Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung 3
B. Die Erzählstruktur in David Lynchs „Blue Velvet“ (1986) 4
B.1. Die narrativen Elemente, die zur Klärung der Handlungslinie beitragenden 4
B.1.1. Was wird erzählt? Die unterschiedlichen Realitätsebenen 4
B.1.1.1. Äußere Realitätsebene: Die Kriminalgeschichte 4
B.1.1.2. Die Realitätsebene des psychologischen Reifungsprozess:
Die Erfahrungen mit dem Bösen 5
B.1.1.3. Die verborgene psychopathologische Realitätsebene: Ödipus 5
B.1.2. Wie wird erzählt 6
B.1.2.1. Die Brüche in der Logik der erzählten Geschichte 6
B.1.2.2. Verkürzungen 6
B.1.3. Bauprinzipien der Erzählstruktur 7
B.1.3.1. Enthüllung von Verborgenem 7
B.1.3.2. Aufeinanderprallen von Kitsch und Realismus 7
B.1.4. Erzählperspektiven 8
B.1.4.1. Perspektive von Kindern 8
B.1.4.2. Die voyeuristische und die auditive Perspektive 8
B.2. Elemente, die nicht zur Handlungsentwicklung beitragen. 9
B.2.5. Die Dialoge 9
B.2.6. Die Details 9
C. Die Erzählstruktur in David Lynchs“Lost Highway“ (1997) 10
C.1. Narrative Elemente, die zur Klärung der Haupthandlung beitragen 10
C.1.7. Was wird erzählt 10
C.1.7.1. Das Ende einer Ehe 10
C.1.7.2. Der Anfang einer Liebesbeziehung 10
C.1.7.3. Die Realitätsebenen 10
C.1.8. Wie wird erzählt 11
C.1.8.1. Spiegelungen 11
C.1.8.2. Verkürzungen 12
1
C.1.8.4. C.2. Narrative Elemente, die nicht zur Klärung der Haupthandlung beitragen 13
D. Die Erzählstruktur in David Lynchs“Mulholland Drive“ (2001) 13
D.1. Narrative Elemente, die zur Klärung der Haupthandlung beitragen 14 D.1.9. Was wird erzählt 14 D.1.9.1. Handlungsstränge 14
1.A.I.1.1 Detektiv-Geschichte (1,57-1:51,02) 14
1.A.I.1.1
Die tragische Liebesgeschichte(1:49,46-1:50,16) 15
D.1.9.2.
Die Realitätsebenen 15 D.1.10. Wie wird erzählt 16
D.1.10.1.
D.1.10.2. D.1.10.3.
D.1.10.4.
D.1.11. Elemente, die nicht zur Klärung der Haupthandlung beitragen 18
E. Schluss 19 2
A. Einleitung
Das Thema dieser Hausarbeit ist die Erzählstruktur in den Filmen von David Lynch. Dabei werde ich drei Filme herausgreifen, die besonders mit konventionellen Erzählstrukturen brechen: „Blue Velvet“ von 1986, „Lost Highway“ von 1997 und „Mulholland Drive“ von 2001. Diese Filme werden hinsichtlich ihrer Erzählstruktur verglichen werden und es soll eine Entwicklung dargestellt werden. „Blue Velvet“ wird den Ausgangspunkt bilden. Bei „Lost Highway“ und „Mulholland Drive“ werde ich dann den Schwerpunkt meiner Analyse darauf setzen, dass ich untersuche, ob narrative Strategien aus „Blue Velvet“ auch in den späteren beiden Filmen wieder auftauchen. Darüber hinaus wird es auch um die Unterschiede in der Erzählstruktur der drei Filme gehen.
Zunächst werde ich die Erzählstruktur , unterteilt in narrative und nicht-narrative Elemente, von „Blue Velvet“ untersuchen. Dann werde ich, nach dem gleichen Prinzip aufgebaut, „Lost Highway“ und „Mulholland Drive“ mit „Blue Velvet“ vergleichen. Im Schlussteil soll kurz eine Entwicklung aufgezeigt werden.
B. Literatur
Während über „Blue Velvet“ schon viel geschrieben wurde, ist Lost Highway noch nicht ganz so ausgiebig behandelt worden. Über Mulholland Drive sind bisher nur Filmkritiken, nicht aber Analysen veröffentlicht worden. Diese Filmkritiken beschreiben „Mulholland Drive“ eher, als das sie eine Analyse bieten.
George Seesslen beschreibt in „David Lynch und seine Filme“, Marburg 2000 eine Entwicklung in der narrativen Struktur von „Blue Velvet“ bis „Lost Highway“, in dem er die These aufstellt, dass Lynch sein System der Kontraste immer mehr verstärkt.
Michael Atkinson analysiert „Blue Velvet“ in dem gleichnamigen Buch sehr ausführlich, nicht nur hinsichtlich der narrativen Struktur. Während Seesslen metapysische Interpretationsansätze bietet und darüber hinaus gerne aus der freudschen Perspektive argumentiert, werden bei Atkinson am Filmmaterial überprüfbare Thesen aufgestellt.
