Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 3
2. Definition von Ballade 3
3. Friedrich von Schiller Der Handschuh 4
3.1 Biographie Friedrich von Schiller 4
3.2 Inhalt Der Handschuh 6
3.3 Handlungsführung Metrik und Sprache 7
4. Methodische Überlegungen zur Behandlung von balladesken 9
Texten im Unterricht dargestellt am Beispiel Friedrich von
Schillers Der Handschuh
4.1 Aufgaben und Ziele des Deutschunterrichts der Grundschule 9
unter Berücksichtigung des Einsatzes balladesker Texte
4.2 Methodische Überlegungen zu Friedrich von Schiller 12
Der Handschuh
5. Schlussbemerkungen 15
6. Literaturverzeichnis 16
1 Einleitung
Im Rahmen des Seminars ‚Die Ballade im Schulunterricht der Grundschule und Se- kundarstufe’ haben wir uns mit der Interpretation und Einsetzbarkeit von Balladen im Unterricht beschäftigt. Um diese Arbeit an einem konkreten Beispiel deutlich zu ma- chen und auch aufzuzeigen wo die Ballade sinnvoll einzusetzen ist, habe ich metho- dische Überlegungen entwickelt, die im Unterricht umgesetzt werden können. Da ich bei diesen Überlegungen nicht auf den Erfahrungsschatz einer bestimmten Schulklasse zurückgreifen konnte, sind sie eher allgemein gehalten und auf mehrere Klassenstufen anwendbar.
2 Definition von ‚Ballade’
Im Folgenden möchte ich zunächst den Terminus ‚Ballade’ näher betrachten, um an- schließend Bezüge zu den Aufgaben und Zielen des Deutschunterrichts der Grund- schule und den methodischen Überlegungen zur Ballade im Unterricht ziehen zu können.
Die nun folgenden Ausführungen zur ‚Ballade’ beziehen sich, wenn nicht anders ge- kennzeichnet, auf die Aussagen von Walter Henze und Ingrid Röbbelen 1 , Christian Freitag 2 , Walter Hinck 3 und Gottfried Weißert 4 .
Die älteste und ursprünglichste Bedeutung von ‚Ballade’, etwa im frühen Mittelalter, ist, von ‚ballata’ (ital.) bzw. ‚ballada’ (provenzalisch), ‚Tanzlied’, abgeleitet von ‚balla- re’ = ‚springen’, ‚tanzen’. Als es jedoch später auf völlig andere Textarten übertragen wurde, nahm es von den Tanzliedern kein Merkmal mit. Der Begriff ‚Ballade’ wurde übernommen, seine ursprüngliche Bedeutung ging aber verloren. Die Ballade zeichnet sich dadurch aus, dass sie aus epischen, lyrischen und drama- tischen Elementen konstituiert ist.
Die epischen Elemente zeichnen sich durch die Anwesenheit eines Erzählers, der am Ende der Ballade auftauchen kann, und Dialoge bzw. wörtliche Rede aus. Die dramatischen Elemente werden an der in der Ballade enthaltenden Spannung und dem daraus resultierenden dramatischen Höhepunkt deutlich. Klangliche und rhyth- 1 vgl. Henze, W./Röbbelen, I., In: Praxis Deutsch S. 14 ff.
2 vgl. Freitag, C., S. 9 ff.
3 vgl. Hinck, W., S. 7 f.
4 vgl. Weißert, G., S. 1 ff.
3
mische Wirkungsmittel, lyrische Ausrufe, Refrains, Naturstimmung, eventuelle A n- ordnung in Strophen und Wiederholungen kennzeichnen lyrische Elemente. Die Ballade besitzt keine feste strophische oder metrische Form als Voraussetzung, dennoch ist sie in der Regel in Strophen gegliedert.
Die Ballade hat eine Vielzahl von Untergattungen, die ich im Folgenden kurz vorste l- len we rde:
- naturmagische Ballade: Sie zeichnet sich dadurch aus, dass Naturgewalten als übermenschliche Lebewesen personifiziert werden.
- totenmagische Ballade: Bei dieser Balladenart besteht zwischen Lebenden und Toten eine gefühlte Beziehung.
- Schauerballade: Diese Art von Ballade zeichnet sich durch eine düstere Grundstimmung und eine tragische Färbung aus.
- Historische Ballade: Hierbei handelt es sich um einen Überbegriff, da ein his- torischer Bezug in fast allen Balladenarten zu finden ist.
