Inhalt
1. Einleitung: Wortbildung 3
2. Das Determinativkompositum und seine Struktur 4
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Determinans 5
2.3 Determinatum
3. Glieder der Determinativkomposita 5
3.1 Zweigliedrige Determinativkomposita
3.2 Dreigliedrige Determinativkomposita 6
3.3 Vielgliedrige Determinativkomposita
4. Determinativkomposita mit substantivischem Grundwort 6
4.1 Determinativkomposita des Typs „Substantiv Substantiv“
4.1.1 „Substantiv Substantiv“ Komposita ohne Fugenelemente 7
4.1.2 „Substantiv Substantiv“ Komposita mit Fugenelementen
4.1.3 Beziehung zwischen Determinans und Determinatum beim
Substantivkompositum
4.1.4 Bewertung der „Substantiv Substantiv“ Konstruktionen
4.2 Determinativkomposita des Typs „Verb Substantiv“ 9
4.2.1 „Verb Substantiv“ Konstruktionen ohne Fugenelement
4.2.2 „Verb Substantiv“ Konstruktionen mit Fugenelement
4.2.3 Beziehung zwischen Determinans und Determinatum beim
„Verb Substantiv“ Kompositum
4.2.4 Bewertung der „Verb Substantiv“ Konstruktionen
4.3. „Adjektiv Substantiv“ Konstruktionen 10
5. Determinativkomposita mit adjektivischem Grundwort 10
6. Possessivkomposita als Sonderform des Determinativkompositums 11
7. Schlussbetrachtung 11
Literaturverzeichnis 12
Internetadressen 12
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1. Einleitung: Wortbildung
Es ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich, zu bestimmen, wie viele Wörter die deutsche Gegenwartssprache umfasst. Der Duden beziffert schätzungsweise „dreihundert- bis vierhunderttausend Wörter[n]" 1 , während die Wahrig - Grammatik zur deutschen Sprache von ungefähr „400 000 bis 500 000 Wörter[n]" 2 ausgeht. Bereits diese Differenz, die immerhin einen Spielraum von 200 000 Wörtern offen lässt, zeigt, dass der Wortschatz der deutschen Sprache kaum zahlenmäßig zu definieren ist. Zu diesem allgemeinsprachlichen Wortschatz könnte man noch fast ebenso viele Wörter der Fachsprachen (Jura, Medizin, Ingenieurswesen, etc.) hinzu zählen, so dass man eine Zahl vermuten könnte, die nicht mehr weit von der Million entfernt wäre. 3
Die Problematik, einen vollständigen Wortschatz der deutschen Sprache zu definieren, wird dadurch verstärkt, dass Sprache kein statisches Gebilde ist. Die Sprachgemeinschaft muss ihren Wortschatz ständig an neue Ausdrucksbedürfnisse und geänderte Lebensumstände anpassen. Hier kann man zwei Vorgänge unterscheiden:
1. Wörter können außer Gebrauch geraten. Bezeichnungen für Dinge und Gegenstände zum Beispiel, die nicht mehr Bestandteil des Alltagsleben sind, können mit der Zeit auch aus der Alltagssprache verschwinden oder aus der Mode geraten. Dieser Vorgang geschieht nicht plötzlich, sondern oft fast unbemerkt. Seitdem der „Rechenschieber" vom „Taschenrechner" auf dem Schreibtisch verdrängt wurde, ereilt ihn das gleiche Schicksal auch im deutschen Sprachgebrauch.
2. Der Vorgang, den man im Allgemeinen weniger schleichend beobachten kann, ist sicherlich die Erweiterung des Wortschatzes: Benennung neuer Gegenstände, sprachliche Ökonomie oder Wunsch nach Ausdrucksvariation sind einige der Motive aus denen neue Wörter entstehen. 4 Neben Neuschöpfungen und Lehn- bzw. Fremdwörtern (z.B. „chic" als Fremdwort und „schick" als Lehnwort) ist der Komplex der Wortbildung der wohl wichtigste Bereich, der neue Wörter bildet.
