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Hauptseminararbeit, 2003, 18 Seiten
Autor: Stefan Möller
Fach: Theaterwissenschaft
Details
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Institut für Theaterwissenschaft)
Tags: Intermedia, Intermedialität, Konzepte, Theorien, Umsetzung, Hauptseminar, Grenzüberschreitungen, Neue, Verbindungen, Künsten, Wissenschaften, Medien
Jahr: 2003
Seiten: 18
Note: gut
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-22851-0
ISBN (Buch): 978-3-638-84220-4
Dateigröße: 206 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Ziel dieser Arbeit kann es nicht sein, eine allgemein gültige Definition dessen, was Intermedia ist, abzuliefern. Die Überlegungen sind so vielfältig und unterschiedlich, dass eine abschließende Definition unmöglich ist. Gerade in jüngerer Zeit wird der Begriff Intermedialität nahezu inflationär gebraucht. Vielmehr soll versucht werden, einen Überblick über die aktuelle wissenschaftliche Diskussion zu geben und einen ‚Zwischenstand’ der begrifflichen Eingrenzungen zu vermitteln. Erschwert wird dies auch dadurch, dass in den unterschiedlichen Ansätzen von unterschiedlichen ‚Medienbegriffen’ ausgegangen wird. Die theoretischen Überlegungen werden zum großen Teil im Bereich der Medienwissenschaft und der Literaturwissenschaft geführt, in der Kunstgeschichte und in der Theaterwissenschaft werden die genannten Begriffe eher allgemeiner verwendet. Bei der Betrachtung der intermedialen Aktionsformen geht es mir nicht darum, die einzelnen Kunstformen zu untersuchen, sondern den Entwicklungsweg und die Herkunft dieser künstlerischen Ausdrucksformen im 20. Jahrhundert zu skizzieren. Im abschließenden Kapitel soll ein Ausblick auf eine neue Kunstform, die Biokunst oder Transgene/Genetische Kunst gegeben werden, in der die Verschmelzung von naturwissenschaftlichen Praktiken und künstlerischem Schaffen (also zwischen dem Medium Wissenschaft und dem Medium Kunst) unabdingbar ist
Textauszug (computergeneriert)
Seminararbeit: Intermedia / Intermedialität:
Konzepte, Theorien und Umsetzung
Eingereicht durch Stefan Möller
0 Einleitung 3
1 Intermedia / Intermedium / Intermedialität: Zur Begriffsgeschichte und medientheoretischen und poetologischen Begriffsbestimmung 3
2 Formen von Intermedialität 6
2.1 Synthetische (oder fusionelle) Intermedialität 6
2.2 Formale (oder Trans-mediale) Intermedialität 7
2.3 Transformatorische (repräsentierende) Intermedialität 8
2.4 Ontologische Intermedialität 8
3 Intermediale Aktionsformen 10
4 Die Verbindung von Wissenschaft und Kunst im 21. Jahrhundert: ein Ausblick 13
5 Bibliographie 16
0 Einleitung
Ziel dieser Arbeit kann es nicht sein, eine allgemein gültige Definition dessen, was Intermedia ist, abzuliefern. Die Überlegungen sind so vielfältig und unterschiedlich, dass eine abschließende Definition unmöglich ist. Gerade in jüngerer Zeit wird der Begriff Intermedialität nahezu inflationär gebraucht.1 Vielmehr soll versucht werden, einen Überblick über die aktuelle wissenschaftliche Diskussion zu geben und einen ‚Zwischenstand’ der begrifflichen Eingrenzungen zu vermitteln. Erschwert wird dies auch dadurch, dass in den unterschiedlichen Ansätzen von unterschiedlichen ‚Medienbegriffen’ ausgegangen wird. Die theoretischen Überlegungen werden zum großen Teil im Bereich der Medienwissenschaft und der Literaturwissenschaft geführt2, in der Kunstgeschichte und in der Theaterwissenschaft werden die genannten Begriffe, meines Wissens nach, eher allgemeiner verwendet.3 Bei der Betrachtung der intermedialen Aktionsformen geht es mir nicht darum, die einzelnen Kunstformen zu untersuchen, sondern den Entwicklungsweg und die Herkunft dieser künstlerischen Ausdrucksformen im 20. Jahrhundert zu skizzieren. Im abschließenden Kapitel soll ein Ausblick auf eine neue Kunstform, die Biokunst oder Transgene/Genetische Kunst gegeben werden, in der die Verschmelzung von naturwissenschaftlichen Praktiken und künstlerischem Schaffen (also zwischen dem Medium Wissenschaft und dem Medium Kunst) unabdingbar ist.4
1 Intermedia / Intermedium / Intermedialität: Zur Begriffsgeschichte und medientheoretischen und poetologischen Begriffsbestimmung
Der Begriff „intermedium“ taucht erstmals 1812 bei Coleridge auf.5 Intermedium beschreibt in diesem Fall spezifische Eigenschaften und Funktionen der Allegorie: „Narrative allegory is distinguished from mythology as reality from symbol; it is, in short, the proper intermedium between person and personification. Where it is too strongly individualized, it ceases to be allegory [...].“6 Diese Deutung von intermedium kann als terminologischer Ursprung des heutigen Begriffs gelten, nicht aber als Ursprung der heutigen Verständnisses von Intermedia. Coleridge beschreibt ein literarisches Verfahren, das ein literarisches Zwischenspiel zwischen dem Allgemeinen und dem Besonderen ermöglicht.
Im medientheoretischen Kontext legt der Begriff ‚Intermedialität’ ein Abrücken von tradierten isolierten Medienarten nahe. ‚Medientexte’ bewegen sich in wechselnden medialen Relationen und ändern ihre Funktion durch die historischen Veränderungen dieser Relationen.7 Intermedien entstehen also dann, wenn das „multi-mediale Nebeneinander medialer Zitate und Elemente in ein konzeptionelles Miteinander überführt [wird], dessen (ästhetische) Brechungen und Verwerfungen neue Dimensionen des Erlebens und Erfahrens eröffnen.“8
[...]
1 Dieses ‚Schicksal’ teilt Intermedialität mit Begriffen wie Medium und Diskurs, deren Deutung so verschieden wie die sie behandelnde Literatur vielfältig ist.
2 Einen Überblick über den Stand der Forschung verschafft Mertens (Hrsg.); Forschungsüberblick Intermedialität; Hannover 2000.
3 Dies bedingt auch eine unterschiedliche Begriffsverwendung im Rahmen dieser Arbeit. Die theoretischen Konzepte der Medien- und Literaturwissenschaft gehen (zumeist) von der ‚klassischen’ Dreiteilung literarische Medien, technische Medien und Massenmedien aus. Bei der Betrachtung der intermedialen Kunst- und Aktionsformen greift dieses Schema nicht. Hier muss von einem weiter gefassten Medienbegriff ausgegangen werden.
4 Auf den ethischen Aspekt dieser Kunstformen möchte ich hier nicht näher eingehen, da dies vermutlich den Rahmen der Arbeit sprengen würde.
5 Coleridge’s Miscellaneous Criticism, ed. T.M. Raysor; Folcroft PA 1936; pg. 33; hier zit. nach J.E.Müller, Intermedialität als poetologisches und medientheoretisches Konzept; in: Helbig. (Hrg.) Intermedialität
6 ebd.
7 Vgl. Müller; S. 31.
8 Ebd.; S. 31f.
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