5. Lässt sich das „Polluter Pays“ Prinzip auf die Möglichkeit des
Geo -Engineerings anwenden? 11-12
6. Geo-Engineering als alleinige Lösung ohne Adaptation oder
Reduzierung der Emissionen? 12-13
7. Geo-Engineering als „Notbremse“ falls alle anderen Möglichleiten
scheitern ? 13
8. Fazit 14-16
9. Literaturverzeichnis: 17
2
1. Einleitung:
Seit dem Bekannt werden, dass der Mensch (hauptsächlich in industrialisierten Ländern) für den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf das Leben auf der Erde verantwortlich ist, wird auch mit Hochdruck an Lösungsmöglichkeiten gearbeitet.
Logisch wäre es alle Handlungen zu reduzieren, die für eine Erhöhung der Treibhausgase sorgen. (u.A.: Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen, verstärkter Fokus auf alternative Energien) Außerdem müssen Möglichkeiten und Vorbereitungen zur Anpassung an die Veränderungen, die durch den Klimawandel entstehen können, getroffen werden. Gerade die ärmeren Länder der Welt werden voraussichtlich besonders unter extremen Wetterbedingungen leiden. Deshalb müssten diese sich besonders für bevorstehende Wetterkatastrophen rüsten. Die zwei Hauptziele um dem Klimawandel entgegenzuwirken sind also:
1. Die globale Reduktion von schädlichen Treibhausgasen um die Erderwärmung und deren Folgen aufzuhalten.
2. Die Anpassung an extremere Wetterlagen (z.B.: Erbauung von Dämmen um Überschwemmungen vorzubeugen etc.)
Einen weiteren Lösungsansatz gibt es jedoch noch, dieser nennt sich „Geo-Engineering“ und ist das Thema dieser Hausarbeit.
Inhaltlich wird in dieser Hausarbeit auf die Funktionalität bzw. die Umsetzbarkeit von Geo-Engineering eingegangen. Dabei werden auch technische Vorrausetzungen geprüft, sowie die Kosteneffizienz. Die Vor- und Nachteile von Geo-Engineering werden dargelegt. Ebenso wird anhand von Generationengerechtigkeit evaluiert ob dieses ein gerechter Lösungsansatz sein kann.
Ebenso wird aufgezeigt, wie Geo-Engineering in Bezug auf andere Lösungsmöglichkeiten bestehen kann. Im Fazit wird noch einmal wertend auf die Thematik eingegangen und beurteilt.
3
2. Was ist Geo-Engineering?
Durch Geo-Engineering soll es ermöglicht werden den Klimawandel „…mit technologischen Mitteln vorsätzlich und großräumig zu beeinflussen…“. 1 Aufgrund der immer deutlicher werdenden und spürbaren Konsequenzen des Klimawandels (Erdrutsche, Hitzewellen, Überschwemmungen etc.) sind solche Ansätze schon seit einer geraumen Zeit und durch die Fortschritte in der Wissenschaft nicht mehr nur als eine Utopie zu verstehen. Der Begriff des Geo-Engineerings oder auch Climate-Engineerings ist bisweilen aber noch recht breit gefächert und hat keine klare und einheitliche Definition. 2 Die Ideen die unter Geo-Engineering fallen sind dagegen aber bereits sehr präzise und ausgereift. Diese reichen von der Idee riesige „Sonnenschirme“ oder auch Reflektoren im Weltall aufzuspannen um die Sonnenbestrahlung der Erde zu reduzieren, 3 bis hin zur Idee die Dächer von Häusern weiß zu streichen um das Sonnenlicht so zu reflektieren. Andere Ideen gehen noch weit darüber hinaus.
