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Hochschule Vechta
Fach Erziehungswissenschaften/Pädagogik
Hochschule Vechta
Proseminar: Grundformen des Unterrichts Sommersemester 2003
Hausarbeit zum Thema:
Michaele Raker
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1. Spielen im Unterricht-Sinn oder Unsinn? Eine Einleitung in das Thema 4
2. Begriffsklärung 6
2.1 Definition des Begriffs Spiel 6
2.2 Merkmale des Spiels 6
2.3 Ist das Spiel wirklich immer zweckfrei? 7
3. Drei Arten von Spielen: 8
3.1 Interaktionsspiele 8
3.2 Simulationsspiele 8
3.2 Szenisches Spiel und Theater 9
4. Spielen und Lernen 12
4.1 Die sozialintegrative Aufgabe des Klassenleiters 12
4.2 Spielen im Unterricht - Gründe dafür und Vorurteile dagegen 12
4.5 Warum wird so wenig im Unterricht gespielt? 14
4.6 Spielen in der Schule- zweckfrei oder verzweckt? 14
4.7 Spielen im Unterricht - Was muss ich als Lehrer beachten? 15
4.8 Checkliste zur Vorbereitung von Spielen: 15
4.9 Neun Tipps für Lehrer, eigene Hemmschwellen zu überwinden 16
5. Beispiel für Simulationsspiel: das Rollenspiel 17
5.1 Ziele des Rollenspiels 19
5.2 Spielanlässe 19
5.3 Spieltechniken 19
5.4 Ablaufschema 20
6. Spielen im Unterricht - abschließende Überlegungen 23
Literaturangaben 24
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1. Spielen im Unterricht - Sinn oder Unsinn? Eine Einleitung in das Thema
Spielen im Unterricht - eine sinnvolle Unterrichtsmethode zur Förderung aktiver Lernprozesse oder ein Element der vielbelächelten „Kuschelpädagogik“? Diese Frage wird in der aktuellen pädagogischen Debatte - insbesondere nach PISA 2000 und PISA 2003 - häufig gestellt, wenn es um die Entwicklung von Schule und Unterricht geht. Dennoch ist diese Frage nicht neu - bereits zu Zeiten der ersten Reformansätze zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts setzte man sich intensiv mit den Grenzen und Chancen verschiedener Unterrichtsmethoden auseinander, darunter auch mit dem Spiel im Unterricht. Grenzen und Chancendass das Spiel im Unterricht als sinnvolle Unterrichtsmethode durchaus seine Grenzen hat, soll im Folgenden ein kurzer Erfahrungsbericht zeigen, der zugleich Anlass für diese Ausarbeitung war. Dass es jedoch auch anders sein kann, dass das Spiel im Unterricht durchaus bei entsprechender didaktischer Aufbereitung geeignet ist, um Lernprozesse anzuregen und zu fördern, soll im Anschluss dargestellt werden.
Spielen im Unterricht - ein negatives Beispiel: Im Rahmen einer Hospitationsstunde in einer Grundschule beobachtete ich folgenden Unterrichtsablauf:
Die Lehrerin leitete ihre Mathematikstunde mit einem Spiel ein, indem sie einen großen Schaumstoffwürfel zur Verfügung stellte und die Zahl „eins“ an die Tafel schrieb.
Die Kinder sollten nun jeweils würfeln und die gewürfelte Zahl zu der an der Tafel stehenden hinzuaddieren. Würfelte das erste Kind eine fünf, sollte es also eine sechs an die Tafel schreiben und den Würfel weitergeben. Das folgende Kind musste nun wiederum die gewürfelte Zahl zur sechs addieren und so weiter. Dieses Spiel mag einem auf den ersten Eindruck als durchaus geeignet erscheinen, um die Fähigkeit der Addition der Kinder zu festigen, jedoch gestaltet sich das Ganze als denkbar schwierig, wenn der dazu notwendige Zehnerübergang noch gar nicht eingeführt wurde.
Bereits beim zweiten Würfeln ergab sich die Aufgabe 8+4 und sämtliche Kinder riefen die abwegigsten Zahlen wie 78, 54 oder 26 in die Klasse.
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Die Lehrerin wartete geduldig ab, bis sie glaubte, irgendwo eine „zwölf“ vernommen zu haben, und schrieb diese dann unter eindringlichem Lob an die Tafel.
Das ging solange weiter, bis die Kinder begonnen, sich mit dem Würfel gegenseitig zu schlagen; erst dann brach sie das Spiel ab. Nach einer halben Stunde standen ganze vier Zahlen an der Tafel. Anlass genug, sich einmal eingehender mit dem Spiel als Unterrichtsmethode zu beschäftigen.
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2. Begriffsklärung 2.1 Definition des Begriffs Spiel:
Obwohl es für jeden von uns eigentlich ganz eindeutig erscheint, was spielen ist und wann Menschen spielen im Gegensatz zu essen, trinken, schlafen, arbeiten etc. gibt es bis heute darüber noch keine eindeutige Definition. Die verschiedenen Wissenschaftler, die sich mit dem Spielen beschäftigt haben, haben nie eine Begriffserklärung geleistet, sondern sich immer nur Teilaspekte des Spielens gestützt, die ihrem Interessengebiet entsprachen. So betrachteten die Verhaltensforscher und Biologen das menschliche Spiel im Vergleich zum tierischen, die Mathematiker die Spieltheorien als logische Modelle von Entscheidungen, die Soziologen den gesellschaftlichen Zusammenhang von Arbeit, Freizeit und Konsum und die Psychologen gingen empirisch an das Thema heran, untersuchen die psychischen Funktionen, die das Spiel für den Menschen haben kann.
Eine Erforschung der Gesamtproblematik des Spielens mit entsprechender Begriffsklärung gab es bislang jedoch nicht
2.2 Merkmale des Spiels:
Obwohl es keine eindeutige Definition des Spielens gibt, lassen sich einige Merkmale bestimmen, die auf nahezu alle Spielformen zutreffen:
1. Spielen erfordert einen freien Raum, weil es selbst frei von Zwecken ist. 2. Spielen ist in sich zielgerichtet. 3. Spielen findet in einer Scheinwelt statt. 4. Spielabläufe sind mehrdeutig und offen.
5. Spielen schafft eine handelnde Auseinandersetzung mit den Mitspielern oder dem Spielobjekt.
6. Spielen erfordert die Anerkennung von Spielregeln. 7. Im Spielen müssen gleiche Rechte und Gewinn- oder Beteiligungschancen für alle Mitspieler bestehen. 8. Spiele erfüllen sich in der Gegenwart. 9. Spielen macht Spaß. (vgl. Hilbert Meyer 1994, S. 342)
Arbeit zitieren:
Katarina Michaele Raker, 2003, Spielen im Unterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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