Vereinfachte DRG-Kalkulation für Krankenhäuser
Aussagef ähigkeit und Aussagegrenzen - gemessen am Anspruchsniveau der INEK-Kalkulation
Projektstudie
Gliederung Seite
1) Einführung 2
2) Erforderliche Grundsatzentscheidung 3
3) Notwendigkeit eines Überblicks über Gewinne und Verluste im 4
station ären Bereich
4) Globaler Überblick über die DRG-Kosten möglich 4
5) DV-Lösungen 5
51) ACCESS-Lösung 5
511) Prinzip der Kostenverteilung 5
512) Auswertungen 8
52) Excel-Version 13
521) Prinzip der Kostenverteilung 13
522) Auswertungen 13
53) Anwendungsbereich der Kalkulation 15
6) Aussagefähigkeit der Kosten 15
61) Verwendbare Brutto-Jahreskosten und Aussagefähigkeit 15
62) Statistische Erkenntnisse mit der SixSigma-Methode 18
621) Allgemeine Erkenntnis der INEK-Kalkulation 18
622) Statistischer Vergleich der einfachen DRG-Kalkulation 20
mit der INEK-Kalkulation
7) Fazit 26
8) Anhang
81) Literaturverzeichnis 27
82) Mitwirkung 27
83) Abkürzungsverzeichnis 28
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1) Einführung
Gerade 316 Krankenhäuser der Bundesrepublik Deutschland nehmen an der INEK-Kalkulation teil. Viele Krankenhäuser scheuen den Erhebungsaufwand. Auch verfügen viele Krankenhäuser über heterogene Krankenhaus-Informationssysteme, deren Daten schwierig zusammen zu führen sind. Teilweise existieren überhaupt keine patientenbezogenen elektronischen Aufzeichnungen über ausgeführte Untersuchungen. *1)
Der Umfang unterschiedlicher Inputfaktoren zwecks Kostenerhebung der Patientendaten entsprechend INEK-Kalkulationshandbuch Version 3.0 zwingt zu einem umfassenden und entsprechend aufwendigen Regelwerk: *2)
*1) vgl. Klaus Emmerich, DRG-Kostenermittlung für Einsteiger, Krankenhaus IT Journal, Ausgabe 5 / 2010, Antares Computer Verlag GmbH, Dietzenbach 2010, www.medizin-edv.de
*2) *3) vgl. KALKULATION VON FALLKOSTEN, Handbuch zur Anwendung in Krankenhäusern. Version 3.0, Deutsche Krankenhaus Verlagsgesellschaft mbH, Düsseldorf 2007, Hrsg: Deutsche
Krankenhausgesellschaft (DKG), Spitzenverbände der Krankenkassen (GKV), Verband der privaten Krankenversicherung (PKV), S. 239
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2) Erforderliche Grundsatzentscheidung
Wer an der INEK-Kalkulation dauerhaft teilnehmen möchte, sollte sich des Aufwands bewusst sein und deshalb nicht bei der Abgabe der Daten an das INEK-Institut stehen bleiben. Die These lautet:
- Wer die DRG-Kostenträger nur für INEK kalkuliert, macht etwas falsch!
- Der Aufwand deckt die Kosten der EDV und der Personalbindung erst nach Jahren!
Wer also eine INEK-Kalkulation durchführt, sollte die Ursache für Kostenentwicklungen aufdecken und ggf. die Patientenprozesse effizienter gestalten können. Dazu sind die
Detailinformationen einer INEK-Kalkulation notwendig und unverzichtbar, dafür müssen die Prozessabläufe grafisch oder tabellarisch aufbereitbar sein:
Abb. 1: Patientenprozess, grafisch aufbereitet *4)
*4) Abb. des Softwareharestellers KMS Vertrieb und Services AG, 2010, Unterhaching, www.kms.ag, Neugestaltung der Abbildungen 34 bis 41 im Softwareprodukt eisTIK.NET® Rel. 3.5 in Abstimmung mit dem Kommunalunternehmen „Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach“. Zur Prozessorientierten Kostenträgerrechnung vgl. Klaus Emmerich, Prozessorientierte Kostenträgerrechnung in der praktischen Umsetzung, Krankenhaus IT Journal, Ausgabe 4 / 2010, Antares Computer Verlag GmbH, Dietzenbach 2010, www.medizin-edv.de, Klaus Emmerich, Finanzmanagement im Krankenhaus - Innovative Ansätze, Verlag medhochzwei, Heidelberg 2011, S. 47 ff.
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3) Notwendigkeit eines Überblicks über Gewinne und Verluste im stationären Bereich
„Sollte sich Ihr Krankenhaus wie die Mehrheit bundesdeutscher Krankenhäuser entschieden haben aufgrund des Kalkulationsaufwands, nicht am Kalkulationsverfahren des INEK-Instituts teilzunehmen, bleibt trotzdem die Frage:
- Wie erhalte ich einen Überblick über die DRG-Gewinne und DRG-Verluste?
- Welche DRG-Behandlungsprozesse sind rentabel, welche unrentabel?“ *5)
Wer auf Prozessveränderung verzichtet, sollte aufgrund defizitärer und rentabler DRG-Behandlungsprozesse zumindest das Behandlungsprofil des Krankenhauses kritisch überdenken und sich - soweit möglich - auf die wirtschaftlichen Stärken des Hauses konzentrieren. Hierzu dient die hier dargestellte vereinfachte DRG-Kalkulation.
4) Globaler Überblick über die DRG-Kosten möglich
„Um es vorweg zu nehmen: Das nachfolgende grobe Kalkulationsmodell ist keine klassische DRG-Kostenträgerrechnung. Es ermöglicht dv-technisch auch keine Ursachenanalyse über defizitäre DRG in Ihrem Hause. Es ist aber ein Versuch, die Kosten Ihrer DRG global zu schätzen ...“ *6) und damit das krankenhausspezifische Behandlungsprofil kritisch zu überprüfen. Es wurde in den Jahren 2003 bis 2007 im St. Anna Krankenhaus, Sulzbach-Rosenberg, und der St. Johannes Klinik, Auerbach, erfolgreich verprobt. Ab 2008 setzen beide Krankenhäuser jedoch zum Zweck der Prozessveränderung die INEK-Kalkulation i.V.m. einer Prozessorientierten Kostenträgerrechnung ein.
Näheres zur Prozessorientierten Kostenträgerrechnung entnehmen Sie bitte der Homepage:
www.ktr-kh.npage.de
Vorgestellt werden im folgenden die vereinfachte DRG-Kalkulation jeweils über ein eigen entwickeltes ACCESS-Tool und eine vereinfachte Excel-Version. Sie können kostenfrei auf folgender Homepageadresse des Autors im download herunter geladen werden:
www.ktr-test.npage.de.
*5) Klaus Emmerich, DRG-Kostenermittlung für Einsteiger, Krankenhaus IT Journal, Ausgabe 5 / 2010, Antares Computer Verlag GmbH, Dietzenbach 2010, www.medizin-edv.de, S. 44, Klaus Emmerich, Finanzmanagement im Krankenhaus - Innovative Ansätze, Verlag medhochzwei, Heidelberg 2011, S. 60 f.,
*6) ebenda, DRG-Kostenermittlung für Einsteiger, Krankenhaus IT Journal, S. 44, Finanzmanagement im Krankenhaus - Innovative Ansätze, S. 60 f.
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5) DV-Lösungen
51) ACCESS-Lösung
511) Prinzip der Kostenverteilung
Das Prinzip ist denkbar einfach:
„Schritt 1: Sie ermitteln im Rahmen eines Betriebsabrechnungsbogens die Brutto-Jahreskosten Ihrer Medizinischen Fachabteilungen, wobei Sie frei über den Verteilungsschlüssel entscheiden. Diese Jahreskosten erfassen Sie in einem ACCESS-Tool.“ *7)
Abb. 2: Kostenverteilung auf Medizinische Fachabteilungen einmal jährlich *8)
*7) Klaus Emmerich, DRG-Kostenermittlung für Einsteiger, Krankenhaus IT Journal, Ausgabe 5 / 2010, Antares Computer Verlag GmbH, Dietzenbach 2010, www.medizin-edv.de, S. 44, Klaus Emmerich, Finanzmanagement im Krankenhaus - Innovative Ansätze, Verlag medhochzwei, Heidelberg 2011, S. 60 f.,
*8) ebenda, DRG-Kostenermittlung für Einsteiger, Krankenhaus IT Journal, S. 44, Finanzmanagement im Krankenhaus - Innovative Ansätze, S. 60.
*9) Eigenentwicklung Klaus Emmerich, ACCESS-Tool
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Schritt 2: Sie importieren eine E1-Auswertung mit folgenden Mindesteingaben (in Abb. 4 gelb markiert).
- DRG
- Fallzahl
- CMI mittlere Verweildauer
- CMI effektiv
- Anzahl Normlieger
- Tage Normlieger
- Anzahl Kurzlieger
- Tage Kurzlieger
- Anzahl Verlegungsabschlag
- Tage Verlegungsabschlag
- Anzahl Langlieger
- Tage Langlieger.
Abb. 4 :ACCESS-Tool zur Erfassung der Brutto-Jahreskosten *10)
*10) Eigenentwicklung Klaus Emmerich, ACCESS-Tool
Schritt 3: Sie verteilen die zeitanteiligen Brutto-Jahreskosten Ihrer Medizinischen Fachabteilung über das ACCESS-Tool nach einer sogenannten Kapazitätsbindung auf alle DRG.
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Kapazitätsbindung = Casemixindex * Ist-Verweildauer / Mittlere Verweildauer *) *) mittlere Verweildauer laut Fallpauschalenkatalog
Abb. 4: Kostenverteilung der anteiligen Jahreskosten der Medizinische Fachabteilungen auf die DRG *11)
*11) Klaus Emmerich, DRG-Kostenermittlung für Einsteiger, Krankenhaus IT Journal, Ausgabe 5 / 2010, Antares Computer Verlag GmbH, Dietzenbach 2010, www.medizin-edv.de, S. 44, Klaus Emmerich, Finanzmanagement im Krankenhaus - Innovative Ansätze, Verlag medhochzwei, Heidelberg 2011, S. 62.
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Arbeit zitieren:
Dipl. Kaufmann Klaus Emmerich, 2011, Vereinfachte DRG-Kalkulation für Krankenhäuser Aussagefähigkeit und Aussagegrenzen – gemessen am Anspruchsniveau der INEK-Kalkulation, München, GRIN Verlag GmbH
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