Der Ingenieur Stephen Salter hat die Idee Meerwasser mit Spezialschiffen in die Atmosphäre zu sprühen um so künstliche Wolken zu erzeugen. 4 Diese sollen dann die Sonneneinstrahlung auf der Erde nachhaltig reduzieren und somit eine erhöhte Erwärmung der Erde verhindern. Die fortschrittlichste Idee ist aber eine, die auf Beobachtungen eines Vulkanausbruchs 1991 (Pinatubo) beruht. Hier wurde festgestellt, dass der Vulkan bei seiner Eruption eine enorme Menge an Staub (unter anderem auch große Mengen an Schwefeldioxid, SO2 in Form von Schwefelsäuretröpfchen, also Aerosol) in die Erdatmosphäre abgab. Dies hatte zur Folge, dass die globale Erdtemperatur um 0,5 Grad Celsius sank. 5 Dieses inspirierte viele Forscher und Ingenieure eine Methode zu entwickeln, die es ermöglicht dieses natürliche Phänomen künstlich zu erzeugen um so möglicherweise der von Menschen gemachten Erderwärmung entgegenzusetzen.
Der Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen knüpfte ebenfalls an diese Idee an und entwickelte den Gedanken Schwefeldioxid in die Stratosphäre zu befördern um die Wolkenbildung zu verstärken. 6 Seine Methode sah es vor, für dieses Vorhaben spezielle Luftballons aufsteigen zu lassen. 7 Deren Inhalt, das Schwefeldioxid, würde dann freigesetzt werden und so wie
1 Adolphs/Winter 2010:1.
2 Vgl. Gardiner 2010:284.
3 Vgl. Adolphs/Winter 2010:1.
4 Vgl. Carstens 2009.
5 Vgl. Ebd.
6 Vgl. Ebd.
4
7 Vgl. Odenwald 2010.
natürliche Wolken es vormachen, das Sonnenlicht brechen und reflektieren. Mittlerweise ist diese Idee Crutzens weiter ausgereift worden.
Überlegt wurde, wie das Schwefeldioxid am besten und am effektivsten in die Stratosphäre gelangen kann. Am plausibelsten ist dabei momentan die Idee das Schwefeldioxid mit Spezialflugzeugen in der Stratosphäre zu verteilen. 8
Grundsätzlich ist es bereits möglich mit kleineren und mittelgroßen Kampfflugzeugen in die untere Stratosphäre zu fliegen. Diese haben bis jetzt aber noch nicht die Kapazität große Ladungen an Lasten mit sich zu tragen. Möglich wäre es sicherlich aber auch neue Flugzeugtypen für genau diesen Zweck zu entwickeln und zu bauen. 9 Das Versprühen der Schwefeldioxid-Aerosole kann entweder durch spezielle Sprühvorrichtungen („Nozzles“) an den Flugzeugen oder durch die Beimischung des Schwefelgemisches in das Kerosin verteilt werden. Hier bei müssten aber zwei Kerosintanks eingebaut werden. Ein Tank für den Flug innerhalb der Stratosphäre und ein weiterer Tank für den Flug in der Troposphäre. So soll vermieden werden, dass die schwefeldioxidhaltigen Aerosole in der Troposphäre verteilt werden. Bevorzugt wird momentan aber die erste Idee, die der „Nozzles“. 10
Bei dieser Methode muss bedacht werden, dass eine weltweilte andauernde Geo-Engineering-Aktion mit Flugzeugen auch wieder neue Mengen an CO2 in die Atmosphäre abgibt, welches dann ebenfalls mit kompensiert werden müsste. 11
Die Ernsthaftigkeit die Geo-Engineering bisweilen erreicht hat, lässt dich auch daran erkennen, dass das Time Magazine Geo-Engineering als eine der zehn Ideen benannt hat, die die Welt verändern könnten. 12
2.1 Thematische Abgrenzungen:
Trotz der unterschiedlichen Möglichkeiten des Geo-Engineerings wird in dieser Hausarbeit das Hauptaugenmerk auf die Methode gelegt, die von Crutzen auf Grund des Vulkanausbruchs vertieft wurde. Es geht in dieser Hausarbeit also nur um die Kühlung der
8 Vgl. Odenwald 2010.
9 Vgl. Robock 2009:4.
10 Vgl. Ebd.
11 Vgl. Odenwald 2010.
12 Vgl. Gardiner 2010:284.
5
Arbeit zitieren:
Rebecca Jones, 2011, Ist ein Kampf gegen den Klimawandel mit Geo-Engineering möglich? , München, GRIN Verlag GmbH
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