Inhalt:
Einleitung ....................................................................................................................................... 2
Über Ferdinand de Saussure und die Grundlage des Strukturalismus....................................... 2
Literaturverzeichnis ..................................................................................................................... 11
Einleitung
In der vorliegenden Arbeit beschäftigte ich mit dem Strukturalismus. Ferdinand de Saussure gilt als der geistige Vater des Strukturalismus. In der Arbeit habe ich versucht erst welche Beziehungen zwischen den Sprachen gibt, und welche Faktoren wirken die Sprache. Ich erkläre später das Strukturalismus mit den Gegensatzbegriffen von de Saussure entstehenden Dichotomien; wie "Langue" und "Parole", "Syncronie" und "Diachronie", "Signifiant" und "Signifie", "Paradigma" und "Syntagma".
Über Ferdinand de Saussure und die Grundlage des Strukturalismus Ferdinand de Saussure wurde im Jahr 1857 in Genf geboren. Er studierte in Leipzig und in Berlin Indogermanistik. Er hielt in den Jahren von 1906 bis 1911 an der Universität Genf Vorlesungen über allgemeine Sprachwissenschaft. Er gilt als Begründer des Strukturalismus. Mit Ferdinand de Saussure wird eine neue Perspektive in der Sprachwissenschaft begründet. Der Grund, warum man de Saussure's Wirkung über die Sprachwissenschaft erst Anfang der 20'er Jahren erkannte, und er bis dahin unbekannt blieb, liegt zumal darin, daß bis zu duesem Zeitpunkt die Gedanken der Junggrammatiker wirksam waren und sein Werk erst nach seinem Tod veröffentlicht worden ist. Er starb im Jahre 1913 mit 55 Jahren. Seine Werke, die er in der Vorlesung von 1906 bis 1911 in Genf gehalten hatte, wurden nach seinem Tode von seinen Schülern Bally und Sechehaye im Jahre 1916 unter dem Namen "Cours de linguistique generale" - Vorlesung über die allgemeine Linguistik - veröffentlicht. Erst nach 2. Weltkrieg werden seine Gedanken und Ideen bekannt. Im Jahre 1931 wurde zum ersten Mal ein Werk von de Saussure ins Deutsch übersetzt und unter dem Titel "Grundfragen der allgemeine Sprachwissenschaft" veröffentlicht. 1 Im dritten Kapitel dieses Buches fragt de
1 Gerhard, Helbig: Geschichte der neueren Sprachwissenschaft.Hamburg 1974. S. 33f.
Saussure nach dem Gegenstand der Sprachwissenschaft und überliefert, daß es ziemlich schwierig sei, auf diese Frage eine Antwort zu finden. Er begründet dieses damit, daß sich die Sprachwissenschaft durch die anderen Wissenschaften dadurch differenziert, daß es im Gegensatz zu den restlichen Sprachwissenschaften keinen bestimmten Gegenstand, keine konkrete Objekte beinhaltet. Falls mann die "Menschliche Rede" 2 als Gegenstand für die Sprachwissenschaft annimmt, so würde man nach de Saussure "einem wirren Haufe verschiedenartiger Dinge" 3 begegnen. Desweiteren kapselt sich die Sprachwissenschaft von den übrigen Wissenschaften nicht ab, sondern ist in ständiger Beziehung mit z. B. Psychologie, Philologie u. a.. 4
Ferdinand de Saussure entdeckt die Vielschichtigkeit der Sprache. Wenn man die Funktion der Sprache untersucht, "dann kann man sie als Kommunikationmittel, als Mittel zum Ausdruck von Gedanken, als Mittel zur Formulierung von Gedanken usw. betrachten." 5 Deshalb hat die Sprache nicht ein Objekt, sondern mehrere. Er definiert die Sprache als "ein System von Zeichen", und zu diesem fügt er die Systemhaftigkeit 6 hinzu. Nach de Saussure liegt die Aufgabe einer struktulistischen Sprachwissenschaft darin, die Struktur des sprachlichen Zeichens sowie die Relationen, die zwischen Zeichen bestehen, auf den verschiedenen Ebenen des Sprachsystems zu beschreiben.
