Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Unternehmenssituation 4
2.1 Zustand der Anlage 4
2.2 Finanzielle Situation/ Controlling 4
2.3 Organisation / Personal 5
2.4 Unternehmensplanung 5
2.5 Umfeld 6
3. Konzeption zur Weiterentwicklung des Parks 7
3.1 Maßnahmen zum Ausbau und zur Sanierung der Anlage 7
3.2 Preis- und Finanzpolitik 9
3.2.1 Einnahmen 9
3.2.2 Ausgaben 11
3.3 Personal/Organisation 14
3.4 Service 16
4. Zeitplan 17
5. Kapitalwertberechnung für den Ausbau des Campingplatzes 22
6. Die Gewinn- und Verlustrechnung über die nächsten 5 Jahre 24
7. Der Finanz- und Investitionsplan 25
Literaturverzeichnis 28
1. Einleitung
Zeezicht ist ein Campingplatz mit Freizeiteinrichtungen, der sich an der niederländischen Nordseeküste im Wattenmeerbereich des Landkreises Zeeland befindet. Zum 1984 von Chris Willemse gegründeten Campingplatz gehören 220 Bungalows aus Holz mit festem Fundament und 100 1999 gebaute Bungalows aus Stein, die komplett beheizbar und damit ganzjährig bewohnbar sind. Der Campingplatz kann 300 Zelte und 200 Caravans aufnehmen. Die Zeltplätze sind zu 50 % elektrifiziert. Das Gelände ist durch großzügige Bepflanzung mit Bäumen schattig.
Zu den Serviceeinrichtungen des Freizeitparks gehören ein Swimmingpool, Spielgeräte, ein Restaurant, ein Shop und sanitäre Einrichtungen. Die Besucher des Parks können kostenfrei Tischtennis, Billard und Karten spielen. Der Campingplatz liegt nur 1500 m vom Meer entfernt. Der nächste Ort ist 21 km weit weg.
In dieser Arbeit wird untersucht, wie die Attraktivität des Ferienparks gesteigert werden kann.
Es wird ein Konzept zum Ausbau der vorhandenen Anlagen aber auch zur Verbesserung der personellen Situation und zur Lösung der Nachfolgeproblematik vorgestellt, um langfristig den Weiterbestand des Freizeitparks zu sichern. Dabei steht die Untersuchung der Finanzierbarkeit im Fordergrund. Diese wird in erster Linie mit der Kapitalwertmethode untersucht.
Ein Finanzplan für die Jahre 2001 bis 2006 wird ebenfalls vorgestellt.
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2. Unternehmenssituation
2.1 Zustand der Anlage
Die vorhandene Anlage wird nicht mehr den heutigen Ansprüchen von Urlaubern gerecht.
Die Bungalows befinden sich in einem gut gepflegten Zustand, ebenso wie der überwiegende Teil der gesamten Infrastruktur des Parks. Jedoch sind die vorhandenen Spielgeräte für Kinder in schlechtem Zustand. Das Angebot an Freizeitbeschäftigungen ist unzureichend und muss dringend ausgebaut werden. Eine Erweiterung der Anlage ist möglich, da noch ungenutztes Bauland vorhanden ist. Seit 1999 wurde jedoch keine Investition mehr getätigt.
Die vorhandene Ladenfläche des Shops ist zu klein, um frisches Gemüse und Obst anzubieten und auch die sonstige Angebotspalette zu erweitern. Bei Erweiterung des Parks müssen auch andere Einrichtungen, wie z. B. das Restaurant eine größere Kapazität bieten.
2.2 Finanzielle Situation/ Controlling
In der Vergangenheit hat der Freizeitpark immer Gewinne gemacht. Er kam stets seinen Zahlungsverpflichtungen pünktlich nach, weshalb der Park bei der Bank einen guten Ruf genießt. Es war bisher immer möglich, neue Kredite zu bekommen, etwa für den Bau der Bungalows 1999. Auch für weitere Projekte ist die Bank bereit, Kredite zu gewähren.
Außerdem bietet ein Investor eine Summe von 1 - 1,25 Millionen € als Venture Capital an.
