PS 12129 (SS 2002 )
Kompetenzentwicklung in modernen Gesellschaften
Hermann Veith
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Personalentwicklung und ihre Bedeutung 3
2.1 Definition der Personalentwicklung 5
3. Projektorientierte Personalentwicklung 8
3.1 Profil von Mitarbeitern 9
3.3 Entwicklung von Führungskompetenz durch Projektarbeit 11
3.3.1 Personalentwicklung die pädagogische Führungsaufgabe 14
3.4 Teamarbeit als Motor betrieblicher Kompetenzentwicklung 17
3.41 Kompetenz und Beteiligung 18
4. Objekt und Aufgaben des strategischen Managements 19
4.1 Die Motivation von Mitarbeitern 21
4.3 Wissensmanagement und Kommunikation 24
5. Fazit 27
6. Literaturverzeichnis 28
7. Abbildungsverzeichnis 30
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Kompetenzentwicklung in modernen Gesellschaften
Hermann Veith
1. Einleitung
Zum Thema des Seminars Kompetenzentwicklung in modernen Gesellschaften habe ich mich im Rahmen der vorliegenden Hausarbeit intensiv mit der Personalentwicklung in Deutschland auseinandergesetzt, weil in diesem Bereich die unterschiedlichsten Facetten der Kompetenz vereint werden. So gelangen zum Beispiel das kompetente Selbst und seine Motivation sowie auch die Handlungskompetenz im Team zu außerordentlicher Bedeutung. In der Projektarbeit eines Unternehmens kann man die beiden angesprochenen Facetten kaum von einander trennen.
Steigende Komplexität und Dynamik des Betriebsgeschehens, ständige Veränderungen der Markt- und Wettbewerbsbedingungen sowie gesellschaftlicher, ökologischer und technischer Wandel stellen laufend größere Anforderungen an den Mitarbeiter, seine Mobilität, seine Bereitschaft und seine fachlichen Kompetenzen. In diesen Zeiten müssen die Angebote eines Unternehmens genau auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten werden. Immer komplexere Produkte führen die einzelnen Abteilungen an Ihre Grenzen, so dass sich heute kaum ein Unternehmen mehr leisten kann auf Projektarbeit zu verzichten. Zu einer gemeinsamen Bewältigung eines solchen Projektes werden ein Projektteam bestehend aus vielen „kompetenten Selbst“, sowie eine Projektleitung benötigt, die sich ausschließlich mit dem Management befasst. Unter einem Projektmanagement versteht man die „Gesamtheit von Organisations-, Führungsaufgaben, -techniken und -mittel für die Abwicklung eines Projektes“ (zitiert nach ALDERING, C., 1996, S.167). Es existieren zwar gewisse Rahmenbedingungen im Verlauf einer Projektarbeit, doch sind die einzelnen Mitarbeiter und Ihre Kompetenz letztendlich für das Gelingen, oder Scheitern eines Projektes verantwortlich.
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„Das tayloristische Prinzip der Arbeitszerlegung wird abgelöst von der Reintegration des ganzen Menschen in den Arbeitsprozess. Die Vielfalt und Breite der auszuübenden Tätigkeit geht über das traditionelle Berufsverständnis hinaus. Der Bedarf an nichtfachlichen Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Flexibilität und Einsatzbereitschaft steigt. Insgesamt sinkt die Nachfrage nach Hilfskräften, und der Bedarf an Fachkräften mit einem großen Qualifikationsrucksack.“ (HANSEN, H., 1998)
2. Personalentwicklung und ihre Bedeutung
Der Prozess der Personalentwicklung durchläuft unterschiedliche Phasen (Abb.1). Aufgaben und Strategien der Personalentwicklung (verdeutlicht in oben genannter Abbildung) beginnen mit der Analyse des so genannten Ist-Zustandes auf dessen Basis dann der Soll-Zustand mittels der Untersuchung organisationaler und tätigkeitsbezogener Merkmale ermittelt werden soll. In vielen Fällen existiert beim Direktvergleich beider Zustände eine Diskrepanz, die mit Maßnahmen der Personalentwicklung überbrückt werden kann.
Auf dem Wege zur Wettbewerbsfähigkeit und damit zur
Kundenorientierung kommt der Personalentwicklung hier eine zentrale Bedeutung zu. Dazu gehören die Beschreibungen der Lernziele und Inhalte, die Erstellung eines didaktischen Konzeptes sowie der Versuch, lernförderliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Auf diesem Wege will man versuchen von der Hilfskraft zur kompetenten Fachkraft zu gelangen.
Die Personalentwicklung aus der personalen Perspektive betrachtet hat die Veränderung der einzelnen Person hinsichtlich ihres sensumotorischen, kognitiven, affektiven oder motivationalen Vermögens zum Ziel. Die Schulung von Fähigkeiten, Fertigkeiten, Wissen und Kenntnissen führt zu einer Erhöhung der Qualifikation des Einzelnen und wird meist in Form von klassischem Frontalunterricht vermittelt.
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Persönlichkeitsdimensionen, die jedoch die sozialen Kompetenz bezeichnen wie Bedürfnisse, Motive und Interessen auf der einen und Haltungen, Werte und Einstellungen auf der anderen Seite bedürfen jedoch eines Trainings, was individuell auf den Mitarbeiter zugeschnitten werden muss.
