Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg
Philosophische Fakultät I
Institut für Soziologie
Einführungskurs:
„Einführung in die Soziologie“
Thema:
„Einander die Lampe übergeben“
Norbert Elias - Leben und Werk
A) Inhaltsverzeichnis
A) Inhaltsverzeichnis...............................................
B) Hauptteil............................................................
I. Einleitung...............................................................
II. Biographie.............................................................
1. Breslauer Jugend- und Studienjahre....................................................
2. Heidelberger Lernzeit: Karl Mannheim................................................
3. Frankfurter Assistenzjahre..............................................................
4. Exil in England...........................................................................
5. Honorarprofessor in den Niederlanden................................................
6. Zeit nach dem Durchbruch.............................................................
III. Wissenschaftliches Œuvre: Zivilisations- und Figurations-
theorie
1. Über den Prozeß der Zivilisation........................................................
2. Die höfische Gesellschaft...............................................................
IV. Kritik und Verteidigung - Ein kurzer Forschungsüberblick
Hans Peter Duerr und Michael Schröter
C) Bedeutung der Zivilisationstheorie.......................
D) Literaturverzeichnis............................................
I. Primärliteratur..........................................................
II. Lexika..................................................................
III. Sekundärliteratur.....................................................
2
B) Hauptteil
I. Einleitung
Nach Norbert Elias´ plötzlichem Tod 1990 - wenngleich in hohem Alter -
schnellten die Publikationszahlen empor. 1 Geisteswissenschaftler, nicht nur Soziologen, sondern auch Historiker und Psychologen legten eine wahre Publikationswut an den Tag, die heute kein Wissenschaftler mehr - auch bei immenser Anstrengung nicht - zu überblicken im Stande ist. Schon zum Ende seines Lebens wurde er sowohl populärwissenschaftlich, als auch in renommierten Fachzeitschriften breit rezeptiert und endlich wurde ihm auch jene Anerkennung zuteil, die Elias sich zeit seines Lebens gewünscht hatte. Noch immer ist aber der Großteil seiner privaten Schriften nicht durchgesehen und veröffentlicht, so daß in den kommenden Jahren eine
weitere Publikationswelle zu erwarten ist. 2 Seine Zivilisationstheorie zählt nicht nur wegen der ihr erst Jahrzehnte später zugesprochenen Bedeutung zu den großen Theorien unseres Jahrhunderts, sondern vor allem wegen ihres umfassenden, großangelegten Anspruchs, unsere Gesellschaft, so wie sie sich heute in den westlichen Industrieländern darbietet, aus ihrer Geschichte heraus plausibel-stringent zu erklären als ein organisch gewachsenes Gebilde interdependenter Individuen.
N. Elias Lebensmotto „einander die Lampen übergeben“ ist sowohl bezeichnend für den Menschwissenschaftler Elias, als auch für seine kulturhistorische Theorie des sozialen Wandels in der anthropologische, psychologische, historische und soziologische Ansätze zu einem großen Theoriegebäude verknüpft werden.
1 Vgl. Korte, Hermann: Von Elias lernen - Ein Vorwort. In: Korte, Hermann (Hrsg.): Gesellschaftliche Prozesse und individuelle Praxis - Bochumer Vorlesungen zu Norbert Elias´ Zivilisationstheorie, Frankfurt a. M. 1. Aufl. 1990, (= stw 894), S. 11f.
2 Albert, Claudia: Elias, Norbert. In: Lutz, Bernd (Hrsg.): Metzler Philosophen Lexikon, Stuttgart und Weimar 2.Aufl. 1995, S. 245.
3
II. Biographie
1. Breslauer Jugend- und Studienjahre
Norbert Elias, der 1897 in Breslau geboren wurde, wuchs in seiner
schlesischen Geburtsstadt als Sohn einer wohlhabenden jüdischen
Kaufmannsfamilie auf. 3 Mit 9 Jahren besuchte er, nachdem er vorher von Gouvernanten und Hauslehrern erzogen worden war, das angesehene
preußische Johannes-Gymnasium seiner Heimatstadt, wo er erstmals in
einem privaten Lesekreis, den Schüler organisiert hatten, sich intensiv mit
den philosophischen Klassikern auseinandersetzte. Seine religiöse Herkunft
spielte zu dieser Zeit keine maßgebende Rolle für ihn, zumal sein Elternhaus
treu zum Kaiser hielt, wie er selbst betonte. Im Frühjahr 1915 meldeten er
sich freiwillig zum Kriegsdienst wie alle seine Mitschüler und kehrte 1917
verwundet nach Breslau zurück, wo er das Studium der Medizin in Angriff
nahm. Bei dieser Studienrichtung hielt es ihn jedoch nicht lange und er
wechselt zur Philosophie und Psychologie. Unter Richard Hönigswald
promovierte er 1922 mit der Dissertation „Idee und Individuum. Ein Beitrag
zur Philosophie der Geschichte.“ zum Doktor der Philosophie.
Nach dem gläsernen Turm des Studiums und aufgrund der sich
verschlechternden Finanzlage wechselte Elias in die freie Wirtschaft und
wurde Juniorchef einer Kleineisenwaren-Fabrik.
2. Heidelberger Lernjahre
Doch bereits 1924 zog ihn der Wunsch zu habilitieren nach Heidelberg, wo
er auf den Kultursoziologen Alfred Weber als Ordinarius für Soziologie und
auf den jüngeren Karl Mannheim, den späteren Wissenssoziologen, als
Privatdozenten traf. Bei beiden Gelehrten besuchte er Oberseminare, stand
aber bei Weber ziemlich weit hinten auf der Liste der
Habilitationskandidaten.
3 Die Informationen zu Norbert Elias´ Biographie stammen aus folgenden Werken: Albert
(1995), S. 245 - 248. - Korte, Hermann (Hrsg.): Norbert Elias über sich selbst -
Biographisches Interview mit Norbert Elias, Frankfurt a. Main 1994. - Korte, Hermann:
Einführung in die Geschichte der Soziologie, Opladen 3. Aufl. 1995, S. 155 - 171. -
4
Arbeit zitieren:
Markus Wawrzynek, 1999, 'Einander die Lampe übergeben', Norbert Elias - Leben und Werk, München, GRIN Verlag GmbH
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