- Heldenballad/ Götterballade/ Ritterballade: Diese Balladenart beschreibt mysthische Weltbilder, besitzt einen nordisch-düsteren Charakter und handelt häufig von der Bedrohung des Menschen durch unheimliche Mächte.
- Numinose Ballade: Diese Balladenart wird auch ‚Schicksalsballade’ genannt und zeichnet sich durch die Begegnung des Menschen mit übermenschlichen Wesen und Mächten aus, die in sein Schicksal eingreifen.
- Kunstballade: Sie zeichnet sich durch die Betonung des Irrationalen aus.
- Soziale Ballade: Hierbei handelt es sich um einen Sonderfall der Balladenart, da die Behandlung sozialer Themen ‚artfremd’ ist. Sie bedient sich meistens sagenhaften Erzählungen aus der Vergangenheit.
3 Friedrich von Schiller ‚Der Handschuh’
Um die Ballade ‚Der Handschuh’ besser in die Literaturgeschichte einordnen zu kön- nen, werde ich zunächst die Biographie Friedrich von Schillers vorstellen. Anschlie- ßend werde ich den Inhalt, die Handlungsführung, die Metrik und die Sprache der Ballade ‚Der Handschuh’ näher untersuchen.
3.1 Biographie Friedrich von Schiller
Die nun folgenden Ausführungen zu Friedrich von Schiller beziehen sich auf die Aus-
4
sagen von Herbert A. und Elisabeth Frenzel 5 . Friedrich von Schiller wurde am 10.11.1759 in Marbach am Neckar als Sohn von Jo- hann Kaspar Schiller, Wundarzt, Leutnant und ab 1775 Verwalter der Hofgärten auf der Solitude bei Stuttgart und Elisabeth Dorothea Schiller, geborene Kodweis, gebo- ren.
Er verbrachte seine Kindheit in Marbach und Lorch und besuchte daraufhin von 1767 bis 1772 die Lateinschule in Ludwigsburg. Durch seine Einberufung 1773, in die von Herzog Karl Eugen bei Schloss Solitude gegründete ‚Militär-Pflanzschule’, beendete er sein angestrebtes Theologiestudium.
Nach dem Beginn des Jurastudiums 1774, wechselte er jedoch 1776 zur Medizin über und schloss sein Studium schließlich 1780 mit der Dissertation ‚Über den Zu- sammenhang der tierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen’ ab. 1780 wurde Friedrich Schiller als Regimentsmedikus in Stuttgart angestellt. Neben- bei schrieb er Gedichte sowie das Sturm-und-Drang -Drama ‚Die Räuber’, das er 1781 anonym veröffentlichte und dessen Uraufführung am 13.1.1782 im Mannheimer Hof- und Nationaltheater einen außerordentlichen Erfolg zu verzeichnen hatte. Eine zweiwöchige Arreststrafe und zudem noch das herzogliche Verbot jeder weite- ren poetischen Betätigung erhielt er für seine unerlaubte Reise nach Mannheim, wor- aufhin Schiller mit Hilfe seines Freundes J. A. Streicher Ende September 1782 aus Stuttgart ins pfälzische Ausland flüchtete.
Unterschlupf fand er bei Karoline von Wolzogen auf ihrem Gut in Bauerbach bei Mei- ningen.
1783 bekam er in Mannheim eine Anstellung als Theaterdichter (Uraufführung ‚Die Verschwörung des Fiesco zu Genua’, 1783; ‚Kabale und Liebe’, 1784).
Ende 1784 trug er als Mitglied der Kurfürstlichen Deutschen Gesellschaft am Hof in Darmstadt den 1. Akt von ‚Don Carlos, Infant aus Spanien’ vor und erhielt daraufhin vom anwesenden Herzog Karl August den Ehrentitel eines Weimarschen Rats. Anfang 1785 erschien die erste von Schiller selbst gegründete und weitgehendst mit eigenen Beiträgen gefüllte Zeitschrift ‚Rheinische Thalia’, durch die er vergeblich sei- ne schlechte wirtschaftliche Lage bessern wollte, nachdem sein Vertag am Mann- heimer Theater nicht verlängert worden war.
Auf Einladung von Christian Gottfried Körner kam er im April 1785 nach Leipzig. Noch im gleichen Jahr folgte er Körner nach Dresden (Vollendung des ‚Don Carlos’, ‚Der Geisterseher’, 1787-89).
Arbeit zitieren:
Nina Lawitschka, 2003, Balladeske Texte im Unterricht der Grundschule, dargestellt an Friedrich von Schillers 'Der Handschuh', München, GRIN Verlag GmbH
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