In den letzten Jahren waren die Gewinne rückläufig.
Seit mehreren Jahren erhält der Eigentümer keine Dividende mehr auf sein Eigenkapital und die Rücklagen werden langsam aufgezehrt.
Seit Gründung des Unternehmens haben sich die Preise für den Camping- und Erholungsbereich nicht geändert, während die Kosten ständig steigen. Insgesamt sind die Maßnahmen zum Erhalt der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens unzureichend.
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2.3 Organisation / Personal
Das Unternehmen wird durch den Haupteigentümer, die Eheleute Willemse geführt, insbesondere durch Chris. Er wird unterstützt durch seinen Sohn Jaap, der vor allem für personelle Angelegenheiten zuständig ist aber auch viele andere organisatorische Tätigkeiten übernimmt. Der Buchhalter Adriaan de Goei ist für die Abwicklung der gesamten buchhalterischen Aufgaben zuständig.
Zum Unternehmen gehören 3 Vollzeitkräfte für Instandhaltung, 3 Vollzeitkräfte für den Erholungsbereich, die saisonal von 5 weiteren Kräften unterstützt werden, und 15 Reinigungskräfte in Teilzeit. An der Rezeption werden 2 Personen eingesetzt. Der vorhandene Personalstab scheint bereits jetzt nicht mehr auszureichen, um alle anfallenden Aufgaben zu bewältigen.
Es gibt keine langfristige Arbeitsplanung, da der Eigentümer die Auffassung vertritt, dass dies nicht nötig sei. Er bevorzugt spontane Entscheidungen und zieht auch Arbeitskräfte von anderen Bereichen ab, um plötzlich auftretende Probleme im Instandhaltungsbereich zu lösen. Dadurch ist ein planvolles Vorgehen besonders für das Recreation-Personal oft nicht möglich.
Es gibt keine klar erkennbare Personalstrategie. Schriftliche Arbeitsverträge sind die Ausnahme. Einige Mitarbeiter werden untertariflich bezahlt. Die Personalfluktuation und der Krankenstand sind hoch. Die Qualifizierung des Personals ist sehr unterschiedlich. Es gibt kein Vergütungssystem, das die Qualifikation und Leistung der Mitarbeiter würdigt und deren Weiterentwicklung unterstützt. Die Erwartungen des Arbeitgebers an die Mitarbeiter werden unzureichend festgelegt und kommuniziert, so dass es regelmäßig zu Missverständnissen und Auseinandersetzungen kommt. Auch bestimmte Arbeitsabläufe, wie z. B. die Abrechnung an der Kasse sind nicht festgelegt, so dass immer wieder dieselben Probleme auftreten.
2.4 Unternehmensplanung
Seit der Investition in die neuen Bungalows gibt es keine konkreten Planungen, die die weitere Unternehmensentwicklung betreffen. Erschwert wird die Situation dadurch, dass sehr unterschiedliche Meinungen über mögliche Maßnahmen bestehen. Während der Firmeninhaber die Auffassung vertritt, dass höchstens eine Investition in neue Bungalows Sinn macht und ansonsten alles bleiben soll wie bisher, vertritt sein Bruder die Meinung, dass weitere Bungalows eine Fehlinvestition wären. Seite 5 von 28
Jaap und Adriaan de Goei sind für eine Erhöhung der Attraktivität des Feriengeländes durch Investition in seine Ausstattung vor allem im Freizeitbereich. Der Service muss Jaaps Meinung nach dringend verbessert werden, um weiterhin neue Gäste für den Park zu interessieren. Bisher wurde trotz intensiver Diskussionen keine Maßnahme für die weitere Vorgehensweise beschlossen.
Außerdem tritt im Fall von Zeezicht, wie bei vielen anderen Unternehmen derzeit auch, das Problem des Unternehmensnachfolgers auf. Es steht zwar so gut wie fest, dass Jaap eines Tages die Geschäfte übernehmen wird, aber bisher existieren keine Pläne, wie die Unternehmensnachfolge vonstatten gehen soll. Wie in anderen vergleichbaren Situationen prallen die Meinungen des Alteigentümers und Jaaps über die anzustrebende Firmenpolitik aufeinander. Dadurch wird die Dynamik des Unternehmens gelähmt, weil keine Entscheidungen mehr zustande kommen, die das Unternehmen vorwärts bringen würden.
