INHALT
1. Einleitung
1.1 Texte 3
1.2 Fragestellung 6
2. Francesco Petrarca
2.1 Petrarkismus 7
2.2 Beschreibung der Form des Gedichtes 8
2.3 Analyse des Inhalts unter Berücksichtigung der Stilmittel 9
2.4 Aussage des Gedichtes im Hinblick auf das
Liebesverst ändnis von Petrarca. 11
3. Ulla Hahn
3.1 Populärste Lyrikerin der achtziger Jahre 13
3.2 Beschreibung der Form des Gedichtes 16
3.3 Analyse des Inhalts unter Berücksichtigung der Stilmittel 17
3.4 Liebesverständis von Ulla Hahn 19
4. Fazit: Vergleich der Gedichte 22
5. Literatur 23
2
1. Einleitung
1.1 Texte
Francesco Petrarca
CXXXII 1
S'amor non è, che dunque è quel ch'io sento?
Ma, s'egli è Amor, per Dio che cosa e quale? Se bona, onde l'effecto aspro mortale? Se ria, onde sí dolce ogni tormento?
S'a mia voglia ardo, onde 'l pianto e lamento?
S'a mal mio grado, il lamentar che vale? O viva morte, o dilectoso male, come puoi tanto in me, s'io nol consento?
Et s'io 'l consento, a gran torto mi doglio.
Fra sí contrari vénti in frale barca mi trovo in alto mar, senza governo,
sí lieve di saver, d'error sí carca,
ch' i' medesmo non so quel ch'io mi voglio; e tremo a mezza state, ardendo il verno.
1 aus: Francesco Petrarca Canzoniere (1987): Übersetzung von Karl Förster. Ausgewählt, eingeleitet und mit Anmerkungen versehen von Gerhard Regen. Mainz: Diederich’sche Verlagsbuchhandlung, S.128.
3
Übersetzung (Martin Opitz) 2 :
Francisci Petrarchae 3
1 Ist Liebe lauter nichts / wie daß sie mich entzündet ? Ist sie dann gleichwol was / wem ist jhr thun bewust ? Ist sie auch gut vnd recht / wie bringt sie böse Lust ? Ist sie nicht gut / wie daß man Frewd’ aus jhr empfindet ? 5 Lieb’ ich ohn allen Zwang / wie kan ich Schmertzen tragen ? Muß ich es thun / was hilfft`s / daß ich solch Trawren führ ? Heb` ich es vngern an / wer ists / wer dann befihlt es mir ? Thue ich es gern’ / vmb was hab` ich zu klagen ? Ich wancke / wie das Gras so von den kühlen Winden 10 Vmb Vesperzeit bald hin geneiget wird / bald her: Ich walle wie ein Schiff das durch das wilde Meer Von Wellen vmbgejagt nicht kan zu rande finden. Ich weis nicht was ich wil / ich wil nicht was ich weis / Im Sommer ist mir kalt / im Winter ist mir heiß.
2 aus: Meid, Volker (1982): Gedichte und Interpretationen. Renaissance und Barock. Band 1. Stuttgart: Reclam, S. 124.
3 Martin Opitz gab dem Gedicht den Titel „Francisci Petrarchae“, was übersetzt heißt „Ein Sonett Petrarcas“.
4
Ulla Hahn: Anständiges Sonett (1981) 4
1
Komm beiß dich fest ich halte nichts vom Nippen. Dreimal am Anfang küß mich wo’s gut tut. Miß mich von Mund zu Mund. Mal angesichts 4
2 der Augen mir Ringe um und laß mich springen unter der Hand in deine. Zeig mir wie’s drunter geht und drüber. Ich schreie ich bin stumm. 8
3
Bleib bei mir. Warte. Ich komme wieder zu mir zu dir dann auch 11 »ganz wie im Kehrreim schöner alter Lieder«.
4
Verreib die Sonnenkringel auf dem Bauch mir ein und allemal. Die Lider 14 halt mir offen. Die Lippen auch.
4 aus: Hahn, Ulla (1993): Liebesgedichte. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt.
5
Arbeit zitieren:
Sarah Wielenberg, Jessica Frerking, 2003, Liebeslyrik aus unterschiedlichen Jahrhunderten - Vergleich zweier Gedichte von Francesco Petrarca und Ulla Hahn im Hinblick auf ihr Liebesverständnis, München, GRIN Verlag GmbH
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