Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung 2
2 Raum und Geschlecht S. 3 - 4
3 Theorien und Ziele der Feministischen Geographie S. 5 - 7
4 Mobilitätsplanung für Frauen am Beispiel einer Campusuniversität S. 8 - 10
5 Fazit 11
6 Literaturverzeichnis 12
7 Abbildungsverzeichnis 12
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1 Einleitung
Feministische Geographie - was ist das eigentlich? Wie hängen die zunächst so unterschiedlich erscheinenden Themengebiete miteinander zusammen? Auf der einen Seite gibt es den Feminismus, die Gender-Forschung, die Sozialwissenschaften und auf der anderen Seite die Geographie als Natur- und Gesellschaftswissenschaft. Was jedoch beide Themengebiete miteinander verbindet ist der Raum.
Bei der Feministischen Geographie geht es folglich um die Verbindung von Raum und Geschlecht, die Abhängigkeiten untereinander und die Beziehungen zueinander. Feministinnen und Gender-Forscher gehen davon aus, dass das Geschlecht, bzw. die „durch gesellschaftliche Bezeichnungspraktiken zugeschriebenen Subjektidentitäten und -kategorien“ (STRÜVER 2007, S. 910) die Wahrnehmung von Raum beeinflussen und es somit keine ungeschlechtliche Raumwirklichkeit gibt. Es geht darum, vor dem Hintergrund der Benachteiligungen von Frauen in der Gesellschaft, geographische Forschung „bewusst aus der Perspektive der Frau zu betreiben“ (LESER 2010, S. 222) und ihre Raumwahrnehmung mit einzubringen.
Auf die vom Feminismus ausgehende kritische Haltung zum Thema Geschlechts- und Identitätskategorie, sowie Raumwahrnehmung, werde ich im Folgenden genauer eingehen. Anschließend werde ich einen Überblick über verschiedene feministische Ansätze in der Geographie geben, ihre Ziele und Aufgaben benennen und diese anhand eines Beispieles aus der Mobilitätsforschung verdeutlichen.
Da es sich bei der Feministischen Geographie um ein sehr komplexes Feld handelt, welches bereits eine lange Entwicklungsphase verschiedener theoretischer Ansätze hinter sich hat, soll in dieser Hausarbeit der Schwerpunkt auf die Mobilitätsforschung gelegt werden.
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2 Raum und Geschlecht
Als gesellschaftliche Unterscheidungskategorien sind vor allem die der Rasse, der Sexualität, der Religion oder Hautfarbe bekannt. Auch das Geschlecht zählt zu den gesellschaftlichen Kategorien und spielt für die Feministische Geographie eine essentielle Rolle.
Der Begriff Geschlecht wird meist biologisch verstanden. Demnach kommen wir Menschen mit einem Geschlecht zur Welt, erhalten daraufhin eine von der Gesellschaft zugeschriebene Geschlechtsidentität und behalten diese ein Leben lang. Dieses biologische Geschlecht, basierend auf Anatomie und Physiologie muss jedoch in Relation zum gesellschaftlichen Geschlecht gesehen werden. In der Feministischen Theorie geht es darum, die Kategorie Geschlecht als ein „soziales Konstrukt und generatives Muster zur Herstellung einer gesellschaftlichen Ordnung“ (STRÜVER 2007, S. 906) zu entlarven: Demnach wird kritisiert, dass es nur zwei Geschlechter geben soll, dass die Zugehörigkeit zum einen oder anderen Geschlecht körperlich festgelegt und dass ein Wechsel ausgeschlossen sei. Diese Kritik ist Grundlage für die Forschung in der Feministischen Geographie, denn nur ein komplexes Verständnis der sozialen Kategorie Geschlecht kann zu einem umfassenden Verständnis der subjektiven Raumwirklichkeit führen, auf welche ich im Folgenden näher eingehen werde.
Bei dem Begriff Raum handelt es sich um einen sehr weiten Begriff, der auf unterschiedlichste Art und Weise verstanden werden kann. Die Geographin Ute Wardenga unterscheidet zwischen vier verschiedenen Raumbegriffen: Erstens könne ein Raum als Behälter physisch-materieller Gegenstände wie zum Beispiel Gewässer und Vegetation verstanden werden. Zweitens könne man Räume als „Systeme von Lagerelationen materieller Objekte“ (WARDENGA 2002, S.8). betrachten. Dieser Raumbegriff ist beispielsweise Grundlage bei der Betrachtung von Standorten und raumwirtschaftlichen Ansätzen in der Wirtschaftsgeographie. Drittens sei ein Raum eine „Kategorie der Sinneswahrnehmung“ (ebd.), welche folglich vom jeweiligen Individuum abhängig ist. Der vierte Raumbegriff nach Wardenga sei von gesellschaftlichen Konstruktionsprozessen geprägt. Laut Wardenga prägt erst der Raumnutzer den Raum und somit könne man von einer raumbezogenen Sprache auf das Verhalten im Raum schließen (ebd.).
Die Verbindung dieser beiden abstrakten und vielseitig auslegbaren Begriffe Geschlecht und Raum ist nötig für eine genaue Raumwahrnehmung, denn ein Raum wird stets durch
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Arbeit zitieren:
Karoline Kmieciak, 2011, Feministische Geographie, München, GRIN Verlag GmbH
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