2.5 Umfeld
Der zum Park gehörende Shop wird allmählich zu klein, um eine angemessene Ver-sorgung der Gäste sicherzustellen. Trotz moderater Preise fahren immer mehr Gäste für ihren Lebensmitteleinkauf in den Nachbarort, weil das Angebot des Shops nicht ausreicht und insbesondere frisches Gemüse/Obst sowie alkoholische Getränke im Programm fehlen.
Häufig werden die Parkplätze des Shops von Gästen des Parks belegt, was Umsatzeinbußen nach sich zieht. Der Shopinhaber droht mit Kündigung des Shops, wenn keine Lösung gefunden wird.
Der Restaurantbesitzer wollte schon vor Jahren das Restaurant auch für externe Gäste öffnen. Dies lässt Chris Willemse jedoch bisher nur zu, wenn diese die Eintrittsgebühr für den Park entrichten. So entgehen dem Betreiber mögliche Einnahmen und ein ständiger Konflikt schwelt zwischen Restaurant- und Parkbetreiber. Die Gäste des Parks sind überwiegend Paare mit und ohne Kinder. Jugendliche sind als Gäste eher selten. Häufiger beschweren sich die Gäste über nicht ausreichend gereinigte Bungalows. Vor einigen Jahren wurde ein Hundeverbot auf dem Gelände erlassen, was zum Abwandern etlicher Stammgäste geführt hat. Die Attraktivität des Parks für Kinder nimmt durch den schlechten Zustand der Spielgeräte ab. Ein großer Seite 6 von 28
Vorteil für Zelter und Caravan-Reisende ist der günstige Eintrittspreis bei gut gepflegten Anlagen. Auf die Bedürfnisse heutiger Urlauber nach Unterhaltung und Freizeitgestaltung wird nicht ausreichend eingegangen.
3. Konzeption zur Weiterentwicklung des Parks
Anfang des Jahres 2002 finden mehrere Meetings statt, auf denen unter Zuhilfenahme externer Berater umfassende Änderungen beschlossen werden. Auch der Investor und der Shop- sowie der Restaurantbetreiber werden teilweise mit in die Verhandlungen einbezogen.
Um die Attraktivität des Parks zu erhöhen und damit den Fortbestand des Unternehmens zu sichern und eine gesunde wirtschaftliche Lage herbeizuführen, wird eine Konzeption entwickelt, die neben größeren Investitionen viele kleine Maßnahmen umfasst. Dabei erstrecken sich die umzusetzenden Maßnahmen über einen Zeitraum von 5 Jahren.
Es gibt bauliche Maßnahmen, Veränderungen in der Organisations- und Personalstruktur, Erweiterungen der Serviceleistungen, finanz- und preispolitische sowie Maßnahmen zur Regelung der Unternehmensnachfolge.
3.1 Maßnahmen zum Ausbau und zur Sanierung der Anlage
Der Park verfügt als einziger in der Umgebung über noch nicht ausgebaute Flächen. Die gegebene Nachfragesituation zwingt förmlich die Entscheidung auf, den Park in irgendeiner Weise auszubauen, die die Kapazität erhöht. Dabei gibt es drei Möglichkeiten: Der Bau weiterer Bungalows, der kostenintensiver ist oder der weitere Ausbau von Caravan- und Campingplätzen oder eine Kombination von beidem. Um der gestiegenen Nachfrage nach Platz für Caravans aber auch Zelte nachzukommen und die eigene Finanzkraft nicht überzustrapazieren, wird die Erschließung eines rund 33100m² großen Landstückes beschlossen. (siehe beiliegendem Lageplan Abb. Nr. 1)
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Arbeit zitieren:
Dipl. Wirtsch. Ing. Anika Erdmann, Melanie Hubbert, Susan Sommerfeld, 2004, Projekt Zeezicht: Investition und Finanzierung eines Campingplatzes, München, GRIN Verlag GmbH
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