Für „Lost Highway“ bietet Seeslen mit seiner Analyse der verschiedenen Ebenen des Films einen sehr interessanten Ansatz, wenn auch nicht alle von ihm angesprochenen Ebenen am Bildmaterial überprüft werden können.
3
Die Literatur über „Mulholland Drive“ bietet kaum interessante Thesen. Vieles, was in den Filmkritiken geschrieben wurde, ist einleuchtend, aber auch sehr offentsichtlich.
C. Die Erzählstruktur in David Lynchs „Blue Velvet“ (1986)
Die Erzählstruktur von „Blue Velvet“ kann durch ein gleichberechtigtes Nebeneinander von zeichenhaften Elementen und narrativen, zur Klärung der Handlungslinie beitragenden Elementen, charakterisiert werden. Dieses ist eine Abweichung von der Hollywoodnorm, in der semantische Elemente den narrativen untergeordnet sind.
C.1. Die narrativen Elemente, die zur Klärung der Handlungslinie beitragenden
C.1.1. Was wird erzählt? Die unterschiedlichen Realitätsebenen
C.1.1.1. Äußere Realitätsebene: Die Kriminalgeschichte
Oberflächlich betrachtet, erzählt der Film eine Kriminalgeschichte: Jeffrey findet ein menschliches Ohr und versucht im Laufe des Films Besitzer und Kontext des abgetrennten Ohrs, welches das Leitmotiv der Geschichte ist, heraus zu bekommen. Jedoch immer, wenn die kriminellen Details der Handlung berührt werden, erklärt Lynch nichts. 1
Jeffreys Nachforschungen scheinen auf den ersten Blick sehr logisch und zielgerichtet. Bei näherer Betrachtung sieht man hingegen, dass er die ganze Geschichte durch einen einzigen Satz von Frank, Dorothy solle für Van Gogh am Leben bleiben, aufklären kann (47,22-47,49). Jeffreys Observationen danach tragen nichts mehr zur weiteren Klärung bei, sie werden jedoch von den Figuren des Films als sehr bedeutsam aufgenommen und auch wir folgen ihnen zunächst gespannt. 2 Neben dem Ohr als Leitmotiv ist an dieser Stelle noch Franks Handlungsweise zu nennen, denn alles passiert als Konsequenz daraus.
1 Atkinson, Michael: „Blue Velvet“, London 1997, S. 27
2 ebenda, S. 51
4
C.1.1.2. Die Realitätsebene des psychologischen Reifungsprozess: Die Erfahrungen mit dem Bösen
In mehreren Schritten wird Jeffrey in die Welt des Bösen von Frank und Dorothy hineingezogen. Bildlich leitet der Zoom ins Ohr vor der Haustür der Williams den Übergang von der heilen Welt zur dunklen ein. (8,10-8,33)
Jeffrey fühlt sich zunächst bloß aus Neugier von dem mysteriösen Fall des gefundenen Ohrs angezogen. Dann lernt er Dorothy kennen und die Kehrseite seiner bisher heilen Welt: Statt den Fall aufzuklären und den Täter zu finden wird er selber zum voyeuristischen und perversen Täter. Statt die Liebe kennen zulernen fühlt er sich von ihrer Kehrseite, dem gewalttätigen Sex, angezogen. Er sucht alle Arten von Erfahrungen, um erwachsen zu werden.
Am Ende der Erfahrungen mit dem Bösen, nach Franks Tod, zoomt die Kamera wieder aus Jeffreys Ohr heraus.( 1:59,59-2:00,31) Er hält die Welt immer noch für seltsam und fremd, ist also nicht gereift. 3 Wir hingegen sehen nun die letzten Bilder des Films, die auch die ersten waren und die wieder die heile Welt Lumberton zeigen, mit völlig neuen Augen. ( 2:01,48-2:03,02) Auch auf dieser Ebene stellt das Ohr ein Leitmotiv dar, da es Anfang und Ende des Prozesses bezeichnet.
C.1.1.3. Die verborgene psychopathologische Realitätsebene: Ödipus
Frank und Dorothys Anspielungen auf Mummy, Daddy und Baby (43,06-43,12, (Daddy) 45,32-45,50 (Baby) 46,09 (Daddy) könnten ein Hinweis auf die ödipalen Aspekte der Geschichte sein. Jeffrey bringt Frank/Daddy um und befreit so Dorothy/Mummy von ihrem Peiniger. Auf Ödipus wird zwar nicht immer ganz eindeutig Bezug genommen, wie zwar in der Literatur behauptet wird, jedoch schaffen die vielfachen Andeutungen auf eine ödipale Figurenkonstellation zumindest einen Wiedererkennungseffekt.
3 Thal, Ortwin und Essner, Horst: Widerstreit: Kunststück oder Kunstgewerbe? „Blue Velvet“ in: Medien +
Erziehung, 3/87 München, S. 165; im Folgendem: Medien + Erziehung 3/87
5
Arbeit zitieren:
Annika Höppner, 2003, Die Filme von David Lynch - Die Erzählstruktur am Beispiel von Blue Velvet, Lost Highway und Mulholland Drive, München, GRIN Verlag GmbH
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