Inhalt
1. Einleitung. 3
2. Geschlechtsspezifische Sozialisation, Identität und Beruf 6
2.1. Grundannahmen zur Identitätsbildung 6
2.1.1. Identität 6
2.2. Geschlechtsspezifische Sozialisation und geschlechtsspezifische Identität 8
2.2.1. Identitätsbildung in der Spätmoderne 8
2.2.2. Geschlechtsspezifische Sozialisation in der Familie. 9
2.3. Beruf als Identitätsfaktor bei Männern und Frauen 10
3. Männliche Identität und Sozialarbeit 13
3.1. Geringes Interesse der Männer an sozialer Arbeit. 13
3.2. Sind Sozialarbeiter "weibliche" Männer? 14
3.3. Man(n) ist anders als die andere Männer. 15
3.4. Warum man(n) diesen Beruf wählte. 16
4. Schlussbemerkungen 17
5. Literaturverzeichnis. 18
2
1. Einleitung
Von den 26.837 im Wintersemester 1998/99 an deutschen Hochschulen eingeschrieben StudentInnen im Studienfach Sozialwesen waren lediglich 28% Männer. Dieses Studienfach liegt von den zwanzig am besten besetzten Studienfächern insgesamt auf Platz 17. Bei den weiblichen Studierenden liegt es sogar auf Platz 11, wobei es bei den männlichen Studierenden gar nicht unter die ersten zwanzig Plätze fällt. 1 In vielen Lehrveranstaltungen, an denen ich teilnehme, erscheint mir die Ungleichverteilung noch stärker.
Das Kluft zwischen weiblichen und männlichen SozialarbeiterInnen / SozialpädagogInnen (im folgenden als SA/SP bezeichnet) wird nach dem Abschluss des Studiums noch größer, betrachtet man die Zahlen der Erwerbstätigen, die dann tatsächlich in diesem Beruf arbeiten. Im Jahr 1998 war der Anteil der Männer bundesweit, die in diesem Beruf arbeiteten, bei 22%. Dieser Anteil stieg im Jahr 1999 um ein mageres Prozent. Betrachtet man nur die neuen Bundesländer, dann ergibt ein ähnliches Bild. 2
Table 1 Anteil der erwerbstätigen Männer und Frauen in der SA/SP
1 Statistisches Jahrbuch 2000, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2000, S. 383
2 Statistisches Jahrbuch 2000, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2000, S. 114
3
Bei vielen Männern hat die Entscheidung Sozialarbeit/Sozialpädagogik zu studieren, sehr viel mit der Suche nach der eigenen Identität zu tun. Sie studieren dieses Fach gerade auch, weil sie in den sich hier bietenden Tätigkeitsbereichen sich eine berufliche Identität vorstellen können, die mit den anderen Aspekten ihrer Identität übereinstimmt. Viele haben vor dem Studium die Erfahrung gemacht, dass eine berufliche Tätigkeit, die der Vorstellung von der eigenen Person und einem sinnvollen Leben widerspricht, zu einem nicht erfüllten und unzufriedenen Leben führt. Bei der Betrachtung der aktuellen Statistik und der täglichen Beobachtung in den Vorlesungen und Seminaren, stellt sich die Frage, wie es kommen kann, dass vergleichsweise so wenige Männer sich für diesen Bereich entscheiden, bzw. so wenige Männer sich mit den Tätigkeiten im Bereich der SA/SP identifizieren können. Vielfach erlebt man(n) auch in der täglichen beruflichen Praxis, dass andere Männer mit leicht ironischem Gesichtsausdruck einem vermitteln, dass sie SA/SP nicht für "richtige" Männer halten, weil sie ja freiwillig darauf verzichteten, Macht auszuüben und Karriere machen zu wollen. Als männlicher Student der SA/SP sollte man(n) sich mit dem Thema Männlichkeit und Berufswahl beschäftigen, um selber besser zu verstehen, wie es um die eigene (männliche) Identität steht und was es damit auf sich hat, dass man(n) sich mit dem herkömmlichen Schema von männlicher Identität nicht identifizieren kann oder will. Bei der Beschäftigung mit dem Thema und bei der Erstellung dieser Studienarbeit fällt auf, dass, anders als zu den Ansätzen aus der Frauenbewegung, Männer offensichtlich kaum je ernsthaft auf die Idee gekommen sind, ihre herkömmlichen Sozialisations- und Identifikationsmuster in Frage zu stellen. So findet sich keine spezifische Literatur von Seiten der kaum vorhandenen "Männerforschung". Geschlechterforschung scheint Frauenforschung zu sein. Beschreibungen männlicher Sozialisation erscheinen als Wiedergabe von Stereotypien, die mit der spezifischen Männlichkeit von männlichen SA/SP bzw. Studenten dieses Fachs nichts zu tun haben. Man(n) stellt sehr schnell fest, dass es schwer ist zu recherchieren und stellt sich die Frage, ob männliche SA/SP prinzipiell untypisch sozialisiert sind. Sollte dies der Fall sein, dann sind in der begrenzten, Zeit die zur Verfügung steht, und in dem begrenzten Umfang dieser Studienarbeit kaum gültige Aussagen darüber zu treffen, welcher Zusammenhang zwischen der eigenen männlichen Identität und der Entscheidung, SA/SP werden zu wollen, besteht. Dies könnte allenfalls im Rahmen einer größeren Arbeit mit breit angelegter empirischer Studie und qualitativem Schwerpunkt geschehen. Diese
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Studienarbeit gibt einen Überblick über den Zusammenhang von
geschlechtsspezifischer Sozialisation, Identität und Beruf in Hinblick auf die Sozialarbeit und versucht die Frage zu beantworten, warum die meisten Männer SA/SP als Beruf für sich ablehnen und welche Besonderheiten bei Identitäten von Männern, die sich für Sozialpädagogik entschieden haben, vorliegen.
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Arbeit zitieren:
Matthias Matzanke, 2002, Männer und Männlichkeit in der sozialen Arbeit - Zum Rollenverständnis von Sozialarbeitern, München, GRIN Verlag GmbH
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