Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Ethik und Medien 4
2.1 „Moral“ und „Ethik“ in ihrem Ursprung 4
2.2 Aufgabe der Medien 4
2.3 Aufgabe der Medienethik 5
3. Wandel und Maßnahmen der Medien 6
3.1 Das Problem der Medien 6
3.2 Institutionen der Selbstkontrolle 7
4. Arbeitsweise der Journalisten 9
4.1 Das Selbstverständnis von Journalisten 9
4.2 Das „Nachrichtenkarussel“ und der Umgang mit den Folgen 12
4.3 Die Frage nach der Verantwortung 14
5. Fazit 15
6. Literaturverzeichnis 17
1. Einleitung
Der Qualitätsverlust der Printmedien wird in vielen Werken der „Medienethik“ zunehmend thematisiert, wobei nicht nur die Redaktionen der „BILD-Zeitung“ oder „Bunte“ genannt werden, sondern auch u.a. die der „Süddeutschen Zeitung“, der „taz“ oder der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Dass die „BILD-Zeitung“ als „Schmierblatt“ verschrien ist, dürfte allgemein bekannt sein. Interessant ist aber, dass auch als seriös eingestufte deutsche Printmedien vermehrt einem Boulevardblatt ähneln. Dies geschieht nicht allein durch fragwürdige Schlagzeilenentstehung, sondern auch durch das Recherchedefizit, das viele Journalisten aufzuweisen scheinen. So werden Informationen blind übernommen, ohne ausreichend zu recherchieren, ob diese der Wahrheit entsprechen. Aber auch aus anderen Gründen entwickelt sich der Journalismus der deutschen Presse in eine Richtung, die weniger den medienethischen Aspekt zu berücksichtigen vermag. Ganz so, als wären Ethik und Moral zu empfinden, Privat- und Intimsphäre zu achten, oder auch Verantwortung zu übernehmen längst vergessene Fähigkeiten.
Auf den folgenden Seiten soll dargelegt werden, woher die Ethik der Printmedien rührt, welchen Verpflichtungen und Rechten sie unterliegt und welche Maßnahmen zur Erhaltung der medienethischen Verantwortung ergriffen werden. Außerdem soll das Selbstbild von deutschen Journalisten typologisiert und deren Arbeitsweisen skizziert werden, um
verstehen zu können, welchen Ursachen der eingangs genannte „Qualitätsverlust der Printmedien“ unterliegt.
2. Ethik und Medien
2.1 „Moral“ und „Ethik“ in ihrem Ursprung
Der Grundgedanke der „Medienethik“ lässt sich selbstverständlich nicht nur mit den beiden Begriffen „Ethik“ und „Medien“ erklären, sondern vielmehr muss man auf elementarere Weise versuchen, diesen Terminus zu verstehen.
Zunächst ist es geboten, den Begriff der „Moral“ zu erläutern. „Mit Moral (lat. Mos = Gewohnheit, Sitte, Brauch) ist jenes uns anerzogene Werte-, Sitten- und Normengeflecht gemeint, auf dessen Basis wir täglich bewusst oder unbewusst unsere Handlungen vollziehen“ (Pürer, 2003, S. 143). Moral wird auch als Bereich des menschlichen Lebens gesehen, „der von Kunst, Wissenschaft, Recht oder Religion verschieden ist; Moral ist die Gesamtheit der moralischen Urteile, Normen, Ideale, Tugenden, Institutionen“ (Funiok, R., in Karmasin, 2002, S. 38).
Unter Ethik („ethos“, griech. für „Sitte“) kann man eine „Morallehre“ verstehen, die mit dem „Nachdenken über unsere (moralisch bedingten und moralisch zu bewertenden) Handlungen“ einhergeht (vgl. Pürer, 2003, S. 143). Ethik soll „dort Verbindlichkeiten schaffen, wo andere Steuerungsressourcen, wie das Recht oder auch der Markt versagen. Es geht um die Funktion der Integration und Stabilisierung sozialer System durch Moral“ (Kunczik, Zipfel, 2005, S.198, 199; zit. n. Thomaß, B., 1998, S. 15). Die Bedeutung von Moral und Ethik ist für Journalisten, zumindest in der Theorie, eine immense. Immerhin soll Ethik für den Journalisten „die Frage nach dem journalistisch Richtigen und Guten“ beantworten (vgl. Kunczik, Zipfel, 2005, S.198) und mit dem Verweis auf die Grundbedingungen des Humanen Gefahren minimieren (vgl. Funiok, R., in Karmasin, 2002, S. 41).
