INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 3
2. ALLGEMEINES 4
3. GESCHICHTE 4
3.1. VOR DER ENTDECKUNG 4
3.1.1. Die Arawak 5
3.2. ENTDECKUNG 5
3.3. BESIEDLUNG 6
3.4. SKLAVEREI 6
3.4.1. Klimatheorie 7
3.4.2. Herkunft der Sklaven 7
3.4.3. Le Code Noir. 7
3.4.4. Metissage 8
3.4.5. Exkurs Aimé Césaire 8
3.4.6. Abschaffung der Sklaverei 9
3.5. NEUE ZUWANDERUNG 9
4. DAS KREOLISCHE 10
4.1. NAME 10
4.2. ENTSTEHUNG 10
4.2. BESONDERHEIT 11
5. SCHLUSS 12
6. LITERATURVERZEICHNIS 13
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1. Einleitung
Diese Arbeit soll einen kurzen Überblick über Martiniques Geschichte, sowie die damit in Zusammenhang stehende sprachliche Entwicklung der Insel aufzeigen. In der Vergangenheit spielten sich auf der Insel sehr viele grausame Dinge ab, angefangen mit der vor 1300 Jahren stattfindenden Ausrottung der Ureinwohner durch die kannibalischen und kriegerischen Kariben, welche wiederum von europäischen Kolonisten aufgrund ihrer mangelhaften Eignung für Sklavenarbeit durch den Import von afrikanischen Sklaven verdrängt wurden. Jene mussten unter schlimmsten und menschenunwürdigsten Bedingungen auf den Monokulturen der Zuckerrohrplantagen der Kolonisten arbeiten und wussten, dass ihr Leben hier nicht mehr wert war, als jenes von Tieren oder Gütern, und viel weniger als das „weiße Gold“ wofür die Siedler zu allem bereit waren, ja sogar ihre Menschlichkeit ablegten. Die für jene Untaten verantwortliche französische Krone, welche bis Mitte des 18. Jahrhunderts seine größte Ausdehnung in der Neuen Welt erreicht hatte, interessierte sich weniger für seine weiträumigen Besitzungen in Kanada und Louisiana, auf welche es durch den Friedensvertrag von Paris 1763, der den siebenjährigen Krieg mit England um die Vormachtstellung in der Karibik beendete, verzichten musste, um Guadeloupe und Martinique und das damit einhergehende Zuckermonopol zu behalten.
Durch das Zusammentreffen verschiedener Kulturen durch Sklaverei und spätere Einwanderungswellen aus Indien und China entwickelte sich auf Martinique ein einzigartiges linguistisches Phänomen, welches sich in ähnlicher Form nur auf wenigen Plätzen der Welt wiederfindet: das Kreolische.
Bis vor wenigen Jahren war dieses Idiom negativ konnotiert, doch mit der offiziellen Anerkennung der französischen Regierung als französische Regionalsprache, erlangte die Sprache ein nie dagewesenes Ansehen und die Sprecher ein neues Selbstbewusstsein. Diese relativ junge Sprache ist für viele Linguisten von großem Interesse und deren Erforschung eine Herausforderung.
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2. Allgemeines
Martinique ist eine karibische Insel von 1.080 km² Ausdehnung und liegt auf den Kleinen Antillen. Es herrscht tropisches Klima und die Insel liegt, wie auch Guadeloupe, in der heißesten und zugleich feuchtesten Zone der Antillen, in welcher die Temperatur nur sehr leicht, von mindestens 24°C auf höchstens 28°C schwankt. Wirbelstürme sind keine Ausnahme, auch wenn es sie nur selten gibt. Vulkanismus findet man sowohl in Guadeloupe als auch in Martinique. Während jener auf ersterer Insel, „la Soufrière“ zwar aktiv, jedoch niemals ausgebrochen ist, wurde der Vulkan „la Montagne Pelée“ oder „Montagne de Feu“, wie er von den Kariben genannt wurde, durch verheerende Katastrophen bekannt. Daneben findet man auf Martinique eine sehr differenzierte Vegetation mit einer paradiesischen Flora. 1 Von den Ureinwohnern wurde Martinique deswegen Madinina, Blumeninsel, genannt 2 und wird es auch heute noch von den rund 400 000 Einwohnern 3 . Martinique gehört mit St. Lucia, Barbados, St. Vincent, Grenada, Trinidad und Tobago zu den Inseln über den Winden und ist seit 1946 ein französisches Überseedepartement, damit auch Mitglied der Europäischen Union. Fort-de-France hat St. Pierre nach dem verheerenden Vulkanausbruch von 1902 als Hauptstadt abgelöst. Neben der französischen Amtssprache wird Kreolisch gesprochen.
3. Geschichte
3.1. Vor der Entdeckung
Martinique war, so wie die anderen Inseln der Kleinen Antillen, bereits vor der Entdeckung durch Kolumbus bevölkert. Die Antillen waren von den Stämmen der Arawak bzw. Tainos besiedelt. Jenes Volk wurde aber lange vor der Entdeckung (ca. 700 n.Chr.) von den aus dem Amazonasgebiet stammenden kriegerischen Kariben dominiert bzw. unter anderem durch rituellen Kannibalismus beinahe entvölkert. Denn bis auf wenige Frauen der Arawak, die die Kariben zu ihren persönlichen Zwecken verwendet hatten, blieb so gut wie niemand von ihnen verschont, sodass zur Zeit der Entdeckung auf den gesamten Kleinen Antillen nur noch einige Hundert bzw. wenige Tausend Menschen lebten. Die ersten Siedler stellten fest, dass es dort
1 vgl. Revert, Eugène: Les Antilles. Collection Armand Colin. Paris. 1954. S .156-165
2 vgl. Reutner, Ursula : Sprache und Identität einer postkolonialen Gesellschaft im Zeitalter der Globalisierung. Eine Studie zu den französischen Antillen Guadeloupe und Martinique. In: Kreolische Bibliothek. Band 20. Annegret Bollée (Hrsg.). Helmut Buske Verlag. Hamburg. 2005. S. 1 3 http://www.insee.fr (eingesehen am 17.09.09)
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Arbeit zitieren:
Antje Schrammel, 2009, Martinique - Geschichte und Sprache, München, GRIN Verlag GmbH
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