WWU Münster Philosophisches Seminar HS: Die Marxsche Wertformanalyse
Karl Marx, Das Kapital, Buch I.
Kapitel 1. Die Ware
Ali Haydar Özdemir
1
Inhalt
Inhalt.......................................................................................................... 1
Einleitung 3
1 Die Ware. 4
2 Gegenstand 4
3 Gebrauchswert 5
4 Wert 7
5 Substanz. 10
6 Größe 12
7 Wertform 14
8 Eigentümlichkeiten der Äquivalentform. 16
9 Fetischcharakter der Ware 18
Schlusswort 21
Literaturverzeichnis. 23
2
Einleitung
Karl MARX gehört seit dem Erscheinen seines ,,Manifestes der Kommunistischen Partei" im Jahr 1948 zu den am heftigsten diskutierten Sozialwissenschaftlern der Neuzeit. Seine wissenschaftliche Analyse der historischen Genese des Kapitalismus und die darin entwickelte Klassentheorie hat die Weltgeschichte seit der Mitte des 19. Jahrhunderts maßgeblich geprägt. Im Vorwort zu seinem Werk ,,Das Kapital" sagt Karl MARX, dass es der Zweck dieses Werkes sei, das ökonomische Bewegungsgesetz der modernen Gesellschaft zu enthüllen, d. h. der kapitalistischen, bürgerlichen Gesellschaft. Die Erforschung der Ware der gegebenen, historisch bestimmten Gesellschaft in ihrer Entstehung und ihrer Entwicklung ist der Inhalt der ökonomischen Lehre von MARX. In der kapitalistischen Gesellschaft herrscht die Produktion von Waren, und die MARXsche Analyse beginnt daher mit ihrer Analyse. Aufgabe der Autoren war es, die MARXsche Wertlehre, insbesondere das Kapitel 1, zu erörtern. Diese Fokussierung auf das erste Kapitel legt eine Behandlung im Sinne einer Würdigung der gewählten Lesestelle nahe, um dabei nicht in den Reihen der Verwerfer oder aber der Apologeten der MARXschen Wertlehre zu landen. Die vorliegende Arbeit ist das Ergebnis einer möglichst unbefangenen Näherung an den Denker und Ökonom MARX.
3
1 Die Ware
Im Kapitalismus erscheint der gesellschaftliche Reichtum als Ansammlung von Waren. Waren haben einen Gebrauchswert: sie befriedigen menschliche Bedürfnisse. Waren haben aber auch einen Tauschwert: sie tauschen sich in bestimmten Proportionen. Der Tauschwert ist die Form, in der sich der Wert - die in der Ware vergegenständlichte Arbeit - ausdrückt. Die Größe des Werts ist die Arbeitszeit. Insofern Waren Gebrauchsgegenstände sind war zu ihrer Herstellung konkrete, nützliche Arbeit erforderlich; für den Wert, der sich allein durch die Arbeitszeit misst, kommt es aber nicht darauf an, welche Arbeit geleistet wurde, sondern nur, dass Arbeit geleistet wurde: abstrakt menschliche Arbeit.
2 Gegenstand
Gegenstand der Marxschen Analyse ist eine ganz bestimmte Gesellschaft: die kapitalistische. "Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine ‚ungeheure Warensammlung', die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der Ware." 1 Deswegen sind dem Folgenden allgemeine Aussagen über "Gesellschaft" nur insofern zu entnehmen, als sie bei der Analyse der kapitalistischen Gesellschaft auftreten. Der einfache Warentausch ist daher auch keine irgendwann historisch anzutreffende Vorform des Kapitalismus, sondern eine Abstraktion.
Im Kapital 1 stellt MARX den Produktionsprozess des Kapitals rein dar, das heißt unabhängig von eventuellen Modifikationen und vor allem unabhängig von den Formen, die Gesetze der kapitalistischen Produktion durch Konkurrenz, Staat, Weltmarkt erhalten. Dies hatte sich MARX für weitere Bände vorbehalten:
1 MARX, K. (1867). Das Kapital. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprocess des Kapitals. Hamburg, Verlag von Otto Meissner. S.17.
