1. Aufgabenstellung
Die topographische Karte L7934 München soll interpretiert und bearbeitet werden, wobei die Bearbeitung dieses Kartenblattes die Gliederung der jeweiligen Spezifika erfordert. Ausgehend von der Prägung durch Eis (Landschaftsformen, Bodenverhältnisse) ist auf die sich daraus ergebenden Besiedlung, Waldverteilung und Verkehrsentwicklung (Verlauf der Hauptverkehrswege) einzugehen und abschließend das Wachstum der Großstadt München und deren Ausstrahlungen ins Umland (gegenwärtige Struktur und Dynamik) darzustellen.
2. Einordnung des Kartenblattes
L 7934 München, Topographische Karte Kartenblatt: 1: 50 000 Maßstab: 1972, 1996 Benutzte Ausgaben: Bayerisches Landesvermessungsamt München Herausgeber:
Isohypsen mit Äquidistanz 10m,100m dicker (teilw. 5m Höhendarstellung:
Rechtswert 4450900 bis 4475400 Gauß-Krüger-Koordinaten: Hochwert 5318200 bis 5340600 Zwischen 11° 20` und 11° 40` östlicher Länge sowie Gradnetz:
zwischen 48° 00` und 48° 12` nördlicher Breite
enthält die üblichen Zeichenerklärungen sowie eine Skizze der administrativen Legende: Gliederung.
Geographische Einordnung:
Lage: Mittlere Breiten Süddeutschland Bayern Bayerisches Voralpenland
Administrative Einordnung: Nahezu ausschließlich Flächen des Stadtkreises und des Landkreises München und nur in geringem Maße Teile der Landkreise Fürstenfeldbruck (im Nordwesten), Starnberg (im Südwesten) und Wolfratshausen (im Süden) umfasst.
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In der 7. Auflage von 1996 ist der Landkreis Wolfratshausen (Landkreisgrenzen) nicht mehr auf dem Kartenblatt zu sehen.
3. Allgemeine Blattbeschreibung
Das Gebiet liegt in den mittleren Breiten in Süddeutschland und gehört landschaftlich zum Alpenvorland.
Die Stadt München nimmt den kompletten nordöstlichen Quadranten des Kartenblattes ein, wobei die Vorstadt und weitere Siedlungen des Stadtkreises München sich in südliche und westliche Richtung strahlenartig auf dem Kartenblatt ausbreiten. Vom Süden in die nordöstliche Ecke wird das Kartenblatt durch den Fluss Isar zerschnitten. Fast parallel, etwas westlich, verläuft ein weiterer größerer Fluss, die Würm. Der südwestliche Quadrant wird von dem Forstenrieder Park und dem Kreuzlinger Forst beherrscht. Im Südosten (östlich der Isar) als weitere größere Grünfläche befinden sich der Perlacher Forst, der Grünwalder Forst und Deisenhofener Forst. Die Altstadt lässt sich mit dem unregelmäßigen Kern sehr gut erkennen. Ein gut entwickeltes Verkehrsnetz aus mehreren Autobahnen und Bundesstrassen ist gut auf dem Kartenblatt zu erkennen.
4. Physischgeographischer Überblick
Die Münchener Schotterebene ist ein Naturraum aus dem glazialen Formenschatz und erstreckt sich von München bis an den Starnberger See. Er zeichnet sich dadurch aus, dass es kaum Reliefunterschiede gibt. Vor allem die Würmeiszeit war am Entstehen der ca. 2.000 km 2 großen Münchener Schotterebene beteiligt.
Die Münchener Schotterebene wird auch als Schiefe Ebene von München bezeichnet, da der Schotter nach Norden mit einem Gefälle von 6-12 % einfällt. Der Schotter dacht ab. Im Bereich, wo sich der Schotter mit der Oberfläche schneidet, tritt das Wasser in Form von Quellen aus, und Moosgebiete sind die Folge.
Die Münchener Schotterebene stellt heute einen der wichtigsten Grundwasserspeicher im süddeutschen Raum dar. Der Schotter kann das Wasser einerseits speichern, anderseits aber auch filtern - wichtige Aspekte für Quantität und Qualität bei der Wasserversorgung. Die Münchener Schotterebene gehört zum Klimabezirk des oberbayerischen Alpenvorlandes. Das beinhaltet relativ hohe Niederschlagsmengen von 1100 bis 1200 mm/Jahr. Je näher man an den Alpenrand kommt, desto höher ist das Jahresmittel der Niederschläge. Das Gebiet des Kartenblattes ist weitgehend anthropogen gestaltet und geprägt.
