INHALTSVERZEICHNIS
1 Einleitung 1
2 Ferdinand de Saussure 2
2.1 Herkunft und Werdegang 2
2.2 Akademische Laufbahn 2
2.3 Bedeutung Saussures für die Linguistik 3
3 Cours de linguistique générale 4
3.1 Entstehungsgeschichte 4
3.2 Linguistische Strömungen und Einflüsse 4
3.3 Hauptgedanke/Leitfaden 5
3.4 Dichotomien 6
3.4.1 langue - parole 6
3.4.2 signifié - signifiant 7
3.4.3 Synchronie - Diachronie 9
3.4.4 syntagmatisch - paradigmatisch 10
3.5 Kritikpunkte 10
4 Schluss 12
Literaturverzeichnis
II
1. EINLEITUNG
Der Schweizer Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure, dessen Werke heute noch von großer Bedeutung für die Sprachwissenschaft sind, gilt als Begründer des Strukturalismus 1 . Sein posthumes Werk, Cours de linguistique générale, vielfach auch als sein Hauptwerk bezeichnet, soll hier genauer betrachtet werden und die Hauptgedanken sowohl herausgearbeitet als auch analysiert werden.
Der Text Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft 2 , der die Quelle der Arbeit darstellt, wurde mehrmals gründlich durchgelesen und die einschlägige Sekundärliteratur zu diesem Thema ausgewertet. Dabei stellten sich die Werke von Brigitte Bartschat 3 und Heidrun Pelz 4 als am informativsten heraus, da sie sich eingehend mit der Thematik des Cours beschäftigen. Besonders für Einzelaspekte wie den Werdegang De Saussures oder die Dichotomie 5 «signifié signifiant» wurde das Werk von Thomas M. Scheerer 6 herangezogen. Zur Verdeutlichung der Kritik an den aufgestellten Thesen dienten vor allem die Werke von Brigitte Bartschat und Peter Wunderli 7 .
Alles in allem wurde versucht, die saussureschen Thesen aufzuzeigen, sie verständlich zu machen und auf ihre Gültigkeit für die heutige Sprachwissenschaft zu überprüfen.
Zuerst werden Herkunft und Werdegang des Philosophen dargelegt sowie seine akademische Laufbahn, um sich mit dem Menschen Ferdinand de Saussure vertraut machen zu können. Im Anschluss daran erfolgt eine nähere Betrachtung der Auswirkung seiner Ideen auf die moderne Linguistik. Im zweiten Teil der Ausarbeitung kommen die Hauptgedanken des Cours zur Sprache. Beginnend mit der Entstehungsgeschichte des Werkes und den zeitgeschichtlichen Strömungen der Linguistik, die sicherlich Einfluss nahmen auf das Denken De Saussures, wird später auf die Hauptaussagen, die Dichotomien, verstärkt eingegangen.
Abschließend werden noch einige Kritikpunkte bezüglich der Ansichten und Thesen De Saussures erwähnt und auf den Prüfstand gestellt.
1 Strukturalismus: „eine in den 1960er-Jahren von Frankreich ausgehende wissenschaftliche Denkweise, die Tatbestände in erster Linie aus ihrer Einbettung in einen Gesamtzusammenhang zu erklären sucht. Strukturen werden hierbei als überzeitliche Größen verstanden, historischer Wandel erscheint als bloße Veränderung der Grundstrukturen. Strukturalistische Methoden wer den z. B. in Sprachwissenschaft und Völkerkunde (C. Lévi-Strauss) angewendet.“ (aus: Brockhaus)
2 aus: Hoffmann, Ludger (ed.), Sprachwissenschaft. Ein Reader, Berlin/New York, 1996, S. 32-50
3 Bartschat, Brigitte, Methoden der Sprachwissenschaft von Hermann Paul bis Noam Chomsky, Berlin, 1996
4 Pelz, Heidrun, Linguistik. Eine Einführung, Hamburg, 2000
5 Dichotomie: „zweigliedrige Bestimmung eines Begriffs durch einen ihm untergeordneten und dessen Verneinung (z. B. Seele: Bewusstes und Unbewusstes).“ (aus: Brockhaus) 6 Scheerer, Thomas M., Ferdinand de Saussure - Rezeption und Kritik, Darmstadt, 1980 7 Wunderli, Peter, Saussure-Studien, Tübingen, 1981
1
2. FERDINAND DE SAUSSURE
Ferdinand de Saussure gilt heute als Begründer des modernen Strukturalismus. Im Folgenden soll sein Werdegang sowohl als Mensch als auch als Sprachwissenschaftler näher untersucht werden.
2.1. Herkunft und Werdegang
Ferdinand de Saussure wurde 1857 in Genf geboren und wuchs in dem intellektuellen Milieu einer alten Genfer Gelehrten- und Künstlerfamilie auf. Schon sehr früh zeigte sich sein starkes Interesse für Sprachen und deren Erforschung, das durch einen Freund der Familie noch gefördert wurde. Er widmete sich aber nicht dem Verfassen, sondern mehr der Erforschung von Texten. Für ihn stellte die Sprache ein Instrument dar, mit dem Gedanken ausgedrückt werden und Dinge erklärt werden können. Die Sprache bedeutete für ihn eine Art Rätsel, das gelöst werden wollte. Es stellte sich ihm die Frage, woher Sprache kommt und wie sie genau funktioniert. Mit großer Bewunderung las De Saussure das Hauptwerk von Adolphe Pictet Die Indoeuropäischen Ursprünge. Bereits mit 14 Jahren versuchte er diese indoeuropäische Ursprache zu ergründen. Neben seiner Muttersprache Französisch lernte De Saussure während der Schulzeit Deutsch, Englisch, Latein und Griechisch. Im Selbststudium eignete er sich Sanskrit an.
2.2. Akademische Laufbahn
Trotz seiner Neigung zur Sprachwissenschaft begann Ferdinand de Saussure auf Wunsch seiner Familie 1875 in Genf das Studium der Physik und Chemie. Doch bereits 1876 folgte er Freunden nach Leipzig, um dort an der Philosophischen Fakultät Sprachwissenschaft zu studieren. Angeregt durch die Leipziger Schule der so genannten Junggrammatiker stellte sich De Saussure bereits als Student die Frage, ob Sprache nichts weiter sei als die Gesamtheit aller Sätze, die von einer bestimmten Gruppe von Menschen zufällig hervorgebracht werden. Zu diesem Zeitpunkt waren die Grundideen der Junggrammatiker bereits entwickelt und fast auf ihrem ersten Höhepunkt.
De Saussures Ausbildung in Leipzig gestaltete sich sehr umfangreich und er hörte Vorlesungen bei Georg Curtius, lernte Altpersisch, Sanskrit, Altirisch, Slawisch, Litauisch und die Geschichte der deutschen Sprache. Bereits als Student mit 21 Jahren veröffentlichte er 1878 seine erste wissenschaftliche Arbeit über das Indoeuropäische Vokalsystem (Mémoire sur le système primitif des voyelles dans les langues indo-européennes). Ende 1879 promovierte er in Berlin mit einer Arbeit über den absoluten Genitiv im Sanskrit. Das gleiche Jahr stellte auch den
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Arbeit zitieren:
Alexa Wissel, 2003, Zu: Ferdinand de Saussure - "Cours de linguistique générale", München, GRIN Verlag GmbH
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