Bei der Wortbildung entstehen neue Wörter aus bereits vorhandenen Morphemen und Wörtern .Es gibt mehrere Möglichkeiten, aus bestehendem Morphem- und Wortmaterial neue Wörter zu kreieren:
- semantische Umwertung : Der Nachname „Knigge" wird „(der) Knigge" als Ratgeber für gute Manieren.
- syntaktische Umwertung: aus dem Adjektiv „tief" wird „(das) Tief" als Bezeichnung für ein Luftdruckgebilde.
- Ausdruckserweiterung: Morpheme und Lexeme werden miteinander zu komplexeren Wörtern kombiniert. Dies geschieht durch Derivation und Komposition. Bei der Derivation (Ableitung) verbindet sich ein Affix mit einem vorhandenen Wort (explizite Ableitung) oder das vorhandene Wort selbst ändert seinen Wortstamm (implizite Ableitung). Beispiel: „Freund" wird durch das Affix „lich“ zu „freundlich"
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Das Kompositum (Zusammensetzung; vgl. zur näheren Definition 1.3) verbindet zwei vorhandene Lexeme miteinander. Auch hier können beliebig viele Ableitungsaffixe bzw. Fugenelemente beteiligt sein. Beispiel: Computertisch, Küchentisch
Die beiden wichtigsten Kompositionsarten sind Kopulativ- und Determinativkomposita. Kopulativkomposita wie „schwarz-rot-gold" und „Hosenrock" setzen sich aus gleichberechtigten Bestandteilen gleicher Wortklassen zusammen, deren Reihenfolge im Prinzip veränderlich wäre. Auch „rot-gold-schwarz" und „Rockhose" wären somit denkbar, sind aber unüblich, da sie sich als Konvention in den allgemeinen Wortschatz eingebürgert haben.
Das Determinativkompositum, das im Folgenden als Thema dieser Hausarbeit ausführlich behandelt wird, besteht im Gegensatz zum Kopulativkompositum nicht aus gleichrangigen Komponenten, sondern aus einem in der Regel vorn stehenden Bestimmungswort, welches die Bedeutung des hinten stehenden Grundwortes einschränkt bzw. spezifiziert. Die „Autotür" kann nicht ohne Sinnverlust zu „Türauto" umgestellt werden. Die „Tür" stellt das Grundwort dar, während „Auto" das Bestimmungswort ist, welches das Grundwort näher spezifiziert. Denkbar wäre neben „Autotür" auch andere Arten von Türen: Haustür, Zimmertür, etc. Die Komponenten des Determinativkompositums müssen nicht der gleichen Wortklasse angehören.
Im Folgenden möchte ich näher beleuchten, welche Arten von Determinativkomposita existieren, wie sie strukturiert sind, was ihre Charakteristika und Bestandteile sind und letztlich, welche Bedeutung sie für die deutsche Sprache haben.
2. Das Determinativkompositum und seine Struktur
Das Determinativkompositum ist die wichtigste Kompositionsart der deutschen Sprache. Weitaus häufiger als das Kopulativkompositum wird es für neue Wortbildungen verwendet.
2.1. Begriffsdefinition
Es ist sicherlich hilfreich, sich zunächst mit der Definition des Kompositums (lat. compositio, -ionis = Zusammensetzung, Zusammenlegung) zu beschäftigen.
Die Wahrig - Grammatik der deutschen Sprache definiert das Kompositum folgendermaßen: „(1) Zwei oder mehrere selbstständige und bedeutungstragende Wörter werden zu einer neuen Worteinheit verbunden, dem Kompositum (Plural: die Komposita). Ein Kompositum oder zusammengesetztes Wort ist also zwei- oder dreigliedrig, selten umfasst es noch weitere Glieder. (Drei-oder mehrgliedrige Komposita bestehen im Grunde aus zwei Hauptgliedern, wobei das erste oder zweite bereits ein Kompositum ist).
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Arbeit zitieren:
Carsten Knobloch, 2003, Das Determinativkompositum, München, GRIN Verlag GmbH
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Sylvia Baumann hat den Text Das Determinativkompositum kommentiert
Sylvia Baumann
Zur Arbeit.
Sehr aufschlussreich!
am Tuesday, August 03, 2004-