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Einzige Landschaftstypen, die sich auf dem Kartenblatt südwestlich von München (um Gauting) verzahnen, sind:
• Die Münchener Schotterebene mit dem Kreuzlinger Forst und dem Forst Kasten;
• Das Altmoränengebiet der Rißeiszeit um Ober- und Unterbrunn und des Königswieser Forstes sowie die Gebiete südlich Buchendorfs
• Die Endmoränenlandschaft der Würmeiszeit von Mühltal / Leutstetten / Schwaige mit den südlich anschließenden Gletscherbecken des Starnberger Sees.
• Niederterrassenflächen als Landschaftsform vom Eiszeittal der Würm und der Isar.
4.1 Geologie
Da das meiste Gebiet besiedelt ist, gibt es wenige „freiliegende“ Landschaftsformen. Das weniger besiedelte Gebiet ist glazial bzw. periglazial überformt. Das Gebiet um den Kreuzlinger Forst und den Forst Kasten hat kaum Reliefunterschiede. Es handelt sich hier um die durch die Schmelzwässer der Eiszeiten aufgeschüttete Schotterebene von München. Vor allem die Würmeiszeit war an der Entstehung des Schotters beteiligt.
Während und nach allen Eiszeiten transportierten viele kleine und große Gletscherbäche massenhaft Schottermaterial von den Moränen ab und breiteten es flächenhaft aus. Die Schotterfelder bestehen aus runden Steinen (die vom Wasser abgeschliffen wurden) bis hin zu Sand, der sich durch hohe Wasserdurchlässigkeit auszeichnet.
Die altglazialen Landschaftsformen sind sehr schwer zu erkennen: Lediglich südlich von Buchendorf gibt es einen flachwelligen Wechsel der Höhenlinien sowie ein wenig ausgeprägtes Trockental (früheres Entwässerungstal). Da bei der jüngsten Eiszeit der Gletscher das Altmoränengebiet nicht mehr eingenommen hat, wurde das bewegte altglaziale Gebiet durch aufgewehte Deckschichten ausgeglichen.
Die Endmoränenlandschaft der Würmeiszeit (Jungglazial) von Leutstetten ist durch ein bewegtes Relief mit vielen Kuppen sehr gut zu erkennen. Auch der Aufstieg von den Zungenbecken des Starnbergersee auf die End-Wall-Moräne ist durch die Höhenlinien erkennbar. Der Endmoränenkranz ist durch die Würm durchbrochen. Durch die Kuppen sind bis zu vier Endmoränenstaffeln verschiedener Stagnationsphasen des Gletschers zu erkennen.
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Die Landschaftsform der Niederterrassenflächen an den Eiszeittälern der Würm und der Isar sind an der parallel zu den Flüssen verlaufenden Isohypsen zu erkennen. Zu erkennen ist ein drei Terrassen-System mit der Flussaue als viertes Feld, also müssen auch vier Endmoränen zu finden sein. In der späten Würmzeit war das Klima wechselhaft, so dass sich der Gletscher etappenweise zurückzog. Schmolz der Gletscher ab, so tiefte sich die Würm durch stärkeren Schmelzwasserfluss ein; blieb der Gletscher stehen, so schüttete der schwächere Fluss den Schotter auf. Das Ergebnis war ein Wechselspiel von Eintiefungen und Aufschüttungen, den schon oben genannten Niederterrassen im Würmtal. Hier hat sich auch die Würm zu einem Trompetentälchen entwickelt.
Abb. 1 Quellprofil des Würmtales
4.2 Hydrologie
Das Gebiet auf dem Kartenblatt ist arm an Oberflächengewässer und Tälern, lediglich die Flüsse Isar und Würm durchfließen das Gebiet. Der größte Anteil des Gebietes gehört zu dem Landschaftstyp des Jungschotters. Nordöstlich neben Deisenhofen entspringt das einzige Oberflächengewässer des Gebietes: der H achinger Bach. Die Schotterebene ist sehr wasserdurchlässig. Da sie eine sehr hohe Aufnahme- und Leitfähigkeit des Wassers besitzt, ist das Gebiet ein großer Grundwasserspeicher. Wie reich an Grundwasser diese Gegend ist, sieht man an vielen Schichtquellen (Quellhorizont) an den Teilfeldern der Niederterrassen. Dort, wo die Quellen entspringen, ist mit höchster Wahrscheinlichkeit die Schotterebene des Tärtier angeschnitten wie z. B. an der Würm bei Schönberg, oder an der Isar südlich von Baierbrunn.
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Arbeit zitieren:
Arthur Benisch, 2002, Karteninterpretation: Blatt L7934 München, München, GRIN Verlag GmbH
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Karteninterpretation Blatt L7934 München
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