Gliederung:
1. Einleitung
2. Definition sportlicher Leistungsentwicklung und des Kindertraining
3. Leistungsvoraussetzungen und Leistungsfähigkeit von Kindern
4. Doppelbelastung der Kinder im Hochleistungssport - Integration von Training,
Bildung und Ausbildung
5. Äußere Einflüsse - Eltern, Trainer, Gesellschaft
6. Pro und Kontra des Kinderhochleistungssport
a) biologisch- medizinische Perspektive
b) soziale Komponente
c) psychologische Sichtweise
7. Zur Schwierigkeit einer konsequent pädagogischen Betrachtung des
Kinderhochleistungssport und zum Problem der Kindgemäßheit
8. Lösungsansätze und -vorschläge für einen humaneren Kinderhochleistungssport
9. Zur Schwierigkeit der Diskussion über den Kinderhochleistungssport
10. Schluss
11. Literatur
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1. Einleitung
Der Kinderhochleistungssport ist nicht erst in den letzten Jahren ein kontrovers diskutiertes Thema geworden. Diese Thematik wird schon seit etlichen Jahren aufgeworfen und immer wieder von Kritikern angegriffen, sowie von Befürwortern verteidigt. Die Äußerungen derjenigen, die den Kinderhochleis-tungssport ablehnen, reichen von ,,Leistungsknecht", ,,Muskelmaschine" und ,,Leistungsroboter" bis hin zu einem ,,Mängelwesen mit Orientierungslosigkeit". Diese Äußerungen zielen alle auf eine Reizverarmung der Umwelt dieser Kinder, auf eine Überbetonung des Leistungsgedankens, auf eine Unterdrückung durch z.B. Trainer, Eltern, Funktionäre und auf die Herausbildung von fremdbestimmten Menschen durch das Umfeld des Kindes (z.B. Trainer, Trainingsalltag, Trainingsmethoden, ...) ab. Im Gegenzug sprechen die Befürworter davon, dass dem Kind neue Möglichkeiten aufgezeigt werden, sich selbst zu erkunden, ihrem Bewegungsdrang nachzukommen, soziale Kontakte (vor allem in Mann-schaftssportarten) zu knüpfen, positive (z.B. Sieg) wie auch negative (z.B. Niederlage) Erfahrungen zu sammeln und somit ihre Kindheit intensiv auszuleben. (vgl. MEINBERG, E.: Kinderhochleistungssport. Fremdbestimmung oder Selbstentfaltung. Köln 1984) Dazu Zitate einiger Pädagogen:
„ Du bist mein Glück, mein Kind, mein Werk; von deinem Glück erwarte ich mein eigenes; täuscht du meine Hoffnung, so stiehlst du mir zwanzig Jahre meines Lebens und bist das Unglück meiner alten Tage“ J.J. Rousseau, 1762)
„ Die 18- jährigen sehen aus wie dreizehn, und den 15-jährigen möchte man am liebsten einen großen Teddy zum Geburtstag schenken oder eine kräftige Portion Pommes, damit sie nicht so ausgemergelt aussehen. .... Wer genau hinsieht, entdeckt kaputte Füße, Blutergüsse an den Oberschenkeln, wundgeriebene Hände“ ( aus: Franke, E.: Kinder im Hochleistungssport - Eine ethische Herausforderung)
2. Definition sportlicher Leistungsentwicklung und des Kindertrainings
Sportliche Leistungsentwicklung ist das Produkt von Faktoren der Anlage und der endogenen Reifung auf der einen Seite und Faktoren der Umwelteinflüsse auf der anderen Seite. Das Kindertraining berücksichtigt die Bedingungen der Entwicklungsprozesse und unterstützt sie, wird längerfristig, abschnittsweise und systematisch aufgebaut und damit perspektivisch ausgerichtet; es richtet sich zudem nach den Anforderungen der betreffenden Sportart.
Sportliche Höchstleistungen können nur dann erreicht werden, wenn die erforderlichen physischen, technomotorischen und psychisch-affektiven Leistungsfaktoren bereits im Kindes- und Jugendalter
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entwickelt und geschult werden. Die Leistungsentwicklung bis zum Höchstleistungsalter erfordert ein systematisches Training zwischen 6 und 15 Jahren.
Kurz: Ein gutes Training ist vor allem kindgerecht, vielseitig und soll Spaß machen. Aus: der Sport 24.02.2001 WLSB
Diese Definitionen klingen sehr positiv, doch kündigt sich hier schon eine erste Problematik an. Denn die Begriffe Kinder- und Jugendtraining werden oft im Zusammenhang benutzt, obwohl es grundlegende Unterschiede zwischen ihnen gibt. Die Begriffe Jugend- und Erwachsenen Training liegen enger zusammen als das Training mit Kindern und das Training mit Jugendlichen. Kindertraining sollte kein reduziertes Erwachsenentraining sein, denn es folgt eigenen Voraussetzungen und Gesetzmäßigkeiten. Auf diese Problematik wird im spätern noch eingegangen.
3. Leistungsvoraussetzungen und Leistungsfähigkeit von Kindern
Die Leistungen, die Kinder fähig sind zu erbringen sind natürlich andere, als die der Erwachsenen. Da im Gegensatz zu Jugendlichen und Erwachsenen der kindliche Organismus noch recht labil ist und sich stark äußeren Reizen anzupassen vermag, sind schnelle und herausragende Leistungssteigerungen möglich (HAHN). Eine Reihe von Fähigkeiten und Fertigkeiten werden in der Kindheit leichter erlernt als in späteren Lebensabschnitten, andere Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln sich erst nach der Pubertät ideal. Die Geschicklichkeit / Koordination
ist im Alter von 8 - 10 Jahren optimal trainierbar. Daher wird - außerhalb der Schule - in Sportarten mit höchsten Ansprüchen an die Koordination schon in diesem Alter intensiv sportartspezifisch trainiert, was nur zu vertreten ist, wenn, die allgemeinen grundlegenden motorischen Fähigkeiten ebenfalls bestens trainiert sind. Je breiter die Basis des Trainings ist, desto breiter ist das Repertoire koordinativer Möglichkeiten bei einer Spezialisierung. Die Dehnfähigkeit / Flexibilität/ Gelenkigkeit
ist im Alter zwischen 11 und 14 Jahren mit höchster Effizienz trainierbar Sie erreicht dann ihr Maximum und kann nur durch entsprechendes Training erhalten werden. Training in diesem Bereich muss auf den noch nicht voll entwickelten Knochenbau Rücksicht nehmen. Die aerobe Ausdauer
ist in jedem Lebensalter gut trainierbar. Begrenzend ist hier die Motivation und nicht die Physiologie. Hier sind Kinder belastbar, ohne dass schädigende Nebenwirkungen zu befürchten sind. Vor 20 Jahren hatte man noch Bedenken, den inneren Organen eines Kindes durch Ausdauertraining schaden zu
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Arbeit zitieren:
Sabrina Engels, 2002, Kinderhochleistungssport aus pädagogischer Sicht, München, GRIN Verlag GmbH
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