnisse sollen einen Überblick über das antikarzinogene Potential der CLA verschaffen.
2
2 Aufbau und Klassifizierung von Fettsäuren
Fettsäuren, zu denen CLA gehören, stellen eine Komponente der Lipide dar. Es handelt sich um organische Säuren (Carbonsäuren) mit einer meist langen, unverzweigten Kohlenwasserstoffkette. Anzahl der C-Atome sowie Sättigungsgrad mit H-Ionen stellen die Hauptcharakteristika dar (MENGEL 1994).
Fettsäuren können Doppelbindungen enthalten (=ungesättigte Fettsäuren), die in cis- Konfigurationvorliegen und dem ansonsten gestreckten Molekül einen „Knick“ verleihen. Die natürlich vorkommenden Fettsäuren sind, bis auf einige Ausnahmen, cis-Isomere. Bei der Hydrierung und bei allgemein intensiver thermischer Belastung können Umlagerungen dieser Doppelbindungen auftreten, die zur trans-Konfiguration führen.
Die Nomenklatur der Fettsäuren geht vom höchst oxidierten Kohlenstoffatom aus, so dass das C-Atom der Carboxylgruppe mit 1 bezeichnet wird. Die Beschreibung einer Fettsäure enthält die Anzahl der vorhandenen C-Atome, die Anzahl der Doppelbindungen sowie deren Lage. Die Bezeichnung „omega (ω)“ (oder „n“) gibt die Stelle der ersten Doppelbindung vom Methylende aus betrachtet, delta (∆) die Stelle der ersten Doppelbindung vom Carboxylende aus betrachtet im Molekül an. Die Schreibweise der Linolsäure, die aus 18-C-Atomen mit zwei Doppelbindungen an C9 und C12 besteht, lautet: Linolsäure (18:2; 9,12, ω-6).
Tierische Organismen sind in der Lage Fettsäuren selbst zu synthetisieren, können jedoch Doppelbindungen hinter C9 nicht mehr einfügen. Langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind daher essentiell und müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Essentielle Fettsäuren sind Linol- und Linolensäure (18:3, 9,12,15, ω-3) (BIESALSKI und GRIMM 2002).
3 Konjugierte Linolsäuren (CLA)
3.1 Struktur und Synthese von CLA
Der Begriff CLA beschreibt eine Mischung aus geometrischen und Positions-Isomeren der Linolsäure (cis-9,cis-12-Octadecadienssäure, siehe Abb. 1). Diese Iso- mere besitzen jeweils zwei Doppelbindungen, die sich an unterschiedlichen Posi-
3
tionen im Molekül befinden. FRITSCHE et al. (1999) identifizierten, neben den cis,cis und trans,trans Isomeren, folgende Verbindungen als Hauptisomere: trans-8,cis-10- C18:2, cis-9,trans-11-C18:2,trans-10,cis-12-C18:2 und cis-11,trans-13-C18:2.
Abb.1: Chemische Struktur von Linolsäure und CLA (cis-9,trans-11-/trans-10,cis-12-C18:2). Quelle: GNÄDIG 2002
Die Synthese der CLA erfolgt während der bakteriellen Fermentation im Pansen von Wiederkäuern. Der erste Schritt stellt die Isomerisierung der Linolsäure (cis-9,cis-12-C18:2) zu dem Hauptisomer cis-9,trans-11-Octadecadiensäure, auch „Rumenic Acid“ genannt, dar. Katalysiert wird dieser Vorgang laut KEPLER et al. (1966) durch eine membrangebundene Isomerase des anaeroben Pansenbakteriums Butyrivibrio fibrisolvens. Anschließend werden die Intermediate in ein Gemisch, welches hauptsächlich aus trans-Vaccensäure (trans-11C18:1) und Elaidinsäure (trans-9-C18:1) besteht, umgewandelt. Der letzte Schritt der Verstoffwechselung ist die Reduktion von trans-Vaccensäure zu Stearinsäure (C18:0). Dies scheint der geschwindigkeitslimitierende Schritt zu sein (KEMP et al. 1975) und es kommt daher laut den Autoren zu einer Ansammlung der Intermediate Rumenic Acid und trans-Vaccensäure, welche ins Interstinum und das Gewebe absorbiert werden. CLA können auch im Fett- und Brustgewebe laktierender Kühe unter Einfluss der ∆-9-Desaturase aus trans-Vaccensäure entstehen (GRIINARI et al. 2000). Die endogene Synthese im Brustgewebe scheint ein wichtiger Schritt zu sein, da nach GRIINARI et al. (2000) mehr als 60% der CLA im Milchfett der laktierenden Kuh über diesen Weg gebildet werden.
