Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Die Luxemburger 3
2.1 Familiäre Vorgeschichte bis zum Aufstieg Heinrichs VII. zum König 3
2.2 Verhältnis Balduins zu Heinrich VII 5
2.3 Verhältnis Balduins zu Johann dem Blinden 6
2.4 Verhältnis Balduins zu Karl IV. 7
3. Balduin und die Grafschaft Luxemburg 8
3.1 Der historische Gegensatz zwischen Trier und Luxemburg 9
3.2 Balduins territorialpolitisches Wirken 10
3.3 Balduins politische Wandlungen im Laufe der Jahre und Herrscher 12
4. Schlussbetrachtung 14
5. Literaturverzeichnis 16
1
1. Einleitung
Balduin von Luxemburg war einer der bedeutendsten Erzbischöfe von Trier 1 und Kurfürsten des Reiches und einer der mächtigsten und einflussreichsten reichspolitischen Gestalter seiner Zeit. Seine Regierungszeit von 46 war eine lange Zeit, in der er verschiedene Wandlungen des Reiches anstieß und begleitete. Untersuchen möchte diese Arbeit Balduins Verhältnis zu seiner Heimatgrafschaft Luxemburg im Wandel der Zeit und der verschiedenen Herrscher auf dem römischdeutschen Thron.
Dafür werde ich zu Beginn die familiäre Vorgeschichte der Luxemburger Dynastie darstellen und auf das Verhältnis Balduins zu seinem Bruder Heinrich IIV (regierte von 1308 bis 1313 das deutsche Reich als König und Kaiser seit 1312), seinem Neffen Johann dem Blinden (König von Böhmen von 1310-1346) und seinem Großneffen Karl IV (römisch-deutscher König von 1346 bis 1378, seit 1355 Kaiser) näher eingehen, wie auch auf sein jeweiliges politisches Verhalten in dieser Zeit. Anschließend werde ich mich mit der Hausmachtpolitik Balduins von Luxemburg für seine Heimatgrafschaft und seine Familie beschäftigen und unter der Fragestellung: Hausmachtpolitik für Luxemburg oder Trier? versuchen herauszufinden, worauf Balduin sich in seiner Zeit als Erzbischof konzentriert hat und welchen Wandlungen seine Politik und seine Interessen unterworfen waren.
Die Quellenlage zu Balduin von Luxemburg und seiner Zeit ist eigentlich als gut erschlossen zu bezeichnen. Gerade die familiären Verbindungen Balduins gelten als weitgehend untersucht, wobei es verschiedenen Forschermeinungen zum Ursprung der Luxemburger gibt, auf die unten näher eingegangen wird. Die Ursprünge aber sind aufgrund des schmalen Quellenbestands kaum eindeutig zu erforschen. 2 Balduins hausmachtpolitische Aktivitäten hingehen sind bisher eher mäßig erforscht und bieten durchaus noch Möglichkeiten zu weiteren Untersuchungen, da es kaum Literatur speziell zu diesem Thema gibt.
1 Vgl. Zenz, Taten, S. 7.
2 Vgl. Hoensch, Luxemburger, S. 11.
2
2. Die Luxemburger
Mit der Bezeichnung "Luxemburger" ist einzig eine Familiendynastie gemeint, die innerhalb weniger Jahrhunderte zu politischen Schwergewichten im deutschen Reich aufstiegen und Könige und Kaiser stellten. Der Ursprung der Dynastie der Luxemburger lag in einem simplen Grundstückstausch, bei dem ein Graf Siegfried 963 von der Abtei St. Maximin zu Trier ein kleines Gebiet an der Alzette mit einem Kastell namens Lucilinburhuc erhielt. 3 Aus diesem Kastell entwickelte sich die Stammburg der Luxemburger und die Luxemburger Dynastie, welche ihren Aufstieg vor allem durch Familienbande mit dem französischen und römisch-deutschen Königshäusern begründeten. Aus dieser Dynastie gingen im 14./15. Jahrhundert vier Könige hervor, von denen drei auch zum Kaiser gekrönt wurden. 4
Die Grafen von Luxemburg von denen hier gesprochen wird, haben mit dem heute in Luxemburg Herrschenden Fürstenhaus nichts zu tun und auch das damalige territoriale Gebiet der Grafen von Luxemburg ist mit dem heutigen Luxemburg nicht zu vergleichen. 5
2.1 Familiäre Vorgeschichte bis zum Aufstieg Heinrichs VII. zum König
Genaues über den 'Gründungsvater' der Luxemburger, Graf Siegfried, ist aufgrund des Quellenmangels nicht bekannt und Forscher kamen immer wieder zu verschiedenen Interpretationen, bei Herkunft und Leben Siegfrieds. 6 Als gesichert gilt, dass Siegfried zu einer mächtigen Grafenfamilie zwischen Maas und Mosel gehörte und sowohl mit den westfränkischen Karolingern sowie den Ardennen- bzw. Mittelmoselgrafen verwandt war und enge Verbindungen zu den Ottonen geknüpft wurden. 7 Die Familie des Grafen Siegfried besaß Güter im Ardennenraum, im Eifler und Trierer Raum, sowie bei Metz und der unteren Saar. Genauso wie alte Besitzungen im Zentrum des heutigen Luxemburgs, was den Grundstückserwerb der Lucilinburhuc erklären kann, welche wichtige Verbindungwege bot. 8