4
Die Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise sind zu unterscheiden von den Formen, in denen sich die Gesetze zeigen und den Mechanismen, durch die sie sich durchsetzen (z.B. Konkurrenz).
3 Gebrauchswert
Die Faktoren der Waren sind Gebrauchswert und Wert: Wertsubstanz (vergegenständlichte Arbeit), Wertgröße (Arbeitszeit) und Wertform (Tauschwert).
Waren haben Eigenschaften, die menschliche Bedürfnisse befriedigen. Wozu welche Eigenschaften nützlich sind, muss erst entdeckt werden. Diese Nützlichkeit macht Waren zu Gebrauchswerten. Welche Bedürfnisse befriedigt werden und wie das geschieht ist ganz unerheblich. Gebrauchswerte sind in jeder Gesellschaftsform der "stoffliche Inhalt des Reichtums" 2 , der stets eine bestimmte gesellschaftliche Form annimmt, im Kapitalismus die Form der Ware. Der Gebrauchswert, also ob und in welchem Maße eine Ware nützlich ist, ist unabhängig davon, wie viel Arbeit zur Herstellung nötig war. Im Kapitalismus sind die Gebrauchswerte Träger des Tauschwerts. Im Einzelnen haben die Waren nützliche Eigenschaften, sie sind Gebrauchswerte. Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Die Summe seiner möglichen Nutzanwendungen jedoch ist zusammengefasst in seinem Dasein als Ding mit bestimmten Eigenschaften. Die Waren sind also natürliche Gegenstände, die in bestimmter Beziehung auf die menschlichen Bedürfnisse stehen. Untersuchungen über die Nützlichkeit der Waren fallen außerhalb der Ökonomie: "Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde." 3 . Gebrauchswerte sind nichts für den Kapitalismus typisches, sondern in jeder Gesellschaftsform anzutreffen. Welches immer die gesellschaftliche Form des Reichtums sei, Gebrauchswerte bilden stets ihren gegen diese Form zunächst
2 MARX, S. 18.
3 MARX, S. 18.
5
Arbeit zitieren:
Ali Haydar Özdemir, 2002, Zu: Karl Marx, Das Kapital, Buch I. Kapitel 1. Die Ware, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Gesellschaftsbegriff von Emile Durkheim und Max Weber im Vergleich
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Hausarbeit, 21 Seiten
Habitustheorie nach Pierre Bourdieu
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Referat (Ausarbeitung), 10 Seiten
Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus - Eine kritis...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Rationalisierung nach Max Weber, Ursprünge und Auswirkungen
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Seminararbeit, 15 Seiten
Einführung in zivilisationstheoretische Grundlagen, anhand der Schrift...
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Seminararbeit, 17 Seiten
Emile Durkheim – Die elementaren Formen des religiösen Lebens
Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
Hausarbeit, 20 Seiten
Max Weber: Soziologische Grundbegriffe, Protestantische Ethik und der ...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Das "eherne Gesetz der Oligarchie" von Robert Michels
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 24 Seiten
Emile Durkheim - Die Regeln der Soziologischen Methode
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Die Modernisierung bei Weber und Durkheim
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Referat / Aufsatz (Schule), 5 Seiten
Die Dolchstoßlegende und ihre Auswirkungen
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Seminararbeit, 15 Seiten
Pierre Bourdieu: Die feinen Unterschiede
Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten
Hausarbeit, 22 Seiten
Ali Haydar Özdemir's Text Zu: Karl Marx, Das Kapital, Buch I. Kapitel 1. Die Ware ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Ali Haydar Özdemir hat den Text Zu: Karl Marx, Das Kapital, Buch I. Kapitel 1. Die Ware veröffentlicht
Ali Haydar Özdemir hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare