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Diplomarbeit, 2003, 92 Seiten
Autor: Michael Döllner
Fach: Wirtschaft - Unternehmensführung, Management, Organisation
Details
Institution/Hochschule: Fachhochschule Gelsenkirchen (FB Wirtschaftswissenschaften)
Tags: Krisenmanagement, Mittelstand, Herausforderung, Banken, Rechnungswesen, Finanzierung
Jahr: 2003
Seiten: 92
Note: 2,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-22165-8
Dateigröße: 289 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Krisenmanagement im Mittelstand
- Herausforderung für KMU und Banken -
Diplomarbeit
im Fach
Rechnungswesen und Finanzierung
vorgelegt dem
Fachbereich Wirtschaft
der Fachhochschule Gelsenkirchen
von
Michael Döllner
Sommersemester 2003
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis ... III
Abbildungsverzeichnis ... V
Tabellenverzeichnis VI
1 Einleitung ... 1
2 Begriffliche Grundlagen ... 4
2.1 Definition Krise ... 4
2.2 Der Begriff Krisenmanagement ... 6
2.3 Abgrenzung der Begriffe Sanierung und Insolvenz ... 11
2.4 Definition Mittelstand ... 14
3 Entwicklung und Auswirkungen von Unternehmenskrisen ... 17
3.1 Allgemeine Eigenschaften von Krisen ... 17
3.2 Der Krisenverlauf als mehrstufiger Prozess ... 18
3.3 Krisenursachen ... 24
3.4 Krisenfrüherkennung ... 26
3.5 Auswirkungen von Unternehmenskrisen ... 28
4 Krisenmanagement bei Unternehmenskrisen ... 29
4.1 Das Krisenmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen ... 29
4.1.1 Die Verbindung von Risikomanagement und Krisenmanagement ... 32
4.1.2 Das funktionale Krisenmanagement ... 35
4.1.3 Das institutionelle Krisenmanagement ... 36
4.2 Der Prozess des Krisenmanagements im Unternehmen ... 39
4.2.1 Die Konzeptphase ... 41
4.2.1.1 Die Einleitung von kurzfristigen Sofortmaßnahmen ... 42
4.2.1.2 Bestandsaufnahme und Ursachenanalyse ... 44
4.2.1.3 Die Erstellung eines Konsolidierungskonzeptes ... 47
4.2.1.4 Die Beurteilung der Erfolgsaussichten des Konzeptes ... 50
4.2.2 Die Umsetzungsphase ... 52
4.2.2.1 Die Durchführung des Konsolidierungskonzeptes ... 52
4.2.2.2 Das Umsetzungscontrolling ... 53
4.3 Das Scheitern der Konsolidierung ... 55
5 Die Rolle der Banken bei Unternehmenskrisen ... 56
5.1 Das Hausbankprinzip der kleinen und mittleren Unternehmen ... 56
5.2 Das Verhalten der Banken im Prozess des Krisenmanagements ... 57
5.2.1 Der Interessenkonflikt zwischen Unternehmen und Banken ... 60
5.2.2 Maßnahmen der Banken zur Konsolidierung von Unternehmen ... 61
5.2.2.1 Kurzfristige Überbrückungsmaßnahmen ... 63
5.2.2.2 Unterstützungsmaßnahmen im Rahmen der Konsolidierung ... 64
5.3 Zusammenfassung der Handlungsoptionen von Banken und Unternehmen ... 68
6 Fallbeispiel: Konsolidierung eines Dachdeckereibetriebes ... 69
7 Schlussbemerkung ... 73
Anhang ... 74
Literatur- und Quellenverzeichnis ... 80
Abkürzungsverzeichnis
[...]
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Unterscheidung des Krisenmanagements im engeren und im weiteren Sinne ... 7
Abbildung 2: Die vier Phasen des Krisenprozesses ... 18
Abbildung 3: Der typische Verlauf einer Krise nach Krisenarten ... 21
Abbildung 4: Der Zusammenhang zwischen Krisenarten und Frühwarnsystemen ... 27
Abbildung 5: Der Prozess des Krisenmanagements im Unternehmen ... 40
Abbildung 6: Bestandsaufnahme und Analyse der aktuellen Unternehmenssituation ... 45
Abbildung 7: Operative Maßnahmen in einem Konsolidierungskonzept ... 48
Abbildung 8: Handlungsoptionen und Unterstützungsleistungen der Banken ... 67
Abbildung 9: Handlungsoptionen von Banken und Unternehmen im Zuge der Konsolidierung ... 68
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Exogene und Endogene Krisenursachen ... 24
Tabelle 2: Auswirkungen der Liquiditätsverknappung für Unternehmen ... 61
Tabelle 3: Kurzfristige finanzielle Überbrückungsmaßnahmen der Banken ... 64
1 Einleitung
Das Jahr 2003 ist für die Unternehmen in Deutschland gekennzeichnet durch eine Vielzahl von Problemen. Deutsche Unternehmen sind von der stetig steigenden Anzahl der Unternehmenspleiten besonders betroffen. Diese negative Entwicklung wird durch die Tatsache gekennzeichnet, dass in Deutschland alle 46 Sekunden ein Unternehmen vom Markt eliminiert wird.1 Eine Vielzahl von kleinen und mittleren Unternehmen stecken in einer ökonomischen Krise und suchen nach einer Lösung, um diese Krisensituation zu bewältigen und um einen möglichen Exitus zu verhindern. Im Jahr 2002 summierte sich dieser Exitus auf insgesamt 37.579 Unternehmensinsolvenzen und 46.849 Insolvenzanträge von überschuldeten Privatpersonen, ehe- mals Selbständigen, Gesellschaftern zahlungsunfähiger Unternehmen und aufgrund von Nachlassinsolvenzen. Die Höhe der offenen Forderungen aller Insolvenzgläubiger im Jahr 2002 wurde durch die zuständigen Gerichte auf 61,5 Mrd. Euro, darunter 51,8 Mrd. Euro gegen Unternehmen, beziffert. Damit hatten sich die offenen Forderungen im Jahr 2002 gegenüber dem Jahr 2001 in etwa verdoppelt.2
In einer Auflistung der größten Unternehmenszusammenbrüche des Jahres 2002 in Europa kamen sieben der zehn umsatzstärksten Pleitefirmen aus Deutschland. Auf den Plätzen eins bis vier befinden sich in dieser Auflistung bekannte Namen wie der Baukonzern Philipp Holzmann, der Anlagenbauer Babcock Borsig, das Medienunternehmen Kirch und die Gontard Metallbank. Mit leichtem Abstand folgen der Autozulieferer Peguform, der Baustoffhändler Mühl und der Flugzeugbauer Fairchild Dornier.3 Eine Untersuchung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) mit dem Namen „Diagnose Mittelstand“ im November/Dezember 2002 kam aber zu dem Ergebnis, dass besonders die kle inen und mittleren Unternehmen hart von der Insolvenz- und Pleitenwelle betroffen sind. Nach Angaben von CREDITREFORM, einer der führenden Wirtschaftsauskunfteien in Deutschland, hatten demnach fast zwei Drittel der im Jahre 2002 zahlungsunfähig gewordenen Unternehmen höchstens 5 Beschäftigte.4 Auch die im Rahmen der durchgeführten Untersuchung „Diagnose Mittelstand “ ermittelten Kennzahlen lassen nichts Gutes erahnen: Mehr als die Hälfte der Kleinbetriebe mit einem Jahresumsatz bis zu 500.0000 Euro wiesen im Bilanzjahr 2001 kein Eigenkapital bzw. ein bilanzielles Unterkapital aus. Fast jedes dritte dieser Unternehmen arbeitete im Jahr 2001 ohne Gewinn. 5 Unterstützung und Hilfe durch die Kreditinstitute (z.B. Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Großbanken) suchen die Unternehmen meist vergeblich, da diese selbst durch eine stetig steigende Anzahl von Forderungsausfällen unter großem Druck stehen. Dies führt dazu, dass viele Kreditinstitute die Neukreditvergabe, vor dem Hintergrund der zukünftigen „Basel II“ Regelungen, zunehmend restriktiv handhaben und kleine und mittlere Unternehmen von spürbaren Problemen bei Kreditgesprächen berichten.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen daher vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen, die besonders stark von der steigenden Anzahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland betroffen sind. Vor diesem Hintergrund ergeben sich fast zwangsläufig folgende Fragestellungen: Welche Bedeutung hat eigentlich der Begriff „Krise“ für die Unternehmen? Welche Eigenschaften weisen Krisensituationen auf? Was sind die Ursachen für Unternehmenskrisen? Welche Auswirkungen haben Unternehmenskrisen? Wie gehen die Unternehmen mit Krisensituationen um? Sind die Unternehmen auf die Krisensituationen ausreichend vorbereitet? Mit welchen Maßnahmen können Unternehmenskrisen überwunden werden? Welche Rolle spielt bei einer aktiven Krisenbewältigung das Unternehmen selbst? Welche Unterstützung und Hilfe bieten Banken oder andere Institutionen bei der Krisenbewältigung eines Unternehmens? Diese und weitere Fragen soll die nachfolgende Arbeit beantworten. Die stark steigende Anzahl von Unternehmensinsolvenzen bei den vielen kleinen und mittleren Unternehmen erfordert daher eine genaue Betrachtung und Analyse von Unternehmenskrisen und den Umgang mit kritischen Situationen im Unternehmen.
