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Einleitung
Geht man heutzutage mit offenen Augen und Ohren durch die Welt, muss man feststellen, dass man um die englische Sprache nicht mehr herum kommt. In den Stellenanzeigen der Tageszeitung ist ein Platz für einen Key Account Manager ausgeschrieben, im Reisebüro bucht man noch schnell Last Minute, anschließend schaut man bei einer Beauty Farm vorbei. Andere halten vom neuen Wellness Trend überhaupt nichts, sonder relaxen lieber und gönnen sich einen Cocktail, bevor sie am Computer noch schnell ihre emails checken. Im Laden um die Ecke gibt es die neueste Sportswear und am Counter vom Bahnhof holt man sich das Ticket für den nächste n Trip. Abends läuft dann noch eine Live-Übertragung vom Tennis -Match im TV.
Englisch, die Weltsprache, hat immer mehr Einfluss auf die deutsche Sprache genommen. Viele Begriffe - Anglizismen beziehungsweise Amerikanismen genannt - sind schon alltäglich und werden ständig von uns benutzt. Sie sind schon so sehr eingedeutscht, dass man sich ihrer Herkunft überhaupt nicht mehr bewusst ist. Andere scheinen nur einem kurzen Modetrend zu unterliegen, werden für einen bestimmten Sachverhalt konzipiert und verschwinden ganz schnell wieder. Hier stellt sich nun die Frage, warum gerade das Englische einen so hohen Stellenwert besitzt und weshalb besonders amerikanische Begriffe den deutschen Wortschatz bereichern sowie welche Auswirkungen mit diesem Phänomen einhergehen. Wie viele Leute beherrschen diese Weltsprache so gut, um die erwähnten Sachverhalte richtig zu verstehen? Gibt es auch Menschen, die ein Problem damit haben, dass jedes dritte Wort in der Zeitung oder einer Fernsehsendung einen englischen Ursprung hat?
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Grund dieser Entwicklung sowie den Auswirkungen des Gebrauchs solcher Ausdrücke im Alltag sowie im Bereich der Medien- und Pressesprache. Es wird auch geklärt, warum insbesondere die Zeitschrift DER SPIEGEL ein beliebtes Analyseobjekt im Hinblick auf die Nutzung von Anglizismen darstellt.
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1. Begriffserklärungen: Anglizismus, Fremdwort,
Lehnwort
1.1 Anglizismus
Anglizismus ist „der Oberbegriff von Entlehnungen aus dem amerikanischen Englisch, dem britischen Englisch sowie den übrigen englischen Sprachbereichen wie Kanada, Australien, Südafrika u.a.“ 1 , die die deutsche Sprache beeinflusst haben.
Den größten Einfluss haben davon aber das so genannte British English und das American English, wobei letzteres in der heutigen Zeit den dominierenden, fast ausschließlichen Teil, darstellt. Die genaue Herkunft eines Wortes zu bestimmen, ist nicht leicht. Durch die Vorherrschaftsstellung der USA in vielen Bereichen, auf die später noch genauer eingegangen wird, darf aber angenommen werden, dass die aus den Vereinigten Staaten von Amerika stammen Wendungen auch die deutsche Sprache in großem Maße mit prägen. Man spricht hierbei dann von Amerikanismen.
Es lassen sich drei Arten von Anglizismen unterscheiden: 2 Konventionalisierte Anglizismen, Anglizismen im Konventionalisierungsprozess sowie als Drittes die Zitatwörter, Eigennamen und Verwandtes.
Unter die erste Kategorie fallen Anglizismen, die als bekannt und allgemein üblich vorausgesetzt werden und deshalb von v ielen gar nicht mehr als Fremdwörter wahrgenommen werden. Beispiele hierfür sind Jeans, Computer oder Manager. Bei dem zweiten Typ handelt es sich um Begriffe, die für viele Deutsche fremd klingen, aber dennoch verwendet werden. Man geht davon aus, dass sie sich entweder in den deutschen Sprachgebrauch einfügen werden und wie herkömmliche Wörter benutzt werden oder aber wieder verschwinden. Zu nennen sind hier unter anderem Factory oder Underdog. Die
1 Yang, Wenliang (1990): Tübingen/Max Niemeyer Verlag, S.7
2 vrgl.: Yang, Wenliang (1990): Tübingen/Max Niemeyer Verlag, S.9
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letzte Art von Anglizismen wird nur im Zusammenhang mit A merika oder anderen englischsprachigen Ländern verwandt, da sie dafür typisch sind. Denn nur in den USA heißen die Autobahnen Highways und in Deutschland wird auch niemand behaupten, sein Kind geht auf eine High School, wenn damit eine normale deutsche Schule gemeint ist.
Viele dieser Begriffe sind, wie schon erwähnt, oft nur eine kurze Erscheinung, die durch die Medien bekannt gemacht worden ist. Es gibt auch Kritiker, die sich gegen den gehäuften Gebrauch von Fremdwörtern im Deutschen einsetzen. Diese so genannten Puristen sind der Meinung, dass man für fast jedes fremde Wort ein adäquates Wort in der deutschen Sprache finden kann. Von ihnen werden nur solche englischen Begriffe akzeptiert, für die kein deutsches Synonym vorhanden ist oder bei denen eine umständliche Umschreibung erfolgen müsste. 3
1.2 Fremdwort - Lehnwort
Unter einem Fremdwort versteht man einen Begriff oder eine Begriffsverbindung, die ohne Veränderungen aus der Fremdsprache übernommen worden ist. Das heißt, es finden sich keine orthographischen, semantischen, phonologischen oder morphologischen Anpassungen oder Neuerungen. Beispielhaft zu nennen sind hier Cowboy, Jeans oder Quizmaster.
Der Unterschied zum Lehnwort besteht darin, dass Letzteres auf morphologischer, orthographischer u nd phonologischer Ebene an das Deutsche angeglichen wurde. Diese Angleichung kann folgendermaßen geschehen: 4 Auf morphologischer Ebene werden beispielsweise die Verben mit der Endung -e(n) versehen, wie in campen oder interviewen. Außerdem werden die Endungen dem jeweiligen Personalpronomen angepasst: Ich surfe, du surfst usw. Hinzu kommt noch, dass die Anglizismen im Deutschen auch eine Pluralform erhalten. Man spricht also von den Stewardessen oder Hostessen.
3 vrgl.: Plümer, Nicole (2000): Frankfurt am Main/Lang, S. 20
4 vrgl.: Yang, Wenliang (1990): Tübingen/Max Niemeyer Verlag, S. 11-12
Arbeit zitieren:
Dagmar Roscher, 2003, Anglizismen - Einfluss des Englischen auf die deutsche Muttersprache, München, GRIN Verlag GmbH
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