Da sich die Sprache in gegenseitiger Beziehung mit anderen Wissenschaften befindet, kann man sie nicht ohne Berücksichtigung mit Anderen erforschen. Deshalb unterscheidet de Saussure zwischen äußerer und innerer Bezirk der Sprachwissenschaft. Die äußere Sprachwissenschaft beschäftigt sich damit, welche Beziehung die Sprache zur Politik, Literatur, zur Geschichte der Nation und zu geographischen Umständen inne hat, die innere Linguistik entdeckt dagegen die Struktur der Sprache und ihre Form. "Zu dem äußeren Bezirk der Sprachwissenschaft gehört alles, was sich auf die geographische Ausbreitung der Sprache und auf die dialektische Zersplitterug bezieht. Das ist ohne Zweifel derjenige Punkt, wo die Unterscheidung zwischen dem äußeren Bezirk der Sprachwissenschaft und dem inneren am paradoesten zu sein scheint, so eng sind geographischen Verhältnisse mit dem Dasein einer jeden Sprache verknüpft, und demnoch berühren sie in Wahrheit den inneren Organismus des Idioms nicht." 7
2 de Saussure, Ferdinand: Grundfragen der allgemeine Sprachwissenschaft. Berlin 1967. S. 10. 3 ebd. 4 ebd.
5 Apresjan, Ju. D: Ideen und Methoden der modernen strukturellen Sprachwissenschft. Hg. von Brigitte Haltof und Elisabeth Mai. Berlin 1971. S. 34. 6 ebd. S. 37. 7 ebd. S. 25.
Um dieses Problem verständlich zu machen gibt der Autor ein Beispiel und nimmt dazu eine Pflanze.
Diese Pflanze wird von seiner Umwelt, d.h. von der Erde, von der Wärme, vom Wasser usw. beeinflußt, und ist abhängig von diesen Umstände. Der Bau der Sprache läßt sich auch wie diese Pflanze von Umständen beeindrucken. Deshalb kann man diese äußerliche Seite der Sprache nicht einfach weglassen.
Um die innere Sprachwissenschaft zu verdeutlichen, nimmt de Saussure das Schachspiel als Beispiel. Dieses Spiel kommt überall in seinem Buch als Beispiel vor. Er vergleicht dieses Spiel mit der Sprache, die ein System darstellt. Die äußerliche Seite sieht de Saussure darin, daß dieses Spiel nach Europa aus Persien gekommen ist. Die innerliche Seite hingegen, sieht er in den Spielregeln des Schachspiels, das ein System darstellt.
"Die Tatsache, daß es von Persien nach Europa gekommen ist, ist äußerlicher Art. Innerlich dagegen ist alles, was das System und die Spielregeln betrifft. Ob ich Holz- oder Elfenbeinfiguen anwende, ist gleichgültig für das System. Wenn ich aber die Zahl de Figuren verringere oder vergrößere, so greift das tief in die Grammatik des Spiels ein." 8 Ferdinand de Saussure benutzt in seinem Buch die Begriffe, die von einander inhaltlich entgegengesetzt sind. Diese Dichotomien sind wie z. B. "langue" und "parole", "Syncronie" und "Diachronie", "signifiant" und "signifie", "Bezeichnendem" und "Bezeichnetem", "Paradigma" und "Syntagma".
Als "langue" bezeichnet de Saussure das System von Zeichen einer Sprache. "Parole" ist demgegenüber die Verwendung von Sprache, also das realisierte Sprachsystem. "Langage" ist schließlich die Bezeichnung für die allgemeine Sprachfähigkeit des Menschen. 9 Nach de Saussure ist "langue" ein "soziales Factum". Die Menschen, die der gleichen Nation angehören, benutzen einen gemeinsame Code, um sich zu verstehen. Der Autor vergleicht "langue" mit dem Wörterbuch 10 . Jedes Individuum hat ein Exemplar von diesem Wörterbuch in seinem Gehirn. Die Kommunikation innerhalb der Menschen vollzieht sich nach de Saussure darin, daß man
dieses Wörterbuch nachschlägt und dort eine "Vorstellung von einer Sache (Concept), und ein "Lautbild (image aqustique) findet. Mit diesem Concept und Lautbild, die im Gehirn schon vorher sind, versteht man, was der andere sagt.
Sprachliche Zeichen entsprechen weder einer Sache noch einem Namen. Im Gegenteil, sie entsprechen in der Vorstellung, die in einer Person gegenüber dieser Sprache entsteht und dem Lautbild, was im Gedächtnis vorhanden ist. Als Beispiel wird ein Baum genommen. Diese Vorstellung einigt sich mit Lautbild, das wir in unserem Gedächtnis von einem Baum.
8 ebd. S. 27. 9 ebd. S. 16. 10 ebd. S. 23.
Arbeit zitieren:
Süreyya Ilkilic, 1996, Moderne Sprachtheorien - Strukturalismus, München, GRIN Verlag GmbH
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