3 Vgl. Schoos, Familie, S. 119; Hoensch, Luxemburger, S. 11.
4 Vgl. Hoensch, Luxemburger, S. 11.
5 Vgl. Ausstellungskatalog, S. 13f.
6 Vgl. Schoos, Familie, S. 119.
7 Vgl. Schoos, Familie, S. 120.
8 Vgl. Schoos, Familie, S. 120f.
3
Auch die Frage nach seinen Nachkommen ist in der Forschung umstritten. Strittig ist hier vor allem, ob dieser erste Graf Siegfried selbst zehn Kinder hinterließ und erst in sehr hohem Alter starb oder nur einen Sohn, der auch Siegfried hieß hinterließ und dieser zehn Kinder, oder einen Sohn Siegfried hatte, der aber noch vor ihm selbst starb und zu seinen zehn Kindern hinzuzuzählen ist. Am Wahrscheinlichsten ist wohl die zweite Variante des einen Sohnes, der zehn Kinder hinterließ. 9 Durch Heiratsverbindungen zu den Ottonen stiegen die Luxemburger dann schon im 11. Jahrhundert zu großer politischer Macht auf. Das Territorium Luxemburg hingegen konnte mit dieser schnellen Entwicklung nicht Schritt halten und entwickelte sich zum Problem der Dynastie, die sich in den nächsten Generationen vor allem der Regional-und Territorialpolitik Luxemburgs widmeten. 10
Der erste Graf von Luxemburg der in mittelalterlich Quellen auch als solcher bezeichnet wurde, war Gieselbert, der von 1047 bis 1059 das Territorium regierte, sein Sohn Konrad I, der 1059 seine Nachfolge antrat, war der erste, der den Titel Graf von Luxemburg selbst geführt hatte. 11
Bis ins 12. Jahrhundert hinein konnten die Luxemburger dann sowohl ihre territoriale als auch politische Macht kontinuierlich weiter ausbauen und galten zum Ende des 11. Jahrhunderts als ein neuer politischer, wirtschaftlicher und militärischer Mittelpunkt des Reichsverbandes. 12 Ende des 13. Jahrhunderts hinterließ Graf Heinrich V. seinem Sohn einen gut abgesicherten und organisierten Territorialstaat, der eine geschlossene Einheit zwischen Maas und Mosel bildete, welcher bei der Schlacht bei Worringen 1288 von diesem aber beinahe zerstört wurde. 13
Anschließend knüpften die Luxemburger noch engere Verbindungen zum französischen Königshaus und schafften es dadurch 1306 einen ihrer Ministerialen, Peter von Aspelt, auf den Mainzer Bischofsstuhl zu setzen. Zwei Jahre später dann Balduin von Luxemburg auf den Trierer Bischofsstuhl, welches Territorialpolitisch das größte Hindernis für den Ausbau Luxemburgs darstellte. Balduin war der erste und einzige Luxemburger der diesen Bischofsstuhl besetzen konnte. 14 Mit der Berufung Balduins zum Bischof erhofften sich die Luxemburger dieses Problem überwunden zu haben, was, wie später noch drauf einzugehen sein wird, nicht unbedingt der Fall war.
9 Vgl. Schoos, Familie, S. 121; Hoensch, Luxemburger, S. 12.
10 Vgl. Schoos, Familie, S. 122f.
11 Vgl. Schoos, Familie, S. 123f; Hoensch, Luxemburger, S. 14f.
12 Vgl. Hoensch, Luxemburger, S. 11.
13 Vgl. Schoos, Familie, S. 125-133.
14 Vgl. Heyen, Zwischenbilanz, S. 597.
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Arbeit zitieren:
Natascha Théry, 2011, Balduin und Luxemburg, München, GRIN Verlag GmbH
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