Bachelorarbeit, David Ezin und Daniel Wehmeyer
Akademie Mens en
Maatschappij
Inhalt
1. EINFÜHRUNG 1
1.1. Anlass der Bachelorarbeit 1
1.2. Aufbau der Arbeit 2
1.3. Problembeschreibung zur Untersuchung 2
1.4. Forschungsfragen 6
1.4.1. Operationalisierung der Begrifflichkeiten 7
1.5. Ziele der Forschung 9
1.6. Zusammenfassung 10
2. HINTERGRÜNDE 11
2.1. Sozialpsychiatrische Hilfen in der Stadt Lingen 11
2.1.1. Strukturelle Organe 11
2.1.2. Hilfesysteme 12
3. THEORETISCHE GRUNDLAGEN 14
3.1. Identität 14
3.2. Entwicklungsaufgaben im Jugendalter 14
3.3. Funktionen der Jugendkultur 15
3.3.1. Jugendkultur und Entwicklungsaufgaben im Zusammenhang 16
3.3.2. Abgrenzung 17
3.3.3. Ausdruck 17
3.3.4. Lebenswelten 18
3.3.5. Intelligenz und Kreativität 19
3.4. Psychische Störungen in der Adoleszenz 20
3.4.1. Lernbehinderung 20
3.4.2. Störungen mit unkontrolliertem Verhalten 20
3.4.3. Störungen mit überkontrolliertem Verhalten. 21
3.4.4. Essstörung 21
3.4.5. Neue Störungen 22
3.5. Zusammenfassung 23
Bachelorarbeit, David Ezin und Daniel Wehmeyer
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4. FORSCHUNGSMETHODIK 24
4.1. Forschungsstrategie und Design 24
4.2. Forschungsverfahren 25
4.2.1. Erhebungsverfahren 25
4.2.2. Aufbereitungs- und Auswertungsverfahren 26
4.3. Beschreibung der Stichprobe 27
4.4. Zusammenfassung 29
5. ERGEBNISSE DER AUSWERTUNG 30
5.1. Auswertung der Interviewprotokolle 30
5.2. Beantwortung der Forschungsfragen 33
5.3. Zusammenfassung 36
6. SCHLUSSFOLGERUNGEN 37
6.1. Empfehlungen 37
6.3. Gütekriterien qualitativer Forschung 39
6.3.1. Validität 39
6.3.2. Objektivität 40
6.3.3. Repräsentativität 40
6.4. Reflexion der Untersuchung 40
7. FAZIT 42
LITERATURVERZEICHNIS 44
8. ANLAGEN 47
A. Interviewleitfaden 47
B. Protokolle der Interviews 49
1. EINFÜHRUNG
Innerhalb unserer Untersuchung „Jugendkulturarbeit in der Sozialpsychiatrie - Im Karussell der Identitätsangebote“ werden wir Zusammenhänge zwischen dem Anstieg psychischer Erkrankungen junger Menschen und der sich in unserer Gesellschaft schwierig gestaltenden Erfüllung von Entwicklungsaufgaben als Ausgangspunkt nehmen. Dieses Kapitel erfüllt die Funktion, zunächst den Anlass, die Struktur sowie die Problembeschreibung der Bachelorarbeit zu beschreiben.
1.1. Anlass der Bachelorarbeit
Im Rahmen dieser Bachelor Arbeit beschäftigen wir uns mit Jugendkulturangeboten als mögliche Antwort auf Identitätsfragen für psychisch erkrankte junge Menschen. Der genaue Altersabschnitt stellt hier die späte Adoleszenzphase dar.
Unsere Untersuchung ist in der Stadt Lingen durchgeführt worden. Hier ist ein breites Angebot an Sozialpsychiatrischen Hilfen angesiedelt.
Die Stadt Lingen umfasst 51.625 Einwohner, davon sind 25.506 männlich und 26.119 weiblich. Lingen liegt im Landkreis Emsland. Der Landkreis Emsland stellt auch die strukturellen Organe wie den Sozialpsychiatrischen Dienst. Wobei hervorzuheben ist, dass die Stadt ein eigenständiges Jugendamt hat. Die restlichen Städte im Emsland werden über den Fachbereich Jugend des Landkreises Emsland gesteuert. In unserer Erhebung haben wir 7 relevante Hilfeeinrichtungen befragt.
Der Anlass unserer Forschungsarbeit war die Praxiserfahrung innerhalb der sozialpsychiatrisch ausgerichteten Einrichtungen. Weiterhin haben wir im Verlauf des Studiums ein Projekt initiiert, welches sich vornehmlich mit den verschiedenen Jugendkulturen beschäftigt (http://www.passtheword.de). Zielgruppe dieses Projektes sind psychisch Erkrankte junge Menschen und wir konnten im Verlauf eines Jahres bereits erste Erfahrungen innerhalb des Projektes sammeln.
Weitere Anlässe der Untersuchung waren der Anstieg psychischer Störungen bei Jugendlichen und die damit verbundene Frage nach adäquaten Hilfeleistungen. Wir haben in unserer täglichen Arbeit den Eindruck gewonnen, dass Angebote mit jugendkulturellem Hintergrund im Raum Lingen bei den lokalen Hilfesystemen kaum angeboten werden. Ähnlich gestaltete es sich bei den strukturellen Organen, wie dem sozialpsychiatrischen Dienst. Durch erste Recherchen konnten wir unsere Annahmen verfestigen. Innerhalb dieser Untersuchung werden wir nun die Gegebenheiten erschließen, die dazu beitragen, dass in der Stadt Lingen keine organisierte Jugendkulturarbeit für psychisch erkrankte junge Menschen vorhanden ist. Weiterhin werden wir im Verlauf der
1
Hauptfrage:
„Welche Gegebenheiten tragen dazu bei, dass es in der Stadt Lingen, des Landkreis Emsland, keine organisierte Jugendkulturarbeit für psychisch erkrankte Menschen in der späten Adoleszenzphase gibt?“
1.2. Aufbau der Arbeit
Unsere Forschungsarbeit ist nach der technischen Anleitung „Wie schreibe ich eine Seminar-und Bachelorarbeit“ der Saxion Hogeschool angelegt. Gegliedert ist die Arbeit in Kapitel, Paragraphen und Subparagraphen.
Innerhalb dieses Kapitels „EINFÜHRUNG“ wird im Zentralen auf den Anlass der Untersuchung eingegangen. Dementsprechend wird im folgenden Paragraphen „Problembeschreibung und Anlass der Forschung“ der Ausgangspunkt für die Forschung beschrieben.
Das Kapitel „HINTERGRÜNDE“ wird die Strukturen der sozialpsychiatrischen Hilfen in der Stadt Lingen aufführen und mit einer kurzen Beschreibung versehen, um dem Leser einen Überblick zu verschaffen und um bei der Auswertung des gesammelten Materials auf konzeptuelle spezifische Eigenschaften der einzelnen Hilfesysteme Bezug nehmen zu können.
Im Kapitel „THEORETISCHE GRUNDLAGEN“ ist die relevante Literatur mit Bezug auf das Forschungsthema verarbeitet. Zudem werden hier Zusammenhänge erschlossen. Die „FORSCHUNGSMETHODIK“ legt das genaue Vorgehen aus forschungstechnischer Sicht dar. Unter anderem ist hier unser „Forschungsmix“ begründet umschrieben. Das Kapitel „ERGEBNISSE DER AUSWERTUNG“ gibt die Analyseergebnisse aus dem gesammelten Material wieder. Hier werden wir anhand der neuen Erkenntnisse Empfehlungen für weitere Vorgehensweisen aussprechen, bevor wir in der „SCHLUSSFOLGERUNG“ unser persönliches Fazit aufführen. Weitere Inhalte können dem Inhaltsverzeichnis entnommen werden.
1.3. Problembeschreibung zur Untersuchung
„Hab alles verloren und weiß nicht wohin in den kommenden Jahren. Ob Zweifel ob Zorn, es macht keinen Sinn, die Freunde, die keine waren. Und draußen, da wehen die Fähnchen im Wind, doch andere werden sie hissen. Ich sitze im Zug
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für die von uns gewählte Zielgruppe in Hinsicht auf unser Forschungsvorhaben vermitteln.
Eine starke Tendenz in unserer Gesellschaft ist die Zunahme der psychischen Erkrankungen im Allgemeinen. Innerhalb unserer Forschungsarbeit setzen wir uns speziell mit psychisch Erkrankten jungen Erwachsenen auseinander. Besonders diese Gruppe der Jugendlichen, welche an der Schwelle zum Erwachsensein stehen verzeichnen einen starken Anstieg psychischer Erkrankungen.
Wie bereits in der Einleitung angeführt, gibt es zahlreiche Quellen, die diese Entwicklung beschreiben.
Eine US Studie aus dem Jahr 2010 zeigt eine fünfmal höhere Anzahl psychischer Erkrankungen bei jungen Menschen als in den dreißiger Jahren auf (Twenge, J. 2010). Als ein Grund wird der Wandel der gesellschaftlichen Werte gesehen. Wohlstand, geprägte Schönheitsideale und Statussymbole würden eine größere Rolle spielen als noch vor 70 Jahren.
In der öffentlichen Diskussion um psychische Erkrankungen als einer der häufigsten Diagnosen bei Arbeitsunfähigkeit in NRW konnte nach einer Auswertung des BKK Landesverbandes NRW festgestellt werden, dass die Zahl der Arbeitsausfälle aufgrund von psychischen Erkrankungen sich in den letzten 20 Jahren vervierfacht hat (George, W. 2010). Als eine der möglichen Begründungen werden hier die neuen wissenschaftlichen, medizinischen Erkenntnisse aufgeführt, welche wiederum zur besseren Diagnostizierbarkeit führten.
Malte Mienert (2008) nimmt in seinem Buch „Total Diffus“ gesellschaftliche Entwicklungen und Prozesse, wie den ständigen Wandel von Bedingungen in unserer Gesellschaft auf. Hier wird näher Bezug auf die Jugendjahre genommen. Die Entwicklungsdiffusion ist als ein natürlicher Prozess, ein Zwischenstatus in der Entwicklung Heranwachsender zu beschreiben. Besonders in der Adoleszenzphase setzen Jugendliche sich mit ihrer Identität auseinander und geraten in eine Explorationsphase, welche alle Lebensbereiche durchzieht. Durch gesellschaftliche Entwicklungen wie oben beschrieben, kann es jedoch zu einer Überforderung kommen, wenn zu viele Identitätsalternativen gegeben sind und gleichzeitig der Druck vorliegt, sich für eine dieser Möglichkeiten festzulegen. „Die Pluralität von Lebensentwürfen heute erschwert die Identitätssuche, anstatt sie zu erleichtern, und führt zur Diffusität.“ (Mienert, M. 2008, S.101)
Innerhalb unserer Bachelorarbeit möchten wir besonderes Augenmerk auf diesen Ansatz legen. Flammer (1993) stellt die Behauptung auf, dass die Erfüllung der jeweiligen Entwicklungsaufgaben als Eintrittskarte für das Erwachsenenalter gilt. Mienert (2008) zweifelt an dieser Behauptung und zeigt über folgende Metapher auf, wie schwierig sich die Identitätsausbildung als eine der Entwicklungsaufgaben in unserer Gesellschaft darstellt:
„Zwar ist die Vorstellung da stünde jemand an der Tür eines großen Lichtspieltheaters und würde uns einfach durchwinken, sehr verlockend. Aber bei den Jugendlichen fangen die
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müssen sich aber für einen auf den Plakaten an der großen Wand entscheiden“ (Mienert 2008, S. 46).
Die Metapher bezieht sich zum einen auf das überproportionale Angebot an Identitätsangeboten und beschreibt gleichzeitig den Druck, dem Jugendliche in dieser Phase ausgesetzt sind. Der zukunftsorientierte Blick von Eltern und das unerreichbare Idealbild vom Schüler aus der Sicht des Lehrers nehmen hier beispielsweise direkten Einfluss auf den Druck dem die jungen Menschen ausgesetzt sind.
"Klinisch gesehen manifestiert sich die Identitätsdiffusion in geringer Integration des Selbstkonzepts und des Konzepts von bedeutsamen anderen Menschen. Sie reflektiert sich in der subjektiven Erfahrung chronischer Leere, in widersprüchlichen Selbstwahrnehmungen, in widersprüchlichem Verhalten, das nicht in emotional bedeutungsvoller Weise integriert werden kann, und in oberflächlichen, flachen, beschränkten Wahrnehmungen von anderen" (Kernberg, 1988, S. 27).
