Universität Koblenz-Landau
Abteilung Landau
Institut für Psychologie
Thema: Computergestütztes Lernen in der Schule
Datum: Juli 2003
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Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Brauchen Kinder einen Computer? 2
2. Medienpädagogischer Auftrag der Lehrer und Lehrerinnen 2
3. Grundschule im Dilemma 2
4. Argumente für die Nutzung von Computern in der Schule 3
5. Argumente gegen die Nutzung von Computern in der Schule 6
6. Didaktische Funktion des Computers im Unterricht 8
7. Der Computer in der inneren Differenzierung 8
8. Einsatzmöglichkeiten von Computern im Unterricht 9
8.1 Übungsprogramme 9
8.2 Lernprogramme 11
8.3 Computerspiele 12
8.4 Simulationen 12
8.5 Informationsprogramme 13
8.6 Fazit 13
9. Der Computer als Schreibwerkzeug 14
9.1 Texte schreiben 14
9.2 Rechtschreibung 16
9.3 Gefahren beim Einsatz von Computern zum Schreiben von Texten 17
10. Literaturverzeichnis 18
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1. Brauchen Kinder einen Computer?
Kinder brauchen den Computer nicht, sie brauchen Liebe und Geborgenheit, stabile Beziehungen, Akzeptanz, Ermutigung, Bewegung, primäre Erfahrungen im Umgang mit anderen und mit der sie umgebenden Welt. Doch der Computer ist auch Teil ihrer Lebenswirklichkeit. Sie hören von phantastischen Dingen, die der Computer zu leisten vermag und begegnen ihm an verschiedenen Orten: im eigenen Elternhaus, bei Freunden, in der Schule, in Geschäften, in der Bank, usw. Die meisten aufstiegsorientierten Eltern befürworten den Einsatz von Computern in der Schule. Manche ermöglichen ihren Kindern zusätzlich außerschulische Hilfen (Computerkurse). Eltern mit Erfahrungen aus schulischen Computereinsätzen, die erste Erfahrungen im Umgang mit dem Computer in der Schule sammeln konnten, stehen dem weiteren Einsatz meist positiv gegenüber.
2. Medienpädagogischer Auftrag der Lehrer und Lehrerinnen
Richtlinien und Lehrpläne schreiben vor, dass „medienerzieherische Aufgabenstellungen“ (Der Kultusminister NW: Rahmenkonzept. Neue Informations- und Kommunikationstechnologien in der Schule. Köln: 1985, Seite 19) in der Schule wahrgenommen werden müssen und „Informations- und Kommunikationstechnologien“ (Rahmenkonzept; Seite 19) als Lernmittel genutzt werden sollten. Der Einsatz von Computern ermöglicht eine erste Orientierungshilfe zum kritischen und sinnvollen Umgang mit den neuen Medien, Möglichkeiten und Grenzen der Nutzung sollen erprobt werden. „Einbeziehung, Aufarbeitung und ggf. Korrektur vor- und außerschulischer Medienerfahrungen der Kinder stellen sich als vordringliche Aufgabe der Medienpädagogik in der Grundschule.“ (Rahmenkonzept Seite 18)
3. Grundschule im Dilemma
Die meisten Grundschüler begegnen dem Computer in ihrem alltäglichen Lebensumfeld: im Arbeitszimmer ihrer Eltern, bei Freunden, in der Post, am Fahrkartenschalten, usw., meist jedoch nicht in der Schule, da sich Schulträger kaum bereit erklären, Grundschulen Computer zur Verfügung zu stellen. Ohne die Initiativen von Schulver- einen können oft keine Computer angeschafft werden.
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In der Grundschule wird zwar über den Computer gesprochen und reflektiert, aber meist nicht am Computer gelernt und der handelnde Umgang bleibt oft aus. Außerhalb der Schule hat das Kind jedoch meist Zugriff auf einen Computer, was eine „Schulwirklichkeit“ (HALLEN / SCHMIDT, 1992, Seite 110) schafft. Grundschulen stehen unter dem Druck, den Computer als alltägliches Werkzeug im Unterricht zu thematisieren, erfahren dabei aber oft keinerlei Hilfen und entwickeln deshalb ihre eigene Didaktik. Manchmal begegnet man in der Grundschule einem wissenschaftlichen, „hardware-orientierten“ (HALLEN / SCHMIDT, 1992, Seite 111) Ansatz. Schüler lernen Einzelteile des Computers kennen, setzen sich jedoch nicht handelnd mit dem Rechner auseinander. Verbal vermitteltes, unverstandenes Wissen wird abgefragt und kontrolliert und der Unterricht auf sprachliche Tätigkeiten beschränkt und reduziert. Subjekte Erfahrungen, Wünsche und Ängste kommen jedoch nicht zur Sprache.
