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Einleitung 3
1 Menschen und Dinge
1.1 Aufmerksamkeit und soziale Systeme 5
1.2 Die Repräsentationsebenen 8
1.3 Wahrnehmen und Wiedererkennen 9
1.4 Die sozialisierende Wirkung von Dingen 10
Die Bedeutung der Dinge 2 12
2.1 Symbole 12
2.2 Transitorische Objekte 13
2.3 Ausdrucksmittel 15
2.4 Statussymbole 15
2.5 Symbole sozialer Integration 16
2.6 Totemismus 17
2.7 Animismus 19
2.8 Tauschhandel 22
3 Die beliebtesten Objekte im Wohnbereich
3.1 Die Studie 23
3.2 Die Ergebnisse 23
3.3 Erkenntnisse der empirischen Untersuchung 27
Objektbeziehungen und Persönlichkeitsentwicklung 4 28
4.1 Altersspezifität der Objektbeziehungen 28
4.2 Geschlechtsspezifität 29
Das Heim als symbolische Umwelt 5 31
5.1 Merkmale harmonischer Heime 32
5.2 Teilnahme am öffentlichen Leben 33
5.3 Wahl von Rollenmodellen 33
5.4 Persönlichkeitstypen 34
Transaktionen zwischen Menschen und Dingen 6 34
6.1 Geschichtlicher und gesellschaftlicher Kontext
der Kultivation 36
6.2 Materialismus 38
6.3 Medien als Dinge des täglichen Gebrauchs 38
Schlussbetrachtung und Ausblick 7 39
Quellenverzeichnis 44
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Einleitung
Kugelschreiber, Foto, Kuscheltuch - scheinbar profane Gegenstände sind ein sehr handfestes Untersuchungsobjekt innerhalb des weiten Feldes der Psychologie. Ihre Bedeutung darf für den Menschen und seine Entwicklung in onto- wie phylogenetischer Hinsicht und der seiner Identität nicht unterschätzt werden.
Wie Alfred Lang in einer Rezension von Ernst E. Boeschs „Das Magische und das Schöne: zur Symbolik von Objekten und Handlungen“ (1983) schreibt, nehmen wir die Dinge um uns herum „gewöhnlich für Gegebenes, zu bestimmtem Tun instrumentell Verfügbares; natürlich sind sie das auch, aber näheres Hinsehen lehrt, dass nicht nur sie, die Objekte, ihre Bedeutungen aus unserem Umgang mit ihnen beziehen, sondern dass auch wir, die Subjekte uns erst durch sie erfahren, vielleicht konstituieren.“
Einstieg in diese Thematik bot mir ein Referat zum umfangreichen Werk über einen bis dato relativ unerforschten Bereich der Psychologie: „Der Sinn der Dinge“ von Mihalyi Csikszentmihalyi und Eugene Rochberg-Halton erforscht die häusliche Umwelt der Menschen unserer Zeit, ihre Beziehungen zu Alltagsgegenständen - und was sich aus der Auswahl bestimmter „Lieblingsobjekte“ über Mensch und soziale Bindungen sagen lässt.
Ausgangspunkt für den „Sinn der Dinge“ bildet eine empirische Studie, eine Befragung repräsentativ ausgewählter amerikanischer Familien zu bevorzugten Objekten in ihrem Zuhause. Es wird beleuchtet, inwiefern nicht nur der Mensch die Objekte in seiner Umgebung aktiv aussucht und „benutzt“, sondern überraschenderweise auch, wie sehr diese Objekte „aktiv“ an der Ausbildung der jeweiligen eigenen Persönlichkeit beteiligt sind.
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Ich orientiere mich im Folgenden an der Struktur der Arbeit von Csikszentmihalyi und Rochberg-Halton, zur Vertiefung der Thematik und zu einer Erweiterung um Aspekte der neueren Vergangenheit dienen weitere Veröffentlichungen zu diesem Sachverhalt und wissenschaftlichen Hintergründen sowie diverse Quellen aus dem Internet.
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1 Menschen und Dinge
1.1 Aufmerksamkeit und soziale Systeme
Menschen produzieren und benutzen Dinge. Aber nicht ausschließlich: Sie interagieren mit ihnen. Aus Sicht von Csikszentmihalyi und Rochberg-Halton besteht der elementarste Sachverhalt des Mensch-Seins darin, dass er sich nicht nur seiner Existenz bewusst ist, sondern auch Kontrolle über seine Existenz ausüben kann, indem er diese auf gewisse Ziele ausrichtet. Bei modernen Menschen treten Intentionen nie als rohe Instinkte auf, sie werden immer schon durch Zeichen transformiert und interpretiert. Diese Zeichen und Bewertungen haben wir während unserer Enkulturation erworben.
Ein wesentliches Charakteristikum Aspekt der menschlichen Natur ist laut Csikszentmihalyi und Rochberg-Halton die bewegliche Aufmerksamkeit, die hier mit dem Begriff der psychischen Energie gleichgesetzt wird. Da die Anzahl simultan möglicher Tätigkeiten und Zustände begrenzt ist, bedarf es einer Aufmerksamkeitssteuerung. Wie jeder einzelne von uns die zur Verfügung stehende psychische Energie investiert, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Zufall, Gene, Geburtsort, Umweltbedingungen schränken die Wahlmöglichkeiten von vornherein ein. Aber Menschen beachten, was sie beachten wollen. Unsere Intentionen steuern unsere Aufmerksamkeit. Und die Intentionen sind Bestandteil einer Zielhierarchie.
Ein soziales System ist ein vorhersagbares, interpersonales Interaktionsmuster, das auf übereinstimmenden Aufmerksamkeitsstrukturen beruht (Csikszentmihalyi & Rochberg-Halton, 26). Soziale Systeme verdanken die Organisation ihrer Ziele Aufmerksamkeitsprozessen. Diese System-Ziele strukturieren selbst auch wieder die Aufmerksamkeitsprozesse der beteiligten Angehörigen. Und damit gestalten sie deren Selbst mit - also eine wechselseitige Beziehung.
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Der Vorgang der Strukturierung von Aufmerksamkeitsprozessen, die Sozialisation, ist für soziale Systeme (z.B. Firma, Nation, Familie) lebenswichtig. Die Sozialisation, die Strukturierung von individualen Aufmerksamkeitsprozessen, beginnt bereits mit der Abstimmung des Schlaf-Wach-Rhythmus zwischen Eltern und Neugeborenem. Man wird gänzlich unsozialisiert geboren, wogegen die Eltern ihren Schlaf-Wach-Rhythmus natürlich schon ausgebildet haben. Die Ziele müssen neu sortiert werden, im Sinne einer Konfliktreduktion muss das Kleinkind seine Aufmerksamkeitsstruktur reorganisieren. Denn es ist vom System abhängig. Sozialisation findet aber nicht nur auf der persönlichen Ebene statt, sondern wird auch durch die Objektklasse der Massenmedien wie etwa Zeitungen, Bücher und das Fernsehen gesteuert. Zweifellos haben die Medien grundlegenden Einfluss auf die Einstellungen und Auffassungen der Menschen durch die große Vielfalt von Informationen, die sie vermitteln.
Der Interpretations- und Selbstlenkungsprozess der Kultivation wird durch Ziele gesteuert. Kultivation meint die Verbesserung, Entwicklung, Verfeinerung oder eine Lebensgewohnheit infolge von Pflege, Übung oder aktivem Kennenlernen. Der Mensch übernimmt jedoch nicht einfach unkritisch alle konventionellen Zielsetzungen, gerade die kritische Hinterfragung ist für den Kultivationsprozess von ganz zentraler Bedeutung.