4
Daneben ist die Bildung von CLA ebenfalls über Oxidationsprozesse von Linolsäure durch freie Radikale in Anwesenheit von Proteinen und Singulettsauerstoff möglich (GUYAN et al.1990). Die Menge der so gebildeten CLA-Isomere ist jedoch sehr gering.
3.2 CLA in der menschlichen Ernährung
3.2.1 CLA-Gehalte in Lebensmitteln
Der Anteil von CLA, insbesondere des Hauptisomers cis-9,trans-11-C18:2, wurde von FRITSCHE und STEINHART (1998 b) in verschiedenen Lebensmitteln, die in Deutschland üblicherweise konsumiert werden, ermittelt. Die Autoren legen den Focus auf die Rumenic Acid, da dieses Isomer über 80% der gesamten CLA in den Lebensmitteln repräsentiert. Milchprodukte:
Als Folge der Synthese der CLA in Wiederkäuern, stellen Milch- und Molkereiprodukte aus Kuhmilch die Hauptaufnahmequellen dar. Der Gehalt schwankt jedoch in weiten Grenzen und ist z.B. in altem Emmentaler-Käse (1,70% bezogen auf alle Fettsäure-Methylester) circa dreimal so hoch wie in Kondensmilch (0,63%). Gründe für diese Schwankungen sind nach Ansicht der Autoren die schon unterschiedlichen Gehalte im Rohmaterial welche durch Rinderrasse, Fütterung sowie Herstellungs-und Verarbeitungsverfahren (erhitzen, pasteurisieren, reifen, lagern etc.) beeinflusst werden. Fleischprodukte:
Konjugierte Linolsäuren sind vorwiegend im Fleisch von Wiederkäuern enthalten (z.B. 1,20 % in Lamm) und nur in geringen Mengen im Fleisch von Nicht-Wiederkäuern (z.B. 0,12% in Schweinefilet). Auch die Bakterienflora der Nicht-Wiederkäuer ist laut FRITSCHE und STEINHART (1998 b) in der Lage CLA zu synthetisieren, jedoch in wesentlich geringeren Mengen.
Im Gegensatz zu Milchprodukten ist der CLA-Gehalt in verarbeiteten Fleischprodukten genauso hoch wie im Rohmaterial, weder Verarbeitungsart noch -tempe- ratur haben einen wesentlichen Einfluss auf diese Werte.
Arbeit zitieren:
Nicola Höfer, 2003, Antikarzinogene Effekte von konjugierten Linolsäuren, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Hitler und Stalin: Führercharaktere im Vergleich
Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg
Seminararbeit, 19 Seiten
Fairer Handel für faire Chancen - Alternative Formen zum konventionell...
Geowissenschaften / Geographie - Sonstiges
Diplomarbeit, 83 Seiten
Zwischen Völkerrecht und Menschenrechten - Internationale Sicherheitsp...
Politik - Internationale Politik - Region: Südosteuropa, Balkan
Hauptseminararbeit, 31 Seiten
Friedenskonsolidierung durch Institutionenbildung im Kosovo
Politik - Internationale Politik - Region: Südosteuropa, Balkan
Hauptseminararbeit, 30 Seiten
Die Wahrnehmung bei William James und Hilary Putnam
Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart
Seminararbeit, 21 Seiten
Nicola Höfer hat den Text Antikarzinogene Effekte von konjugierten Linolsäuren veröffentlicht
Nicola Höfer hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare