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Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Sport und Politik in der DDR
III. DDR-Sport und Olympia (1956 – 1988)
IV. Doping in der DDR
V. Fazit
VI. Quellen
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I Einleitung
In den letzten Wochen war in den Nachrichten und Zeitungen immer wieder von einem neuen Gesetz die Rede – dem Doping-Opfer-Hilfe-Gesetz (DOHG). Am 14. Juni 2002 wurde es vom Bundestag beschlossen und sieht die Entschädigung von Betroffenen des geheimen, staatlich verordneten Dopings in der ehemaligen DDR seit den siebziger Jahren, vor (APuZ 2002). Das Gesetz und die Zahlungen von insgesamt 2 Millionen Euro erheben „nicht den Anspruch einer Wiedergutmachung für erhebliche gesundheitliche Schäden (...)“ , sondern vielmehr ein Zeichen für „humanitäre und soziale Hilfe“ (APuZ 2002).
Aus diesem aktuellen Anlass, möchte ich das Thema DDR-Sport und Olympia zum Inhalt meines Referats machen. Das Thema der vorliegenden Arbeit stellt zudem eine Parallele zum Thema meiner Kommilitonin, dar, die über Sport und Olympia während der Zeit des Nationalsozialismus referiert hatte. Auch in meiner Arbeit geht es um den Sport in einer Diktatur – nämlich der sozialistischen Diktatur in der ehemaligen DDR.
Zunächst werde ich verdeutlichen, wie eng die Vermischung von Sport und Politik in der SED- Diktatur war. Weiterhin gehe ich auf die Trennung des deutschen Leistungssports und die Geschichte des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) der DDR ein. Als einen dritten Punkt möchte ich am Beispiel der Kugelstoßerin Heide Krieger die menschenverachtende Praxis des „staatlich verordneten“ Dopings in der DDR aufzeigen.
II. Sport und Politik in der DDR
Die Politisierung von Sport hat eine lange Tradition in der Sportgeschichte. Schon seit der „ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verstand sich die von Friedrich Ludwig Kahn begründete Turnbewegung als Vorkämpfer für die nationalstaatliche Einheit“ (Holzweißig 1988, 9). Auch die sozialdemokratischen und kommunistischen Arbeitssportler identifizierten sich „mit politischen Zielen der SPD und der KPD im Kaiserreich und der Weimarer Republik (...)“ (Holzweißig 1988, 9). Das eindrucksvollste Beispiel dafür, dass der Sport und insbesondere die Olympischen Spiele immer wieder für politische Zwecke missbraucht wurden, sind die Olympischen Spiele 1936 in Berlin. Doch bei näherer Betrachtung der Geschichte der DDR, deren diktatorisches System zu Unrecht immer wieder belächelt wird, wird deutlich, wie ihre Machthaber den Sport für eigene politische Zwecke instrumentalisiert haben.
Für Walter Ulbricht 1 und seinen Nachfolger Erich Honecker 2 , war der Sport ein „Instrument des Klassenkampfes“. Der langjährige Minister für Staatssicherheit in der DDR, Erich Mielke,
1 Walter Ulbricht war von 1950 bis 1971 Erster Sekretär des ZK der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands)
(vgl. Judt 1997, 623). Er stellte die Weichen für den „beispiellosen Aufstieg des DDR-Spitzensports“ (vgl. Holzweißig
1988, 10).
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verstand den Sport als eine „wichtige politische Waffe (...), die wir zur Stärkung unserer sozialistischen Heimat, zur Erhöhung des internationalen Ansehens des Sozialismus, zur Erhaltung des Friedens und zur Völkerverständigung einsetzen“ (Holzweißig 1988, 7). Sportliche Erfolge, besonders bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften – man denke an den historischen 1:0 Sieg der DDR Auswahl bei der Fußballweltmeisterschaft in München – wurden immer als Beleg der Überlegenheit des Sozialismus über den Kapitalismus gewertet. Dazu ein Zitat Honeckers vom 6. Februar 1987:
„Von der Qualität der Sportverbände und Sportklubs, der Kinder- und Jugendsportschulen sowie aller Trainingszentren hängt entscheidend ab, wie wir weiterhin mit unseren internationalen Erfolgen auch auf dem Gebiet des Sports die Überlegenheit des Sozialismus auf deutschem Boden dokumentieren.“ (Holzweißig 1988, 13).
Durch den hohen politisch-ideologischen Stellenwert, den der Sport in der DDR genoss, ist auch die tiefe Verstrickung von SED-Funktionären in den Sport (und andersherum: die Verwicklung von Sportlern in politische Angelegenheiten) zu erklären. Beispielsweise saß der Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke, oft beim „Stasi-Club“ BFC Dynamo Berlin auf der Zuschauertribüne. Nicht selten wurden die Schiedsrichter so eingeschüchtert, dass sie zweifelhafte Entscheidungen zu Gunsten dieses Vereins trafen. Dieses Beispiel zeigt, wie die Staatsführung mit Hilfe der allgegenwärtigen Staatssicherheit, den Sport und nahezu alle anderen Lebensbereiche, kontrollierte. Auf der Ebene des Sports war dafür das sogenannte Staatssekretariat für Körperkultur und Sport zuständig.
III. DDR-Sport und Olympia
Schon kurz nach der Gründung der beiden deutschen Staaten – die Verfassung der BRD trat am
23. Mai 1949 und die der DDR am 7. Oktober 1949 - kam es zur Gründung des Nationalen
Olympischen Komitees im September 1949. Etwa zwei Jahre später, am 22. April 1951 bat auch das Nationales Olympische Komitee der DDR beim IOC (Internationales Olympisches Komitee) um die Aufnahme (Unki 2002). Das IOC wies dies jedoch zurück und forderte die deutschen Staaten dazu auf, ein gemeinsames Team zur Olympiade zu schicken. Die DDR lehnte dies ab und verzichtete auf die Spiele 1952 in Helsinki (Sommer) und Oslo (Winter). Erst 1955 wurde nur unter Bedingungen einer gesamtdeutsche Mannschaft, das NOK der DDR anerkannt. So fuhren 1956 zwei getrennte deutsche Mannschaften zu den Olympischen Spielen – die der BRD und die des damals noch politisch eigenständigen Saarlandes (Unki 2002). Unter
2 Erich Honecker war von 1971 bis 1989 Erster bzw. Generalsekretär der SED und von 1976 bis 1989 Vorsitzender des
Staatsrates und des Nationalen Verteidigungsrates (vgl. Judt 1997, 611).
Arbeit zitieren:
Jonathan Kern, 2002, DDR-Sport und Olympia, München, GRIN Verlag GmbH
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Jonathan Kern
DDR-Sport und Olympia.
DDR-Sport wird sehr einseitig unter dem Aspekt der Diktatur und des verordnetetn Dopings dargestellt. Hat der Autor überhaupt Leistungssport betrieben? Ich glaube, es fehlt sehr viel Sensibiltät, um dieses Thema zu verstehen, geschweige denn zu beleuchten. Zu ngativ!!!
am Saturday, July 26, 2008-