Manche Lehrer lehnen die Arbeit mit Computern prinzipiell ab. Viele besitzen keine Beurteilungskompetenzen in Fragen einer sinnvollen und kindgemäßen Hard- bzw. Software und können ratlose Eltern nicht hinreichend beraten, da sie selbst den Computer in der Freiarbeit oder in Arbeitsgemeinschaften nicht einsetzen. Viele Lehrer verfügen über keine eigenen Unterrichtserfahrungen mit dem Computer. Sie führen eine Diskussion theoretischer und grundsätzlicher Art und nehmen eher eine skeptische Position ein. Ihre Befürchtungen sind spekulativ und beruhen nicht auf empirisch gesicherten Erkenntnissen. Dabei lässt die Forschung keine Verallgemeinerungen positiver oder negativer Wirkungen der Computernutzung von Kindern zu, da sich kaum empirische Untersuchungen mit Kindern im Alter von 6-10 Jahren aus-einandersetzen.
4. Argumente für die Nutzung von Computern in der Schule
Mit fortschreitender Technisierung der Gesellschaft hält der Computer in immer mehr Lebensbereichen Einzug: im Beruf, in der Freizeit und als Informations- und Kommunikationstechnologie in immer mehr Privathaushalten. Demzufolge steigt auch die Zahl derjenigen Kinder, die Zugang zu einem Rechner haben und zum Teil schon im Kindergartenalter erste Erfahrungen mit diesem Medium sammeln. Gerade die Al-
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tersgruppe der Sechs- bis Zehnjährigen ist Zielgruppe eines ständig expandierenden Lern- und Übungssoftwaremarktes. Kinder gehen mit dem Computer unbefangen, natürlich und kreativ um, sie erwerben zunehmend zu Hause Kompetenzen im Umgang mit Computerprogrammen und es ist nur legitim diese den Schülern auch in der Schule bei Vorhandensein der technischen und menschlichen Voraussetzungen nicht vorzuenthalten, „sondern ihnen einen im Interesse einer vernünftigen und zukunftsweisenden Medienerziehung gestalteten Zugang“ (BÜTTNER/ SCHWICH-TENBERG, 1999, Seite 28) zum Computer zu ermöglichen. Man kann es sich nicht leisten, an einem Medium, welches auch im Leben der Kindern einen immer höheren Stellenwert einnimmt, achtlos vorüber zu gehen.
Viele Kinder kennen Computer nur im Zusammenhang mit Computerspielen, was eine stark eingeschränkte Zugangsweise darstellt. Unter dem Aspekt der Hand-lungsorientierung erscheint es zweckmäßig, durch unmittelbare Handlung am Computer Einsatzmöglichkeiten dieses Mediums zu erfahren. Dabei muss aber beachtet werden, dass nur durch direkten Vergleich mit anderen Medien eine kritische Einschätzung und eine sinnvolle Nutzung erkennbar ist. Kindern, die noch keinerlei Vorerfahrungen mit diesem Medium besitzen, sollten diese Erfahrungen, unter Berücksichtigung ihrer individuellen Voraussetzungen, ermöglicht werden. Im Gegensatz zum Buch, das linear Informationen bietet, präsentieren die neuen Medien Informationen simultan: Wort und Bild, Wort und Bild und Ton. Damit bieten sie die Chance zu „mehrkanaligem Lernen, dem simultanen Ansprechen mehrerer Sinnesorgane und zur Präsentation von Veranschaulichungen unterschiedlicher Realitätsgrade, die eine Assimilation in die kognitive Struktur des einzelnen erleichtern.“ „Duale Codierungen“ (HALLEN / SCHMIDT, 1992, Seite 110) können besser behalten werden.
Kinder haben phantastische und „magisch-animistische“ (HALLEN / SCHMIDT, 1992, Seite 110) Vorstellungen von Computern. Da sie eine ursprüngliche Beziehung zu allem Lebendigen haben, verlebendigen sie selbst Gegenstände; auch den Computer. Sie reden und spielen mit ihm. Deshalb muss die Schule für eine Entmystifizierung sorgen, die kritische Einschätzung und sinnvolle Nutzung fördern und es den Schülern ermöglichen die Grenzen und Möglichkeiten des Computers im tätigen
Arbeit zitieren:
Kathrin Morawietz, 2003, Computergestütztes Lernen in der Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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