Bedenklich erscheint, wie zum Beispiel bei Neuberger zu lesen, wenn dem Mitarbeiter suggeriert wird, dass nicht extreme Missstände zu Frustration und Belastungen führen, sondern nur die eigenen Unfähigkeit mit Herausforderungen konstruktiv umgehen zu können (NEUBERGER, H., 1991, S.26). Die Bedeutung von Motivation der Mitarbeiter in einem Unternehmen, soll jedoch zu einem späteren Zeitpunkt (siehe 4.2) genauer behandelt werden.
In einer dynamischen Umwelt gehen die immer schnelleren Veränderungen der beruflichen Anforderungen nicht zuletzt auf die Einführung neuer Technologien zurück (Besonders zum Beispiel in der IT -Branche). Auch die Selbstständigkeit sowie der Handlungsspielraum am Arbeitsplatz nehmen proportional zu. Um den sich ständig verändernden beruflichen Anforderungen gerecht zu werden, nimmt die Bedeutung der Personalentwicklung zu (HOLLING, H. & LIEPMANN, D., 1995, S.285).
Zum einen besteht die Notwendigkeit der Personalentwicklung darin, die Mitarbeiter für die künftigen Anforderungen zu qualifizieren. Zum anderen besteht die Möglichkeit der Personalentwicklung darin Projektarbeit zu betreiben und somit die Chance, dass ein neues und verändertes Aufgabenfeld zu einer Entwicklung des Personals führt.
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Abbildung 1: Phasenmodell der Aufgaben und Strategien der Personalentwicklung (in Anlehnung an SONNTAG, 1999, S.21)
2.1 Definition der Personalentwicklung
Für den Begriff Personalentwicklung existiert eine Menge an Definitionen und auch in der Literatur findet man keine einheitliche Sichtweise zu diesem Thema. Meist findet sich der gemeinsame Nenner darin, dass Personalentwicklung auf Qualifikationserwerb bzw. -verbesserung der Mitarbeiter durch Weiterbildung bezogen wird. Zusätzlich findet man fast überall in den Quellen eine Betonung auf dem systematischen, gezielten Gestaltungsprozess sowie eine Betonung der Verantwortung durch die Personalabteilung oder das Management. Es geht also zusammengefasst bei der Personalentwicklung um die Vermittlung von Kompetenzen durch gezielte Weiterbildungsmaßnahmen, in denen spezifische Kenntnisse bis hin zur Qualifizierung erlangt werden sollen.
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Zunächst möchte ich zwei Positionen aufzeigen, die sich in der Literatur finden lassen und meiner Meinung nach den Begriff der Personalentwicklung ausreichend definieren.
Bei Conradi lassen sich folgende Begriffsbestimmungen finden: „… wollen wir im weiteren PE als Summe von Maßnahmen auffassen, die systematisch, positions- und laufbahnorientiert eine Verbesserung der Qualifikationen der Mitarbeiter zum Gegenstand haben, mit der Zwecksetzung, die Zielverwirklichung der Mitarbeiter und des Unternehmens zu fördern.“ (CONRADI, W., 1983, S.3) Mentzel hingegen betrachtet die Herausforderung viel eher darin, die vorhandene Fähigkeiten und Neigungen der Mitarbeiter zu erkennen, zu entwickeln und mit den Anforderungen am Arbeitsplatz in Übereinstimmung zu bringen. „Personalentwicklung kann definiert werden als Inbegriff aller Maßnahmen, die der individuellen beruflichen Entwicklung der Mitarbeiter dienen und Ihnen unter Beachtung ihrer persönlichen Interessen die zur optimalen Wahrnehmung ihrer jetzigen und künftigen Aufgaben erforderlichen Qualifikationen vermitteln.“ (MENTZEL, W., 1989, S.15)
Aus den hier dargelegten beiden Definitionen, lassen sich einige Teilfunktionen der Personalentwicklung ableiten:
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Auch die Berufsausbildung will, ähnlich wie Personalentwicklung, zukunftsorientierte Qualifikationen schaffen. Sie macht jedoch nur einen kleinen Teil der Personalentwicklung aus und ist dort mit der Sicherung von Grundqualifikationen und Fertigkeiten betraut. In Zeiten des lebenslangen Lernens liegt der Schwerpunkt jedoch zunehmend im Weiterbildungsbereich.
3. Projektorientierte Personalentwicklung
Die Bedeutung der Projektarbeit für die Personalentwicklung ist unumstritten. Wenn auch die Personalentwicklung nicht die primäre Aufgabe eines Projektes ist, so findet sie dennoch am Rande statt. Der Projektarbeit kann hier als Mittel der Personalentwicklung eine besondere Bedeutung zugeschrieben werden. Dies zeichnet sich dadurch aus, dass sich Mitarbeiter bei dem gemeinsamen Erarbeiten von Projekten immer mit neuen Herausforderungen konfrontiert sehen und sich der Tätigkeitsbereich oftmals von ihren bisherigen Aufgabenstellungen unterscheidet.
Noch bevor die Arbeit losgehen kann müssen die Beteiligten vorher ihre nicht-fachliche Kompetenz der Teamfähigkeit unter Beweis gestellt haben, weil bei den Projekten der Zeitaspekt eine nicht unbedeutende Rolle spielt und alle zusammen an einem Strang ziehen müssen.
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Arbeit zitieren:
Ines Lenz, 2002, Die Bedeutung der Kompetenz am Beispiel der Personalentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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