Aufbauend auf diesen Fragen entstand die Idee und die Zielsetzung aufzuzeigen, wie Krisen im Unternehmen entstehen, wie sich Krisen im weiteren zeitlichen Verlauf entwickeln, welche Bedeutung der Begriff „Krisenmanagement“ speziell für kleine und mittlere Unternehmen hat und wie die Unternehmen durch ein erfolgreiches und handlungsfähiges Krisenmanagement die Unternehmenskrise überwinden und eine Insolvenz vermeiden können. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit der Krisenunternehmen mit Banken dargestellt werden, die einen maßgeblichen Beitrag zu einem erfolgreichen Krisenmanagement leisten können. Die vorliegende Arbeit gliedert sich daher wie folgt: Im folgenden Kapitel 2 dieser Arbeit werden vorrangig begriffliche Grundlagen zu den Themenbereichen „Krise“ und „Krisenmanagement“ dargestellt. Dabei wird das Krisenmanagement in ein Krisenmanagement im engeren und im weiteren Sinne unterteilt. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt aber auf dem Krisenmanagement im engeren Sinne, d.h. es wird im weiteren Verlauf der Arbeit eine Unternehmenssituation nach dem Eintritt einer akuten Krise dargestellt. Darüber hinaus wird der Begriff „Sanierung“ näher definiert. Die Grundlage für die weiteren Ausführungen in den nachfolgenden Kapiteln bildet dabei das außergerichtliche Sanierungsverfahren vor der Insolvenz. Dazu wird der Begriff der „Konsolidierung“ verwendet. Das Kapitel 3 beschäftigt sich dann schwerpunktmäßig mit der Fragestellung, welche Eigenschaften, Ursachen und Auswirkungen eine Unternehmenskrise aufweisen kann und welche verschiedenen Prozessphasen eine Unternehmenskrise durchläuft. Auf diese Überlegungen aufbauend, soll anschließend im Kapitel 4 die Bedeutung eines aktiven und handlungsfähigen Krisenmanagements in kleinen und mittleren Unternehmen skizziert werden. Dazu werden Maßnahmen und Handlungen im Rahmen einer Unternehmenskonsolidierung näher betrachtet und dargestellt. Das Kapitel 5 beschäftigt sich dann mit der Rolle der Banken während einer Unternehmenskrise. In diesem Kapitel wird auf die verschiedenen Verhaltensweisen der Banken eingegangen und es werden einzelne Handlungsfelder und Maßnahmen von Banken während einer Konsolidierung näher betrachtet. Im Mittelpunkt dieser Betrachtungen stehen dabei vor allem die finanzwirtschaftlichen Maßnahmen der Banken im Fremdkapitalbereich der Unternehmen. Den Abschluss bildet die Darstellung eines Praxisbeispiels über die erfolgreiche und nachhaltige Konsolidierung eines Dachdeckereibetriebes.
2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Definition Krise
Der Begriff „Krise“ findet seinen Ursprung in dem griechischen Begriff „krisis“ und meinte ursprünglich den Bruch einer bis dahin kontinuierlichen Entwicklung. 6 Daher wird der Begriff „Krise“ nachstehend wie folgt definiert:
[...]
1 Vgl. Roselieb (2003), S. 130.
2 Vgl. Statistisches Bundesamt (2003), Pressemitteilung vom 21.03.2003. Im Internet unter: http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2003/p1150132.htm.
3 Vgl. Creditreform (2003), S. 12; in: Insolvenzen in Europa im Jahr 2002/2003.
4 Vgl. Creditreform (2003), S. 15; in: Insolvenzen in Europa im Jahr 2002/2003.
5 Vgl. DSGV (2002), S. 12-14.
6 Vgl. Krystek (1987), S. 3.
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