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Die Funktion der politischen Sangsprüche von Walther von der Vogelweide - Eine Untersuchung am Beispiel des Reichstones

Seminararbeit, 2000, 19 Seiten
Autor: Ellen Rennen
Fach: Germanistik - ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2000
Seiten: 19
Note: 2
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V18349
ISBN (E-Book): 978-3-638-22717-9

Dateigröße: 185 KB


Textauszug (computergeneriert)

Die Funktion der politischen
Sangsprüche von Walther von der Vogelweide 
Eine Untersuchung am Beispiel des Reichstones

 

 

Bearbeitung: Ellen Quirin

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung S. 3

2 Der Reichston S. 4

2.1 Die Reichsklage S. 7
2.2 Die Kirchenklage S. 9

3 Die Weltklage S. 11

4 Die politische Funktion der Weltklage S. 13

5 Zusammenfassung S. 15

6 Literaturverzeichnis S. 18

 



1 Einleitung

Wenigen Dichtern der deutschen Literatur ist ein solches Interesse seitens der Forschung zuteil geworden wie Walther von der Vogelweide. Obwohl man über sein Leben nur sehr wenig weiß, ist der Umfang seiner Werke unerschöpflich. Der Reichston gehört zu seinen bekanntesten Werken, besonders die Reichsklage erlangte große Berühmtheit. Der Reichston soll in dieser Arbeit näher untersucht werden. Der Schwerpunkt liegt hier in der politischen Funktion des Spruches. Er gilt als einer der ersten Sangsprüche Walthers, in denen er politische Themen verwendet. Dies ist besonders sinnvoll für die Arbeit, da anhand des Reichstons der Grund erkannt werden kann, was Walther zu dieser Innovation veranlaßte. Um dies herauszufinden, werde ich mich auf die Weltklage, die zweite Strophe der Reichsklage, konzentrieren. Sie gilt als die politisch konkreteste Strophe.

Zu Beginn untersuche ich die Entstehung des Reichstons und seine Besonderheiten. Ein Blick auf die erste und dritte Strophe soll einer besseren Grundlage dienen. Allerdings werden sie hier nur kurz zusammengefaßt. Anschließend bespreche ich die Weltklage und gehe ausführlich auf ihre politische Funktion ein. Beim Zusammenfassen der Ergebnisse wird deutlich werden, daß die Möglichkeiten der literarischen Umsetzung von politischen Themen ebenfalls ein wichtiger Bestandteil von Walthers Sangspruchlyrik sind.

2 Der Reichston

Zu Beginn der Arbeit möchte ich den Reichston von Walther von der Vogelweide vorstellen. Die historischen politischen Ereignisse werden dabei nur am Rande erwähnt.1 Die Zusammengehörigkeit der drei Strophen sowie Walthers Beweggründe für den Wechsel von Minnesang zur Sangspruchdichtung spielen eine größere Rolle. Im Anschluß daran werde ich versuchen zu klären, ob der Reichston eine Auftragsarbeit war oder ob er von Walther selbst verfaßt wurde. Dies ist deshalb von Bedeutung, da das Ergebnis für die Interpretation der einzelnen Strophen eine wichtige Rolle spielt.

Der Reichston gilt als einer der ersten Sangsprüche Walthers2 und besteht aus drei Strophen: der Reichsklage, der Weltklage und der Kirchenklage. Die ersten beiden Strophen sollen im Jahr 1198 und die dritte im Jahr 1201 von Walther verfaßt worden sein.3 Der Reichston soll zum ersten Mal zwischen dem 8. März und 5. April 1198 zur Königswahl Philipps von Walther vorgetragen sein.4

[...]


1 Eine ausführliche Darstellung der Geschehnisse findet sich bei Schweikle, Günther (Hrsg.): Walther von der Vogelweide. Werke, Bd. 1 Spruchlyrik, S. 335 ff; Nix, Matthias: Untersuchungen zur Funktion der politischen Spruchdichtung Walthers von der Vogelweide, S. 19; Hahn, Gerhard: Möglichkeiten und Grenzen der politischen Aussage in der Spruchdichtung Walthers von der Vogelweide, S. 338.
2 Ulrich Müller, in: Brunner, u.a., Walther von der Vogelweide. Epoche-Werk-Wirkung, S. 145, der davon ausgeht, daß Walther schon vorher Sangsprüche verfaßt haben kann.
3 Siehe Kern, Peter: Der Reichston – das erste politische Lied Walthers von der Vogelweide?, S. 344 f.; Nellmann, Eberhard: Spruchdicher oder Minnesänger? Zur Stellung Walthers am Hof Philipps von Schwaben, S. 39 f.; Mohr, Wolfgang: Der „Reichston“ Walthers von der Vogelweide, S. 46.
4 Nix, Matthias: Untersuchungen zur Funktion der politischen Spruchdichtung Walthers von der Vogelweide, S. 37.


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