Inhalt
Kapitel Seite
Einleitung 3
I. Aktueller Stand der Forschung 3
1. Lexikonorientierung und Text-/Diskurs-
orientierung 4
2. Analysemodelle politischer Sprache 5
a) Das lexikalisch-argumentative
Modell 6
b) Das Kommunikationsmodell 7
II. Das lexikalisch-argumentative Modell in
der Praxis 8
1. Einleitung 9
2. Einzelanalyse der Abschnitte 10
3. Schlusswort 14
Literatur -/Quellenverzeichnis 15
Einleitung
In einer Zeit, in der politische Inhalte im Wahlkampf in den Schatten der politischen Charakteren zurücktreten, ist es wichtig, dem Bürger die sprachliche Kompetenz zu vermitteln die benötigt wird um politische Reden zu verstehen. Einen wichtigen Schritt in diese Richtung macht die Sprache und Sprachverwendung in der Politik Forschung, die Analysemodelle für politische Texte bereitstellt. In dieser Hausarbeit möchte ich zunächst den aktuellen Forschungsstand der Sprache in der Politik Forschung skizzieren und später zwei Analysemodelle vorstellen. Im zweiten Teil der Hausarbeit werde ich dann eines der Modelle praktisch anwenden.
I. Aktueller Stand der Sprache in der Politik Forschung
1. Lexikonorientierung und Text-/Diskursorientierung
Die Sprache in der Politik Forschung hat sich in ihrer Entwicklung durch zwei maßgebende Orientierungen ausgezeichnet. Zuerst herrschte die lexikonorientierte Richtung in der Sprache in der Politik Forschung vor, welche ihren Ursprung in der Semantik hat, genauer gesagt in der Einzelanalyse politischer Wörter. Auf diese Weise wurden z.B. in den 50er Jahren die Schlagwörter des Nationalsozialismus, genauso wie später die der DDR, von Sprachwissenschaftlern erforscht. Die lexikonorientierte Richtung betrachtet die Sprache der Politik als einen Teil der Sprachgeschichte und des Wortschatzes, besonders wichtig ist ihr dabei die Geschichte von Schlagwörtern. In der öffentlichen Sprachreflexion und auch von Seiten der Politiker wurden und werden den Wörtern auch heute noch ein hoher Stellenwert eingeräumt, wobei der Politiker seine Herrschaft durch Sprache durchsetzt. Herrschaft durch Sprache wird dabei als Herrschaft über „Begriffe“ verstanden, welche die bedeutendsten strategischen Mittel sind, die der Politiker im sogenannten Persuasionsprozess benutzt. Durch den strategischen Einsatz der Wörter versucht er den Bürger oder die Abgeordneten zu überzeugen und somit seine Herrschaft mit Hilfe der Wörter durchzusetzen.
Die frühe lexikonorientierte Forschung geht nicht zuletzt auf den Mythos von der „Macht des Wortes“ zurück, welcher im Nationalsozialismus einen idealen Nährboden gefunden hat. Folgendes Zitat aus der Hitler-Propaganda, lässt dies erahnen: In unseren Augen, da muss der deutsche Junge der Zukunft schlank und rank sein, flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl... (Chronik Verlag 1999: 219)
Hieran wird deutlich welche Macht z.B. die Worte „Windhund“ und „Leder“ über den Hörer haben könnten, den sie zur Identifikation mit ihren positiven Eigenschaften, also z.B. der Schnelligkeit des Windhundes, einladen.
Die zentralen Aufgaben der lexikonorientierten Sprache in der Politik Forschung sind die Gliederung des politischen Wortschatzes, aber vor allem auch die semantische Beschreibung politisch relevanter Wörter, besonders die Beschreibung ideologiegebundener Begriffe wie etwa „Ausbeutung“ oder „Klassenfeind“ aus dem Bereich des Sozialismus. In den 70er Jahren erfolgte die kommunikativ-pragmatische Wende in der Sprachwissenschaft, die dazu führte, dass der lexikonorientierte Ansatz um pragmatische Faktoren erweitert wurde. Es wurde erkannt, dass die semantische Beschreibung von Begriffen nur durch den Einbezug des Kontextes Sinn macht, d.h. dass es nicht nur auf das Wort, sondern ebenso auf den Sprecher, die Adressaten und die Redesituation ankommt. Bei dem oben genanntem Beispiel spielt die kontextuelle Einbindung eine enorme Rolle, denn die Worte würden in einem ganz anderen Licht dastehen, wenn man außer acht lässt, dass es sich beim Sprecher um Adolf Hitler handelt, bei den Adressaten um 54.000 Jungen und Mädchen aus den Nazi-Organisationen und dass die Redesituation eine Ansprache zum „Ehrentag der deutschen Jugend“ war. Wenn man diese Faktoren zusammen mit der Semantik der Einzelwörter betrachtet, lassen sich an Hand dessen strategische Aspekte der Wortverwendung ausmachen, wie in diesem Fall etwa, das Ziel durchzusetzen, die Jugendlichen zu disziplinierten, loyalen Untertanen zu machen.
Die kommunikativ-pragmatische Wende hat die lexikonorientierte Richtung also um folgende Faktoren erweitert: Sie fordert eine kontextuelle Einbindung bei der Betrachtung der einzelnen Wörter, sie betrachtet die strategischen Aspekte der Wortverwendung, wie z.B. Sprechhandlungsziel oder Diskursstrategien, und sie versucht zudem Wörter und Wortgruppen diskursgeschichtlich zu analysieren.
Arbeit zitieren:
M.A. Holger Hoppe, 2003, Sprache und Sprachverwendung in der Politik, München, GRIN Verlag GmbH
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