„Man kann somit sagen, dass Individuen ihre Persönlichkeit durch Kultivation von Zielsetzungen mittels dosierter Aufmerksamkeitsleistungen entwickeln.“ (Csikszentmihalyi und Rochberg-Halton, 27) Wenn ein selbstgesetztes Ziel erreicht ist, verschafft das dem Selbst ein positives Feedback. Der gleiche Mechanismus ist Bestandteil der Lerntheorien, Lernfähigkeit natürlich die zentrale Bedingung für Kultivation und Sozialisation. „Persönlichkeitsentfaltung beruht auf der Möglichkeit zu freigewähltem Einsatz psychischer Energie. Ein Individuum kann nur durch Kultivation seiner Zielorientiertheit eine Persönlichkeit - und somit ein Selbstkonzept - entwickeln“ (Csikszent-
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mihalyi und Rochberg-Halton, 28). Auf dem Weg zum Selbstkonzept gibt es viele Hindernisse, die z.B. organischer Natur sein können oder auf ein mangelndes Angebot an Entfaltungsmöglichkeiten zurückgehen.
Wenn ein Mensch im Zustand innerer Harmonie seine psychische Energie in freier Entscheidung auf Ziele richtet, die mit seinen übrigen Intentionen nicht im Konflikt stehen, nennt man dies „flow-Erlebnis“ (vgl. Csikszentmihalyi und Rochberg-Halton, 29). Dieser Zustand vitaler Aktiviertheit wird als Zustand erhöhten Energieflusses oder gesteigerter Situationsbeherrschung empfunden.
Csikzentmihalyi erläutert diese Empfindungen in seinem Aufsatz „Kreativität und die Evolution komplexer Systeme“ folgendermaßen: „Wenn jemand in die Flow-Erfahrung eingetaucht ist, verändert sich seine Zeitwahrnehmung: Stunden scheinen wie Minuten zu vergehen. Man weiß in diesem Zustand, was zu tun richtig ist. Ebenso sicher weiß man, ob man das gewünschte Ergebnis erreichen wird, weil das Feedback des bearbeiteten Objekts auf die eigene Aktivität klar und unmittelbar ist.“ (Csikzentmihalyi, http://www.kooperation-evolution.de/index3.html, o.J.)
Genauso im sozialen System: wenn die Intentionen einzelner Menschen kollidieren, ist dies weder für die Gruppe noch für die Ziele des
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Einzelnen förderlich. Jeder Mensch kann jedoch seine Zielbezogenheit so kultivieren, dass sie für die Gesellschaft nicht konfliktträchtig wird. Ein Beispiel: Umweltbewusstsein als allgemein geachteter Leitwert wäre sinnvoll angesichts globaler Bedrohungen.
1.2 Die Repräsentationsebenen
Die generell der Utilisierung von Objekten zugrunde liegenden Motive lassen sich in drei Repräsentationsebenen einordnen:
• die persönliche,
• die soziale und
• die kosmische Ebene.
Diese drei Ebenen können durch zwei Modalitäten beschreiben werden: Integration und Differenzierung. Persönliche Symbole können also immer entweder die Einzigartigkeit ihres Besitzers hervorheben oder seine Begabungen anderen gegenüber. In gewissen Lebensstadien haben meist entweder die integrierenden oder die differenzierenden Tendenzen Übergewicht, am günstigsten ist generell ein Gleichgewicht zwischen beiden.
Der kosmischen Ebene werden Naturphänomene zugeordnet, die den Lebensrhythmus bestimmen, z.B. Sonne, Wasser, Feuer, Wind und Erde. Jede Gesellschaft versucht nun, sinnvolle Verknüpfungen zu schaffen zwischen ihren eigenen Bestrebungen und denen des Weltengetriebes. Der Mensch selbst ist laut Csikszentmihalyi und Rochberg-Halton letztlich sehr vorläufig und unbedeutend und weiß auch um seinen Status, also bringt er seine Interessen mit den weit umfassenderen Gegebenheiten seiner Umwelt in Einklang. Bei Naturvölkern ist meist das integrierte oder soziale Selbstkonzept stark betont, in westlichen Kulturen herrscht die Tendenz vor, eine differenzierte und besonders stark individualisierte Auffassung des Selbst
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Arbeit zitieren:
Tina Skulima, 2003, Dinge und Identität, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
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