Inhaltsverzeichnis
1 Einleitende Betrachtung. 4
2 Epoche der Eliminierung 6
2.1 Der Umgang mit Behinderten in prähistorischer Zeit und Antike. 6
2.2 Die Entwicklung zur allgemeinen Lebenshilfe - Vordemokratische Zeit im antiken
Griechenland 6
2.3 Kontrast : Der Umgang mit Behinderten im antiken Rom. 15
3 Epoche der Humanitären Isolation 16
3.1 Einleitung 16
3.2 Die Christliche Mitleidsethik kontra Hexenverbrennung 17
3.3 Humanismus kontra Hofzwerge (Renaissance) 20
3.4 Errichtung von Bettlergefängnissen. 21
3.5 Zeitalter der Aufklärung. 22
4 Literaturverzeichnis 24
3
1 Einleitende Betrachtung
Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Thema „Umgang mit Behinderten im Wandel der Zeit“. Dabei erfolgt eine Betrachtung von den Staaten der Antike bis in unsere heutige Zeit.
Die einzelnen zeitlichen Abschnitte werden wie folgt aufgeteilt:
Die „Epoche der Eliminierung“ beschäftigt sich mit den altorientalischen Kulturen und den frühen Kulturen des Mittelmeerraumes, aber auch mit dem Umgang Behinderter z.B. in der Steinzeit. In dieser Zeitspanne wird berichtet, dass es durchaus üblich war Behinderte auszusetzen und sie ihrem Schicksal zu überlassen. Es ist aber auch von organisierter Tötung die Rede.
Die Epoche der „Humanitären Isolierung“ beschreibt die Stellung der Behinderten vom frühen bis zum späten Mittelalter. Hier wird die Isolierung von Behinderten in Zucht-, Waisen-, oder Armeinhäuser beschrieben.
In der Epoche der „beruflichen und sozialen Integration“ werden die systematischen Maßnahmen zur schulischen, medizinischen und sozialen Rehabilitation näher betrachtet.
1 Vgl.: Buch Bianca
2 Vgl.: Buch Bianca
3 Vgl.: Buch Bianca
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass eine scharfe Abgrenzung der einzelnen Epochen nicht immer gelingen kann, da die einzelnen Zeitabschnitte fließend ineinander übergehen.
So war es z.B. durchaus auch im Mittelalter üblich, dass Behinderte im Kreis der Familie voll rehabilitierte Mitglieder waren und sich an den täglichen Arbeiten des Lebens beteiligten. 4 (Die Beteiligung an speziellen Arbeiten richtete sich natürlich nach dem jeweiligen Grad der Behinderung). Auf der anderen Seite war es aber bis weit ins 11. Jahrhundert an der Tagesordnung behinderte Kinder kurz nach der Geburt zu töten. 5
Dieses Beispiel zeigt deutlich die Probleme der Aufteilung in einzelne Epochen, sie soll aber beibehalten werden, da so ein strukturierteres Denken und Arbeiten möglich ist.
4 Vgl.: Webseite des Behinderten-Sportverbandes Brandenburg e.V.
5 Vgl.: Buch Bianca
2 Epoche der Eliminierung
2.1 Der Umgang mit Behinderten in prähistorischer Zeit und Antike
Seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte erscheint die Behinderung als ein Tabuthema, wobei sich das Erkennen einer Behinderung lange Zeit auf das optische Erscheinungsbild des Einzelnen zentrierte. Ab wann sich erste Formen von positiven Sozialverhalten gegenüber behinderten „Artgenossen“ entwickelt haben, lässt sich nur mutmaßen. Blickt man auf die prähistorische Zeit zurück, so belegen Grabfunde behinderter Menschen aus dem Neolithicum (Jungsteinzeit), welche ohne Fremdhilfe das Erwachsenenalter nicht erreicht hätten.
Ähnliche Funde in weiteren Gräbern zeigen menschliche Überreste mit ausgeheilten Verletzungen, was ohne die Versorgung durch Angehörige nicht möglich gewesen wäre (vgl. Eugen-Maria Schulak, S. 2).
Diese wahrscheinlich ersten Ansätze humanitären Sozialverhalten lassen bereits die Vermutung zu, dass eine gegenseitige Unterstützung und Nächstenliebe keine Erfindung irgendeiner Glaubensrichtung darstellt und auch nicht erst Ihren Anfang im Zeitalter der Aufklärung fand, sondern geschichtlich bereits viel früher zu suchen ist. Unklar bleibt allerdings die Frage, ob dieses Verhalten wirklich aus uneigennützigen oder opportunistischen Gründen seinen Ursprung hat.
2.2 Die Entwicklung zur allgemeinen Lebenshilfe - Vordemokratische Zeit im antiken Griechenland
In der vorchristlichen Antike war es nichts Besonderes, dass man ein behindertes Kind nach der Geburt getötet und beseitigt hat. In vielen außerchristlichen Kulturen finden wir ähnliches bis in die Gegenwart herauf. Auch Zwillinge oder bei schwarzen Völkern Albinos wurden auf diese Weise beseitigt. Jedoch sind Gleichberechtigung und Respekt gegenüber Behinderten keine Erfindung des Christentums und seiner vielgepriesenen Nächstenliebe.
