Inhalt
1. Einleitung S.1
2. Was ist ein Fehler S.1
3. Einige Fehlerursachen S.3
3.1 Interferenz S.3
3.2 Übergeneralisierung S.4
3.3 Regularisierung S.4
3.4 Simplifizierung S.4
3.5 Unterrichts- oder lehrerinduzierte Fehler S.4
3.6 Persönliche Faktoren S.5
3.7 Andere Möglichkeiten zur Kategorisierung S.5
4. Fehlerkorrektur S.6
4.1 Allgemeines zur Fehlerkorrektur S.6
4.2 Besonderheiten bei Aussprachekorrekturen S.8
5. Literaturverzeichnis S.9
I
1. Einleitung
Hiermit liegt die Verschriftlichung eines Referats vor, das ich am
21. Januar 2002 im Rahmen des Proseminars "Phonetik und
Phonologie für DaF" unter Leitung von Dr. phil. Michael Fritsche an der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg gehalten habe. Titel und Thema des Referats und dieser Ausarbeitung sind "Fehler und Fehlerkorrektur". Dazu werde ich zunächst darlegen, was man überhaupt als Fehler bezeichnet, werde im darauf folgenden Teil mögliche Fehlerursachen erläutern und im letzten Abschnitt auf das Problem der Fehlerkorrektur eingehen.
2. Was ist ein Fehler?
Bevor man sich mit dem Bereich der Fehlerkorektur auseinandersetzt, muß man sich erst einmal klar darüber werden, was überhaupt ein Fehler ist. Das scheint zunächst trivial, so ist ein Fehler doch immer als eine Abweichung von etwas oder als ein Verstoß gegen etwas zu begreifen. Wie mannigfaltig dieses "etwas" im Bereich des Fremdsprachenunterrichts jedoch definiert werden kann und wird, hat Karin Kleppin in ihrem Werk "Fehler u nd Fehlerkorrektur" aufeglistet:
"A ? Ein Fehler ist eine Abweichung vom Sprachsystem. [Darunter versteht sie ungefähr das, was de Saussure als Langue bezeichnet.] B ? Ein Fehler ist eine Abweichung von der geltenden linguistischen Norm. C ? Ein Fehler ist ein Verstoß dagegen, wie man innerhalb einer Sprachgemeinschaft spricht und handelt. [Als deskriptive Norm verstanden.] D ? Ein Fehler ist das, was ein Kommunikationspartner nicht versteht. E ? Ein Fehler ist das, was ein Muttersprachler nicht versteht. F ? Ein Fehler ist das, was gegen Regeln in Lehrwerken und Grammatiken verstößt. [Hier also im Gegensatz zu Punkt C gegen eine präskriptive Norm als Maßstab.] G ? Ein Fehler ist das, was ein Lehrer als Fehler bezeichnet. H ? Ein Fehler ist das, was ein Muttersprachler in einer bestimmten Situation nicht sagen oder tun würde. [Hierbei ist eine pragmatische Norm die Bezugsgröße.]
I ? Ein Fehler ist das, was gegen die Norm im Kopfe des Lehrers verstößt.
1
J ? Fehler sind relativ. Was bei einer Lerngruppe in einer bestimmten Unterrichtsphase als Fehler gilt, wird bei einer anderen in einer anderen Phase toleriert." 1
Man sieht, daß sich diese Definitionen teilweise überschneiden, verschiedene Blickwinkel aufzeigen. Die Fragen, die man sich dabei als Lehrer stellen muß, sind, warum man etwas als Fehler identifizieren will und welches eigentlich das Gesamtziel des Unterrichts ist. So ist beispielsweise ein Prüfstein wie unter Punkt
D dargelegt eher auf eine Lernergruppe anzuwenden, die
Deutsch lernt, weil sie die Sprache im Urlaub benutzen möchte, weniger geeignet jedoch für eine Gruppe von Studenten, die in Deutschland studieren möchte und somit vielleicht eher nach Punkt B bewertet werden müßte.
Verallgemeinernd lassen sich Korrektheit (Punkte A, B und C), Verständlichkeit (Punkte D und E), Situationsangemessenheit (Punkt H) sowie unterrichtsabhängige Kriterien (F, G und I) als Maßstäbe bei der Fehlerermittlung anführen. Punkt J hingegen scheint an den Kriterien Flexibilität und Lernerbezogenheit ausgerichtet zu sein. Kleppin stellt ihn als am unterrichtsnächsten dar, weil einerseits die jeweilige Fragestellung (ob es zum Beispiel eher auf den Inhalt oder auf die Form ankommt) und andererseits der Lernertyp (jemand, der viel sagt, macht vielleicht mehr Fehler als jemand, der sich kaum äußert) berücksichtigt werden.
Wichtig ist vor allem, daß ein Fehler überhaupt erstmal als ein solcher erkannt wird. Auch das erscheint auf den ersten Blick trivial, allerdings weist Kleppin auch auf sogenannte verdeckte Fehler hin. Das könne zum einen vorkommen, wenn eine Lerneräußerung zwar grammatisch, lexikalisch und situativ korrekt erscheint, jedoch nicht in der Äußerungsabsicht des Lerners liegt, oder aber wenn Schüler Sachverhalte aus Angst Fehler zu machen vermeiden, bei denen sie sich nicht sicher sind.
1 Kleppin, Karin: Fehler und Fehlerkorrektur. Fernstudieneinheit 19. Berlin/München: Langenscheidt 1998. S.19/20.
2
Arbeit zitieren:
M.A. Martin Renz, 2002, Fehler und Fehlerkorrektur, München, GRIN Verlag GmbH
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