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Seminararbeit, 2002, 17 Seiten
Autor: Malte Sunderkötter
Fach: Wirtschaft - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
Details
Tags: Wirtschafts-, Unternehmensethik
Jahr: 2002
Seiten: 17
Note: 1.0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-24140-3
Dateigröße: 105 KB
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Wirtschafts- und Unternehmensethik
Malte Sunderkötter
INHALTSVERZEICHNIS I
1. Einleitung 1
1.1 Betrachtung einer Entwicklung: Wirtschafts- und Unternehmensethik 1
1.2 Zielsetzung dieser Arbeit 2
2. Notwendigkeit von Unternehmensethik 2
3. Unternehmerische Handlungsspielräume im Marktprozess 4
4. Unternehmensethische Ansätze 6
4.1 Theoretische Beschreibung und Abgrenzung der Ansätze 6
4.2 Problematisierung funktionalistischer Wirtschaftsethik 7
5. Konzeptionalisierung von Unternehmensethik 8
5.1 Gesetzliche Regelungen und Ethik 8
5.2 Praktische Instrumente der Unternehmensethik 9
5.3 Umsetzung von Unternehmensethik: Selbstregulierung oder Zwang? 10
6. Fazit 12
LITERATURVERZEICHNIS II
1. Einleitung
1.1 Betrachtung einer Entwicklung: Wirtschafts- und Unternehmensethik
Der Gegensatz der wirtschaftswissenschaftlichen Leitfigur des „homo oeconomicus“ zum ethischen Ideal des „homo moralis“ beherrscht seit jeher die Diskussion um Wirtschafts- und Unternehmensethik. Lassen sich unternehmerische Gewinnerzielung und ethisch korrektes Handeln miteinander vereinbaren oder widersprechen sie sich per se?
Umwelt- und Lebensmittelskandale, Insidergeschäfte von Managern, mangelhafte Sicherheitsstandards bei Fluglinien, Kraftwerksbetreibern oder in der Chemieindustrie, Diskriminierung von Frauen und gesellschaftlich schwächer Gestellten bis hin zu Kinderarbeit westlicher Unternehmen in der „Dritten Welt“ – die Aufzählung solcher Missstände ließe sich beliebig fortsetzen – geben Anlass genug für die Annahme dieser Unvereinbarkeit. Egoistisches Handeln im Sinne von „Eigenwohl über Gemeinwohl“ bei Unternehmern wie rücksichtslose Massenentlassungen, Verdrängungskämpfe oder Wirtschaftskriminalität untermauern die sozialdarwinistische Theorie als Beschreibung von vielen Wirtschaftsprozessen, wie sie auch im Manchester-Liberalismus getreu dem Motto „The fittest will survive“ zum Leitbild erhoben wurde.1 Es passt in dieses Bild, dass die ersten Entwürfe zu einer Wirtschaftsethik von Georg Wünsch aus dem Jahr 1927 klanglos verhallten und schnell vergessen wurden.
Erscheinen da heute von Unternehmenschefs heruntergebetete Vokabeln wie „Corporate Social Responsibility“, „Stakeholder-Balance-Management“ oder „Corporate Citizenship“, wie sie beispielsweise auf dem von Wirtschaftsverbänden organisierten Kongress Anfang April 2001 in München zu hören waren, nicht gerade heuchlerisch?
Dieser Trend zum scheinbaren oder wahrhaftigen Ethik-Bekenntnis in Unternehmen ist keineswegs neu: Seit Mitte der 70er Jahre vollzieht sich ausgehend von den USA unter dem Stichwort „Business-Ethics“ ein grundlegender Wandel: Lehrstühle und Forschungsinstitute zur Wirtschafts- und Unternehmensethik, Seminare für Führungskräfte kamen mit etwa zehnjähriger Verspätung auch in Westeuropa und Deutschland in Mode (Gründe für den Zeitversatz liegen u.a. im hiesigen System der sozialen Marktwirtschaft). Für Jäger belegen die Akzeptanz und Bedeutung des Deutschen Netzwerks Unternehmensethik, von Fachzeitschriften zur praktischen Unternehmensethik oder des „Center for Corporate Citizenship“ unter Führungskräften, dass das Bedürfnis nach ethisch geprägtem Wirtschaften in den Führungs- etagen offenbar selbst erwächst.1 Bedeutet ethische Reflexion für einen Wirtschaftler und Unternehmer, der sich am Markt behaupten, Gewinne erzielen und gegenüber Konkurrenten obsiegen will, also plötzlich doch nicht mehr nur eine Verschwendung von Ressourcen im Sinne von Zeit und Geld sondern sogar einen ökonomischen Vorteil?
1.2 Zielsetzung der Arbeit
Dieser und anderen Fragen soll in dieser Arbeit nachgegangen werden, Meinungen und Beiträge verschiedener Wissenschaftler zum Thema dargeboten werden. Kann man wirklich von einem Sinneswandel in den Führungsetagen sprechen und wenn ja, wodurch begründet er sich? Zur Klärung dieser Frage möchte ich jedoch erst auf verschiedene theoretische Ansätze der Wirtschafts- und Unternehmensethik sowie dahinter stehende Motive eingehen. Grundsätzlich soll in diesem Zusammenhang beleuchtet werden, warum überhaupt eine Wirtschafts- und Unternehmensethik in unserer Gesellschaft von Nöten ist und ob den wirtschaftlichen Entscheidungsträgern genug Handlungsspielräume innerhalb der Zwänge und des Drucks, den das wirtschaftliche System so wie wir es in unserer Gesellschaft vorfinden, für eine ethische Ausgestaltung ihrer Entscheidungen zur Verfügung stehen. Später wird darauf eingegangen, wie Unternehmensethik in der Praxis implementiert und angewandt werden kann, allerdings auch, wo heutige Probleme und vielleicht Lösungsperspektiven liegen.
Vorweg sei erwähnt, dass die begriffliche Unterscheidung von Wirtschafts- und Unternehmensethik lediglich auf verschiedene (Prozess-)Ebenen hinweist. Der Ansatzpunkt von Wirtschaftsethik auf makroökonomischen Ebene ist aber mit den Aufgabenfeldern von Unternehmensethik auf vornehmlich mikroökonomischer Ebene vergleichbar. In beiden Fällen handelt es sich um Interessenskollisionen zugrunde liegende Ordnungsfragen, die Ethik behandeln soll, deshalb werden die beiden Begriffe hier austauschbar verwendet.
2. Notwendigkeit von Unternehmensethik
[....]
1 Vgl. JÄGER, ALFRED: „Unternehmensethik, Unternehmenspolitik und Verantwortung“. In: HANS LENK, MATTHIAS MARING (Hrsg.): Wirtschaft und Ethik. Stuttgart 1992; S. 271.
1 Vgl. JÄGER, ALFRED: a.a. O.; S. 271.
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