Überlieferung der Sumerer in Mesopotamien erzählen von einem Schöpfungsmythos, der behinderte Menschen als das Werk eines betrunkenen Gottes ansah, und es in eine göttliche
Verfügung darstellte, diese Menschen zu versorgen.
Ähnliche Ansätze fanden sich im alten Ägypten, in dem das 25. Kapitel der Weisheitslehre des Amenemope ausdrücklich verbietet, Behinderten auf irgendeine Art und Weise das Leben zu erschweren. Im Gegenzug waren für die vom Schicksal gezeichneten Menschen aber auch keine konkreten Unterstützungsleistungen vorgesehen, so dass diese ihr Leben als Bettler bestreiten mussten, sofern sie keiner Arbeit mehr nachgehen konnten oder von Angehörigen mitversorgt wurden (vgl. Eugen-Maria Schulak, S. 2-3) .Mangels exakter Überlieferungen zur Frage der Behindertenunterstützung als solcher ist es schwer, ihre Anfänge zeitlich einzuordnen, da die antiken Autoren nur vereinzelt Hinweise dazu geben. Diese wenigen Hinweise lassen es jedoch zu, erste Ansätze einer Unterstützung Solon zuzuschreiben. Nach Diogenes Laertius wurde den Kämpfenden zugesichert, dass ihre ,,Söhne denn auch auf öffentliche Kosten unterhalten und erzogen" würden ( Diogenes Laertius I (Solon) 55). Diese Söhne waren zwar nicht selbst körperbehindert, konnten aber in der Regel aus Altersgründen ihren Lebensunterhalt noch nicht selbst verdienen. Daraus ersichtlich wird das Pflichtbewusstsein, das die Athener gegenüber ihren Soldaten aufbrachten: der Kämpfer sollte sich keine Sorgen um seine Familie machen müssen, die Dankbarkeit der Gesellschaft und deren Sorge um seine Nachkommenschaft waren ihm gewiss.Der nächste Schritt und die erste wirkliche Unterstützung Körperbehinderter geschah unter Peisistratos. Plutarch spricht zunächst von den vielen Gesetzen, die der Tyrann von Solon übernommen hatte und geht dann auf Ergänzungen ein. In diesem Rahmen nennt er das Gesetz, „welches den Kriegsgeschädigten Unterhalt auf Staatskosten zubilligt“ (Plutarch, Solon 31, 2). Ein Krieger konnte nun demnach also auch für den Fall einer Verletzung mit öffentlicher Hilfe rechnen. Zwar ist laut Matthew P. J. Dillon die generelle Tendenz antiker Autoren zu beachten, Solon als den Urheber möglichst vieler Gesetze zu nennen, allerdings neigt er in diesem Fall dazu, die Historizität der Regelung als gegeben zu betrachten (Dillon S. 28f) und ist damit anderer Ansicht als Jacoby, der die gleichen Aussagen von Plutarch und Diogenes Laertius für unhistorisch hält (Jacoby, F., FGrHist III b Suppl. 1, S. 563). In beiden Fällen ist aber keine Rede von der Unterstützung weiblicher Behinderter. Dieses
Aussparen hängt natürlich einerseits damit zusammen, dass in der antiken Kriegführung Frauen nicht eingesetzt wurden und damit keine weiblichen Verwundeten zu beklagen waren, andererseits, bezüglich der Waisenunterstützung seit Solon, die, wenn überhaupt, nur für
Arbeit zitieren:
Dirk Landsiedel, 2002, Umgang mit Behinderten, ein historischer Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Architektur als Zeichen am Beispiel von Daniel Libeskinds Museumsbaute...
Kunst - Architektur, Baugeschichte, Denkmalpflege
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Personalität und Wert des Lebens bei Peter Singer
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Hausarbeit, 20 Seiten
Die Rolle des Spiels für die Entwicklung behinderter Kinder
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
Seminararbeit, 13 Seiten
Marketing im Theater - Problemfelder, Lösungen, Werkzeuge
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit, 25 Seiten
Kindliche Sprachentwicklungsstörung - Komplexität und Therapie
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Hausarbeit, 17 Seiten
Einfluss gebrochener Preise auf das Kaufverhalten
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 18 Seiten
Das Burnout-Syndrom - die Rechnung für eine längere Zeit ohne innere Z...
Seminararbeit, 28 Seiten
Die Christenverfolgung unter Diokletian
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Seminararbeit, 17 Seiten
Sport von Menschen mit Behinderungen
Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung
Seminararbeit, 13 Seiten
Soziale Ungleichheit durch Behinderung
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Seminararbeit, 29 Seiten
Behinderung und 3. Welt - Ursachen und Formen von Krankheit und Behind...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Hausarbeit, 14 Seiten
Die Christenverfolgung unter Diokletian
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Seminararbeit, 16 Seiten
Daniel Defoe's 'Robinson Crusoe' and J.M. Coetzee's ...
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Referat / Aufsatz (Schule), 4 Seiten
Die Körperbehindertenpädagogik der DDR
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Hausarbeit, 34 Seiten
Burnout Syndrom (Psychovegetativer Erschöpfungszustand)
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
Hausarbeit, 23 Seiten
Als der Rock'n'Roll Deutschland veränderte
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Dirk Landsiedel hat den Text Umgang mit Behinderten, ein historischer Überblick veröffentlicht
Dirk Landsiedel hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare