Inhaltsübersicht
1 E i n l e i t u n g S 1
1.1 Die Notwendigkeit zur Nachrichtenselektion S 1
1.2 Abgrenzung des Themas und Gang der Untersuchung S 2
2 Begriffliche und thematische Grundlagen S 3
2.1 Der Begriff des Gatekeepers S 3
2.2 Stationen der Gatekeeper-Forschung S 4
2.3 Ansätze in der Gatekeeper-Forschung S 5
2.3.1 Individualistische Untersuchungen S 5
2.3.2 Institutionale Untersuchungen S 6
2.3.3 Kybernetische Untersuchungen S 7
3 Die Studie „News Elements and Selection by Television News Editors“
von James. K Buckalew S 8
3.1 Gegenstand der Untersuchung und Vorgehensweise S 8
3.2 Ergebnisse der Untersuchung S 10
3.3 Einordnung der Studie in die Gatekeeper-Forschung und
Vergleich mit anderen Studien S 11
4 Zusammenfassung und Ausblick S 13
5 L i t e r a t u r v e r z e i c h n i s S 1 4
1 Einleitung
1.1 Die Notwendigkeit zur Nachrichtenselektion
Unsere Gesellschaft sieht sich in einer durch neue und erleichterte Kommunikationsmöglichkeiten immer kleiner werdenden Welt mit einem rasanten Ansteigen von Geschehnissen und den Informationen über eben diese konfrontiert. Dabei ist die Entwicklung einer Kultur maßgeblich von einer funktionierenden Kommunikation abhängig.
Da schon lange nicht mehr alle Informationen von einzelnen Individuen verarbeitet werden können, sieht sich der Journalist einem stetig wachsenden Selektionsdruck ausgesetzt, was er in seiner Funktion als Gatekeeper, also als Schnittstelle von Geschehnissen und Informationsnachfragern, an Informationen weitergibt und was nicht. Dabei muss er seine Selektionsentscheidungen vor dem Hintergrund seiner sich „aus der öffentlichen Aufgabe der Presse (…) ergebenden Informationsfunktion„umfassend“, „vollständig“ und „sachlich“ zu berichten -“ treffen (Schulz 1976, S. 7). Schon an dieser Stelle wird der Konflikt eines jeden Journalisten deutlich, da eine umfassende Berichterstattung bei begrenzten Aufnahme- und Verarbeitungskapazitäten nicht erreicht werden Nachrichtenberichterstattung auch nur im entferntesten „umfassend“ oder „vollständig“ sein kann“ (Schulz 1976, S. 8). Eine sinnvolle Informationsverarbeitung und –nutzung scheint demnach nur nach einem vorhergehenden Nachrichtenselektionsprozess möglich.
James. K. Buckalew untersucht im Rahmen einer institutionalen Untersuchung in seiner Studie „News Elements and Selection by Television News Editors“ die Rolle von zwölf Nachrichtenredakteuren in verschieden großen Nachrichtenredaktionen und versucht dabei, Schemata bei der Nachrichtenselektion zu erkennen.
1
1.2 Abgrenzung des Themas und Gang der Untersuchung
Bis eine Nachricht dem Informationsnachfrager zur Verfügung steht, durchläuft sie oft eine ganze Kette von Stationen und den damit verknüpften Selektionsentscheidungen. Wie sich in zahlreichen Untersuchungen ergeben hat, wird dieser Selektionsprozess wiederum durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst.
Die Gatekeeper-Forschung untersucht hierbei die Schlüsselfunktion einzelner Journalisten, die aus einer Vielzahl von Ereignissen einige wenige für eine spätere Publikation auswählen müssen.
James K. Buckalew hat sich in seiner 1969 veröffentlichten Studie „News Elements and Selection by Television News Editor“ dieser Thematik angenommen und untersucht, nach welchen Kriterien eine Nachricht angenommen oder abgelehnt wird. Dabei beleuchtet er neben den inhaltlichen Elementen einer Nachricht auch den subjektiven Einfluss des Nachrichtenredakteurs und den Einfluss des Umfeldes auf diese Entscheidung.
Anschließend stellt er den Input an Nachrichten den in den Nachrichtensendungen tatsächlich verwendeten Beiträgen gegenüber.
Nach einem historischen Abriss der Stationen der Gatekeeper-Forschung setzt sich diese Arbeit anschließend vor diesem Hintergrund mit der Studie von James K. Buckalew auseinander und beleuchtet diese kritisch. Dazu wird die Studie mit anderen Studien aus diesem Forschungsansatz, z.B. mit der von Walter Gieber, verglichen um Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszustellen.
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2 Begriffliche und thematische Grundlagen
2.1 Der Begriff des Gatekeepers
"Simply put, gatekeeping is the process by which the billions of messages that are available in the World get cut down and transformed into the hundreds of messages that reach a given person on a given day." (Shoemaker 1991, Seite 1). So beschreibt Pamela Shoemaker die Aktivität eines Gatekeepers, der in seiner Funktion als Schnittstelle von Ereignissen und Nachrichtennachfragern im Zuge eines Nachrichtenselektionsprozesses das „Gate“ – also das Tor - zur nächsten Station, sei es ein weiterer Gatekeeper oder aber auch das letzte Glied dieser Kette, entweder öffnet und die Nachricht durchlässt, oder aber das Tor geschlossen hält und somit die Nachricht zurückhält. Eine solche Kette könnte beispielsweise wie folgt aussehen:
Eine Nachrichtenagentur berichtet über ein Ereignis und stellt diesen Bericht seinem Kunden, beispielsweise einer Zeitung, zur Verfügung. Alleine die Tatsache, dass die Agentur über das Ereignis berichtet hat, ist schon Folge eines Selektionsprozesses. Die Nachrichtenagentur fungiert hier als Gatekeeper, da ohne ihre Berichterstattung die Zeitung in dieser strikten Hierarchie niemals Kenntnis von dem Ereignis erhalten hätte, um anschließend darüber berichten zu können. Der in der Zeitung tätige Journalist wiederum wählt aus einer Flut von Agenturmeldungen etc. nun die Nachrichten aus, die in der Zeitung tatsächlich publiziert werden sollen, und von denen die Leser seiner Zeitung schlussendlich Kenntnis erlangen. Auch hier fungiert der Journalist als Gatekeeper. Staab sieht hierbei eine Filterfunktion von Journalisten, „die aus einer Flut von Ereignissen und Meldungen einige wenige zur Veröffentlichung auswählen“ (Staab 1990, S. 202).
Dieser Selektionsprozess ist abhängig von vielen Faktoren, die in der Gatekeeper-Forschung, in der News Bias-Forschung und in der Nachrichtenwert-Forschung näher beleuchtet werden.
Im Zuge dieser Arbeit gehe ich im folgenden Kapitel auf den Forschungsansatz der Gatekeeper-Forschung näher ein.
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Arbeit zitieren:
Oliver Riehl, 2003, Der Redakteur als Gatekeeper - Eine Untersuchung von James K. Buckalew aus dem Bereich der Gatekeeper-Forschung, München, GRIN Verlag GmbH
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