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1. Gewaltausübende Kinder und ihre Opfer 2
2. Faktoren, die Gewalt begünstigen 3
3. Fehlverhalten von Erzieher/innen 4
4. Beeinflussung der Allgemeinmeinung über Gewaltzunahme durch die 5
Medien
5. Langzeitvergleiche der Polizei 5
6. Dunkelfelderhebungen 7
7. Gründe für kriminelle Handlungen 8
8. Warum sollte man Kinder nicht als kriminell bezeichnen? 8
9. Täterkategorien nach Moffitt 8
9.1 Persistent Delinquente 8
9.2 Jugenddelinquente 9
10. Prävention 9
11. Literaturverzeichnis 10
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1. Gewaltausübende Kinder und ihre Opfer
Im Kindes- und Jugendalter treten zahlreiche Belastungen auf, die zu Bewältigungsproblemen führen können. Die heutige Kindheit verläuft weder stressfrei noch sorglos und Kinder versuchen, Stresssituationen auf unterschiedlichste Art und Weise zu begegnen.
Die Allgemeinmeinung über Jugendliche wird oft bestimmt von einem Bild von „Jugend als Krise“. Alkohol- und Drogenmissbrauch, Disziplinprobleme, verfrühter Abbruch der Ausbildung, Aggressivität und provozierendes Verhalten der Jugendlichen drückt sich in dieser Allgemeinmeinung aus. Die Lebensphase, in der sich die Jugendlichen befinden, verlangt ihnen anspruchsvolle Bewältigungsstrategien ab, die sie oft noch nicht beherrschen. Ihr gesamtes Leben verändert sich in nur wenigen Jahren grundlegend, was eine hohe Anpassungs- und Koordinierungsleistung erfordert. Manchmal können diese Umstrukturierungen nicht geleistet werden, z.B. dann wenn eine Häufung von Problemen auftritt und Hilfestellungen der Umwelt ausbleiben.
Kinder und Jugendliche, die Gewalt ausüben, zerstören das Leben anderer und gleichzeitig ihr eigenes. Sie werden von anderen Kinder zurückgewiesen, man verweigert ihnen Freundschaft und Partnerschaft und oft bleibt auch der Bildungserfolg aus. Kinder, die Gewalt erleben, werden in ihrer persönlichen Entfaltung erheblich gestört und verlieren oft die Lust am Schulbesuch.
Die meisten der gewalttätigen Kinder versuchen Gründe für ihr Fehlverhalten vorzubringen, die ihre Reaktion vor Erwachsenen rechtfertigen. Dabei wollen die Kinder darauf aufmerksam machen, dass sie nur in diesem einen Fall auf Gewalt zurückgegriffen haben und dass ihr Verhalten in dieser speziellen Situation deshalb gerechtfertigt sei. Sie sind im Kindes- und Jugendalter allerdings nicht nur zu der Auffassung gelangt, Gewalt könne jederzeit und ohne Vorbehalt eingesetzt werden. Die überwiegende Mehrheit der Jugend verabscheut jedoch nach wie vor Gewalt als Mittel der täglichen Auseinandersetzung.
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2. Faktoren, die Gewalt begünstigen
Jugenddelinquenz ist aus der besonderen Situation der Jugendlichen in der modernen Gesellschaft zu erklären: Die Sexualreife erfolgt in immer früherem Alter und die Ausbildung für immer komplexere Berufe dauert immer länger, so dass die Zeitspanne, in der Jugendliche biologisch erwachsen sind, kulturell und gesellschaftlich aber nicht als erwachsen gelten, immer länger wird. Den Jugendlichen bleiben wirtschaftliche Selbständigkeit und damit autonome Entscheidung vorenthalten. Früher waren sehr viel mehr Jugendliche erwerbstätig oder trugen in landwirtschaftlichen, handwerklichen und kaufmännischen Familienbetrieben zum Lebensunterhalt bei, sie trugen existentielle Verantwortung. Heute durchlaufen Jugendliche viel längere Ausbildungen.
Eine Vielzahl von allgemeinen oder familiären Verboten und Regelungen weckt in den Jugendlichen das Bedürfnis nach Autonomie, die das Privileg der Erwachsenen ist. Delinquenz ist ein realer oder symbolischer Zugang zu den Privilegien des Erwachsenenalters. Viele Kinder erhalten in der Peergruppe nicht genug Aufmerksamkeit und Anerkennung, weil sie nicht über symbolischen Besitz, wie z.B. bestimmte Kleidung verfügen. Je größer die diesbezüglichen Defizite geschildert werden, um so höher die Delinquenz. Auch schulische Misserfolge werden über Delinquenz kompensiert. Erfolgreiche Schüler weisen eine auffällig niedrige Delinquenz auf. Den Kindern bieten sich heutzutage viel mehr Möglichkeiten zu delinquentem Verhalten. In der Großstadt ist es leichter als in kleinen Gemeinden, unkontrolliert und anonym zu agieren. Die Kinder verbringen mehr Zeit außerhalb der Familie, so dass delinquentes Verhalten von den Eltern seltener verhindert bzw. später entdeckt werden kann. Das rasche Wachstum der Städte und die Veränderungen familiärer Strukturen könnten den Anstieg der Kinder- und Jugendkriminalität also begünstigen. Auch die innerfamiliäre Gewalterfahrung und Gewalt zwischen den Eltern kann dazu beitragen, dass Kinder selbst gewalttätig agieren. Bei diesen Kindern kann sich ein vorhandenes, aber zunächst noch nicht in Erscheinung tretendes Potential entwickeln, das später in Konfliktsituationen schnell in Gewalt umschlägt. Die zunehmende Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kindern führt dazu, dass Probleme in der Familie nicht mehr angesprochen werden. Die Kinder haben kein Vertrauen zu ihren Eltern und die Eltern interessieren sich oft nicht für die Probleme ihrer Kinder. Oft entsteht Gewalt auch aus Desinteresse an der Schule. Viele Kinder sehen keinen
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Arbeit zitieren:
Kathrin Morawietz, 2003, Gewalt und Delinquenz bei Kindern, München, GRIN Verlag GmbH
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