Resch (1999) beschreibt in seinem Lehrbuch zur Entwicklungspsychopathologie die an Erikson (1965) angelehnten Risikofaktoren in der Entwicklung. Innerhalb der Altersspanne 12 - 18 Jahre gilt als Ergebnis der Entwicklungsaufgaben „Ich weiß wer ich bin“ = Identität. Im Gegensatz dazu gilt als Extremposition verfehlter Entwicklungsergebnisse „Identitätsverlust“ = Ich verliere mein Selbst.
Dieser Zustand des Verlustes eines tragenden Identitätsgefühls ist das Wesen der Identitätsdiffusion.
Diffusion von diffundere „ausgießen, verstreuen, ausbreiten“ bedeutet nach Erdmann, M. (2010), dass das Identitätsgefühl zerfließt und ein Zustand der Orientierungslosigkeit entsteht.
Die Gefahren der Identitätsdiffusion umfassen den Verlust der Gesellschaftlichen Einbindung, die Schwierigkeit der biografischen Kontinuität, die Unfähigkeit, dauerhafte Beziehungen mit Mitmenschen einzugehen, das Fehlen von individueller gesellschaftlicher Verantwortungsübernahnme, die Förderung risikoreicher Verhaltensweisen und psychischer Probleme (Mienert, 2008).
Bezogen auf die Förderung psychischer Probleme gibt Erdmann (2010) an, dass Identitätsstörungen bis zur völligen Aufgabe der eigenen Identität Führen können. Ersatzweise entleihen die Betroffenen sich Identitäten durch unkritische Identifizierung mit Leitbildern und Idolen. Auch die Erschaffung gefaceter Identitäten, vor allem im Internet, stellt oft einen Ersatz für eine nie erreichte persönliche Identität dar. Eine Identitätsdiffusion kann somit Auslöser psychischer Beeinträchtigungen sein. Eine bereits diagnostizierte psychische Störung kann wiederum dazu führen, dass Entwicklungsaufgaben nicht erfüllt und somit eine Identitätsdiffusion einhergeht. Auf die möglichen psychischen Störungen in der Adoleszenzphase wird innerhalb des Kapitels 3. Näher eingegangen.
Für die weitere Darstellung des Problems möchten wir diese Erkenntnisse auf die Funktionen der Jugendkultur projizieren.
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Erwachsenen abweichende Verhalten von Jugendlichen, die sich zu einer bestimmten Kultur ausformt. Jugendliche entwickeln eigene Werte, Rituale, Kulturmuster und Lebensstile, die oft in despektierlicher und selbstbewusster Abgrenzung von der mittleren und älteren Generation ausgeprägt und gelebt werden. Jugendliche entwickeln im historischen Prozessverlauf von Generation zu Generation neue Stile und Muster. Demzufolge unterscheiden sich Jugendliche in unterschiedlichen Gesellschaften ganz beträchtlich. Aber auch in einer bestimmten Gesellschaft bilden sich in Abhängigkeit von sozialer Schicht, Bildung und Interessenlage unterschiedlicher Jugendliche, die sich teilweise wie unterschiedliche Stämme entweder feindselig oder gleichgültig gegenüberstehen. Nach Mönks, F. und Knoers, A. (1996) offenbart sich die Jugendkultur in der Gestaltung von eigenen Idealen und Vorsätzen, in einer Welt, in der man besser sein kann als die Erwachsenen.
Die Jugendkultur stellt ein Medium dar, in der eigene Lebensentwürfe gestaltet werden können. Weiterhin kann innerhalb der Jugendkulturen sanktionsfrei Verhalten ausprobiert werden. So finden Jugendliche in ihren Szenen /Peergroups der jeweiligen Kultur aber auch emotionalen Rückhalt und Anerkennung. Unserer Ansicht nach können Jugendkulturen einen unterstützenden Rahmen bei der Identitätsfindung aber auch beim Ablösungsprozess von den Eltern bieten. Weitere Angaben zu den Funktionen der Jugendkultur mit Bezug auf die Identitätsfindung finden sich innerhalb des Paragraphen 3.3.
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1.4. Forschungsfragen
Die Erfahrungen aus der Praxis und die theoretischen Hintergründe aus der Literaturrecherche brachten uns zu der in der Einleitung bereits vorgestellten Forschungsfrage mit den entsprechenden Unterfragen.
Hauptfrage:
„Welche Gegebenheiten tragen dazu bei, dass es in der Stadt Lingen, des Landkreis Emsland, keine organisierte Jugendkulturarbeit für psychisch erkrankte Menschen in der späten Adoleszenzphase gibt?“
Teilfragen:
¾ Besteht bei den Hilfesystemen und den strukturellen Organen ein Bewusstsein für die Problematik?
¾ Wie gehen die jungen psychisch erkrankten Erwachsenen mit dem Angebotsdefizit um? (Was sind die Folgen aus diesem Defizit?)
¾ Welche Angebote wünschen die psychisch erkrankten jungen Erwachsenen? (Wie müssen diese strukturiert und organisiert sein, damit sie angenommen werden?)
¾ Was muss/kann/sollte aus Sicht der Hilfesysteme getan werden, um jugendkulturelle Angebote im Bereich der Sozialpsychiatrie zu installieren?
6
Nachdem die Erklärung der relevanten Begriffe erfolgt ist, werden wir nun auf die Ziele unserer
Untersuchung eingehen.
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1.5. Ziele der Forschung
Ziel der Untersuchung ist es zunächst die gegebenen Forschungsfragen mit der von uns gewählten Forschungsmethode zu beantworten. Weiterhin werden wir nach der Auswertung des aufbereiteten Materials Empfehlungen für mögliche Handlungsweisen aussprechen. Wir verfolgen mit dieser Forschung das Ziel, die Gegebenheiten, bezogen auf das geschilderte Problem zu ergründen und möchten schon im Forschungsprozess charakteristisch für das von uns gewählte Forschungsdesign (Handlungsforschung) sensibilisieren. Aus den Erkenntnissen möchten wir Empfehlungen formen, die es den professionellen Hilfesystemen ermöglichen Angebote zu schaffen.
Zu unserer anfänglichen These, dass es keine organisierte Jugendkulturarbeit für psychisch erkrankte junge Menschen im Raum Emsland gibt, erfuhren wir durch gezielte Nachfrage beim sozialpsychiatrischen Dienst, dem FB Jugend und dem zuständigen Jugendamt haben wir Bestätigung. Diese erste Bestätigung unserer These und der Anstieg psychischer Erkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestaltete unser Vorhaben relevant und akzeptabel.
Spezifisch:
Messbar:
Akzeptabel:
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Realistisch:
Temporal gebunden:
1.6. Zusammenfassung
Unsere Untersuchung beschäftigt sich mit dem Anstieg psychischer Erkrankungen junger adoleszenter Menschen und der Frage nach adäquaten Angeboten. Hier spielten verschiedene Thesen, aus denen letztlich die Haupt- und Teilfragen gebildet wurden eine Rolle. Da sich junge Menschen in der Adoleszenzphase wie bereits beschrieben in einer Explorationsphase befinden und sich die Identitätsausbildung noch in einem prekären Zustand befindet, liegt im Falle einer psychischen Beeinträchtigung eine Doppelbelastung vor.
Der Anstieg psychischer Erkrankungen im Allgemeinen steht nach wie vor in der öffentlichen Diskussion. „Volkskrankheit Depression“ sei hier nur als Schlagwort aufgeführt. Unserer Auffassung nach, werden viele Faktoren zu dieser Entwicklung beitragen. Nicht zuletzt, wie schon in der Problembeschreibung dargelegt, die besseren Diagnosemöglichkeiten durch den wissenschaftlichen Fortschritt.
Ob nun die diffuse Gesellschaft und das „Karussell der Identitätsangebote“ die Hauptauslöser für diese Entwicklung gerade bei adoleszenten Menschen sind, werden wir innerhalb dieser Untersuchung nicht erheben. Jedoch können wir gestützt auf Literatur die These aufstellen, dass ein adoleszenter Mensch mit psychischer Beeinträchtigung umfassende Hilfe bei der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben benötigt.
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David Ezin, Daniel Wehmeyer, 2010, „Im Karussell der Identitätsangebote“ - Jugendkulturarbeit in der Sozialpsychiatrie, München, GRIN Verlag GmbH
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