Bevor der Begriff „Medienethik“ erläutert werden kann, muss geklärt werden, welchen Auftrag die Medien im Allgemeinen haben und welche Bedingungen unter anderem dazu führen, dem Thema Medienethik so viel Aufmerksamkeit zu schenken.
2.2 Aufgabe der Medien
„...der journalistische Auftrag der Massenmedien besteht darin, durch klare Informationen und deutliche Kritik öffentlich zu machen, wo sich das Mobile des gesellschaftlichen Lebens zu verhaken droht.“ (Baum, A., in Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses Deutscher Presserat, S. 23)
Die Aufgabe des Journalismus in einer Demokratie ist also, zu Anliegen und Sachverhalten öffentlichen Interesses Informationen und Nachrichten zu verbreiten und zum Thema kritisch Stellung zu beziehen, um so zur Meinungsbildung der Öffentlichkeit beizutragen (Kunczik, Zipfel, 2005, S.198). Jedoch scheint diese Aufgabe unter all den genannten Aspekten, die zur veränderten Medienlandschaft führen, nicht einfach zu bewältigen zu sein.
Es gibt im Journalismus leider eine Vielzahl von Widersprüchen, die von Journalistinnen und Journalisten ausbalanciert und gemeistert werden müssen.
Innerhalb der medienethischen Anforderungen besteht zum Beispiel das Recht auf freie Meinungsäußerung, jedoch auch das Recht auf Privat- und Intimsphäre. Die Mediensystemlogik ist beispielsweise durch ethische und ökonomische Prämissen widersprüchlich. Ein Widerspruch besteht auch in der Arbeitswelt von Journalisten, die einerseits umfassend recherchieren sollen, andererseits aber unter enormen Zeitdruck stehen, unter dem diese Recherche steht. Auch die Rezipientenwünsche in der Medienwelt sind oftmals widersprüchlich: Auf der einen Seite besteht das „Ziel einer kritischen Urteilskraft in der Mediennutzung“, auf der anderen Seite haben Rezipienten oft den „Wunsch nach banaler und möglichst unaufwendiger, entspannender Unterhaltung“ (vgl. Krainer, L., in Karmasin, 2002, S. 157-158).
2.3 Aufgabe der Medienethik
„Das Balancieren von Widersprüchen ist die zentrale methodische Herausforderung von Medienethik.“ (Krainer, L., in Karmasin, 2002, S. 158)
Die Medienethik beschäftigt sich demnach mit „moralischen Prinzipien des Journalismus, nicht zuletzt also damit, wie Journalisten auf der Basis demokratischer Werte und anderer allgemeiner gesellschaftlicher Übereinkünfte handeln sollen“ (Pürer, 2003, S. 144). Medienethik findet immer dann Anwendung, „wenn sich aufgrund wissenschaftlichtechnischer Entwicklungen neue Handlungsmöglichkeiten und mit ihnen
Bewertungsprobleme ergeben, für welche die allgemeine Moral (oder die bisherige Berufsmoral) keine ausreichend trennscharfen Kriterien bereithält“. Die Massenmedien und Informationsnetze stellen Gesellschaft und den Einzelnen vor Wahl- und Orientierungsprobleme, zudem wird im stets wachsenden Informations- und Unterhaltungsangebot neben positiven Folgen, wie Chancen für Demokratie und Entwicklung des Einzelnen, auch der negative Aspekt, nämlich die Gefahr für den Einzelnen gesehen. So fordert man „eine bereichspezifische ethische Reflexion“ (vgl. Funiok, R., in Karmasin, 2002, S. 41).
Arbeit zitieren:
Julia Fischer, 2010, Ethik und Print-Medien, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Medien / Kommunikation - Medienethik: Ethik und Print-Medien ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Medien / Kommunikation - Medienethik: neuer Titel erschienen: Ethik und Print-Medien
Julia Fischer hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare