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Inhaltsverzeichnis
Einleitendes 4
Herkunft und Definition des Serienbegriffs 5
Die Soap-Opera 6
Sponsoring. 7
Produktionsbedingungen von Langzeitserien 8
Inhaltliche Kohärenz. 11
Der Cliffhanger. 16
Bibliographie 19
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Einleitendes
Es ist schon nach Mitternacht. J. R. Ewing befindet sich noch immer in seinem Büro im obersten Stockwerk des Mineralölkonzerns „Ewing Oil“ in Dallas, Texas. Mit dem Rücken zur Tür sitzt er in seinem Chefsessel und studiert Akten.
Langsam öffnet sich die Tür und jemand betritt den Raum. Heimlich und leise. Ein Revolver blitzt auf und feuert drei Schüsse auf den Sessel ab. Die Kugeln durchschlagen die Rückenlehne und J. R. bricht blutend zusammen. Wer hat versucht, den mächtigen Intriganten zu erschießen?
„300 Millionen Zuschauer in 64 Ländern starrten wie hypnotisiert auf die Fernsehgeräte, um des Rätsels Lösung zu erfahren. In der Türkei schloß (sic!) sogar das Parlament frühzeitig seine Pforten. Larry Hagman (der J. R.-Darsteller) bekam von Konkurrenzsendern astronomische Summen angeboten, damit er in Talkshows das Geheimnis vorzeitig lüfte. Hinter den Kulissen sah die Sache freilich anders aus: Die Produktionsfirma Lorimar wußte (sic!) nicht, ob Hagman wieder zurückkehren würde, da er wegen Unstimmigkeiten kurzfristig aus der Serie ausgestiegen war. Am 20. November 1980 war es soweit. 80% der amerikanischen Fernsehzuschauer waren Augenzeugen der unglaublichen Enthüllung: Kristin Shepard (Mary Crosby), Sue Ellens Schwester und J. R.s geschmähte, geschwängerte Geliebte, gesteht die Tat und wird später tot im Swimmingpool der Southfork Ranch aufgefunden.“ 1
Die Klimax am Ende jeder Staffel einer großen Fernsehserie wird allgemein als „Cliffhanger“ bezeichnet. Dieser klassische Cliffhanger am Ende der zweiten Staffel von „Dallas“, einer der größten und bekanntesten Fernsehserien aller Zeiten, gilt bis heute als Paradebeispiel für die Kunst, die Zuschauer so zu fesseln, dass sie auch bei der nächsten Folge bzw. der nächsten Staffel garantiert wieder einschalten.
Die vorliegende Hausarbeit will die Kunst des Cliffhangers etwas näher betrachten und die Schwierigkeiten für die Hersteller einer Serie herausarbeiten, die bei der Serienproduktion entstehen. Dies könnte weithin auch als „Bürokratie“ bezeichnet werden, da ein gewaltiger Aufwand an Verwaltung nötig ist, eine Serie dauerhaft im Interesse der Zuschauer zu positionieren.
Als Beispiele sollen hier die amerikanischen Langzeitserien „Dallas“ und „Denver-Clan“ 2 sowie die deutsche Daily Soap „Verbotene Liebe“ dienen.
1 Haderer, Christian / Bachschwöll, Wolfgang: Kultserien im Fernsehen, München 1996, S. 102.
2 Im Original „Dynasty“.
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Herkunft und Definition des Serienbegriffs3
Der Begriff „Serie“ bedeutet Reihe oder Folge und stammt aus dem mittelhochdeutschen serje, das Reihen(folge), Streifen oder zeitlicher Ablauf meint. Dies wiederum leitet sich ab aus dem lateinischen Terminus series (Reihe, Reihenfolge) und gehört zu dem lateinische Verb serere, das „fügen, reihen, knüpfen“ bedeutet. 4
Im Deutschen Universalwörterbuch des Dudens taucht der Begriff Fernsehserie als „inhaltlich, thematisch zusammengehörende Folge von (in sich abgeschlossenen) Fernsehsendungen, Episoden, die über einen bestimmten Zeitraum hin meist in regelmäßigen Abständen ausgestrahlt wird.“ 5
James Monaco definiert den Serienbegriff als „eine regelmäßige Folge von täglichen oder wöchentlichen Fernsehsendungen, bei der den einzelnen Episoden das Personal und die Grundsituation gemein ist, die Handlung jeweils variiert wird. 6 Nach Monaco gibt es endlose Serien (Soap) oder abgeschlossene Miniserien. 7
Darüber hinaus existieren allerdings noch weitere Unterteilungen. So unterteilen Lothar Mikos und Martin Jurga den Begriff Serie in drei Idealtypen:
• Der Mehrteiler, der eine abgeschlossene Geschichte erzählt 8 , die auf mehrere zumeist gleich lange Teile aufgeteilt ist. Im Prinzip ein langer Film, der episodenhaft erzählt wird. 9
• Die Sendereihe, als narrative Programmform mit in sich abgeschlossenen Episoden 10 , aber einer gleichbleibenden Grundsituation und den gleichen Protagonisten. 11
• Die Serie schließlich ist (zunächst) auf Unendlichkeit hin konzipiert. 12 Es werden keine abgeschlossenen Geschichten in den einzelnen Folgen erzählt, vielmehr steht am Ende einer Folge oder Staffel der Cliffhanger. 13
3 Gemeint ist hier der Begriff der Fernsehserie.
4 Vgl. Schülerduden „Wortgeschichte“. Herkunft und Entwicklung des deutschen Wortschatzes“, Mannheim 1987, S. 413.
5 Duden „Deutsches Universalwörterbuch“, Mannheim 2001, S. 534.
6 Monaco, James: Film und Neue Medien. Lexikon der Fachbegriffe, Reinbek bei Hamburg 2000, S. 148.
7 Ebd.
8 Mikos, Lothar: Es wird dein Leben! Familienserien im Fernsehen und im Alltag der Zuschauer. Film- und fernsehwissenschaftliche Arbeiten. Hrsg. von Klaus Peter Heß und Hans J. Wulff, Münster 1994, S. 136.
9 Der Mehrteiler „Die Affäre Semmeling“ aus dem Jahre 2002 von Dr. Dieter Wedel ist ein Beispiel dafür.
10 Mikos, Lothar: Es wird dein Leben! Familienserien im Fernsehen und im Alltag der Zuschauer. Film- und fernsehwissenschaftliche Arbeiten. Hrsg. von Klaus Peter Heß und Hans J. Wulff, Münster 1994, S. 137.
11 Beispiele dafür sind die deutsche Erfolgsproduktion „Derrick“ und die amerikanische Comedy-Serie „Golden Girls“.
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Hier handelt es sich jedoch um rein formale Definitionen, die allen Varianten der Serie respektive des Serienbegriffs auf Grund der hohen Anzahl an Realisationen dieser Programmform kaum gerecht werden können. Nach wie vor ist der Begriff der Serie medienwissenschaftlich umstritten.
Die Soap-Opera
Die Soap-Opera (dt. Seifenoper) hatte ihren Ursprung zunächst im Radio. Als populäres Genre, das in täglichen (Daily Soap) oder wöchentlichen (Weekly Soap) Sendungen alltägliche Probleme einer festen Personen-Gruppe behandelt. 14 Die Radio-Soap-Opera war, genau wie später die Fernseh-Soap-Opera, zunächst als Werbeträger gedacht. Das Zielpublikum waren vornehmlich Hausfrauen, die das beworbene Produkt kaufen sollten. Sponsoren waren meist Waschmittelhersteller und Seifenkonzerne, daher der Name „Soap“. 15
Soap-Operas wurden in den USA überwiegend vormittags ausgestrahlt, bevor Dauerbrenner wie „Dallas“ oder „Denver-Clan“ den Bildschirm eroberten und auch in Amerika zur Hauptsendezeit übertragen wurden. 16
Auf die bundesdeutsche Fernsehlandschaft hatte die amerikanische Soap anfänglich keinen wirklichen Einfluss. Da der Rundfunk bis 1984 noch rein öffentlich-rechtlich organisiert war, gab es keine Plattform für die Werbung innerhalb einer Serie. In der BRD war es die Familienserie, die als erste den Bildschirm eroberte. 17 Rein formal lässt sie sich von den Soaps abgrenzen, da sie meist in sich abgeschlossene Episoden aufweist. Mit der Einführung des ZDF wurden auch hierzulande amerikanische Serien wie z. B. „Bonanza“ oder „Perry Mason“ eingekauft und erfolgreich ausgestrahlt. In den 80er Jahren entstand dann durch die Teilprivatisierung des Rundfunks ein Serienboom, da Serienformate
12 Jurga, Martin: Zur narrativen Struktur von Fernsehserien - Das Beispiel „Lindenstraße“. In: Biere, Bernd Ulrich / Hoberg, Rudolf (HG): Mündlichkeit und Schriftlichkeit im Fernsehen, Tübingen 1996, S. 168. 13 Hier passen die exemplarischen Serien „Dallas“, „Denver-Clan“ und „Verbotene Liebe“, wobei letztere eine Daily Soap darstellt und somit keine Staffelform besitzt wie die beiden ersteren.
14 Vgl. Monaco, James: Film und Neue Medien. Lexikon der Fachbegriffe, Reinbek bei Hamburg 2000, S. 150.
15 Vgl. ebd.
16 Vgl. Field, Syd, Märthesheimer, Peter u. a.: Drehbuchschreiben für Fernsehen und Film. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis, 6. akt. Aufl., München 1987, S. 174.
17 Beispiele sind „Die Firma Hesselbach“ (1960) und „Der Forellenhof“ (1965).
Arbeit zitieren:
Alexander Linden, 2003, Die Bürokratie der Fernsehserie - Kohärenzprozesse bei Langzeitserien, München, GRIN Verlag GmbH
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