Kapiteln ebenfalls versucht werden. Außerdem könnte eine Hilfestellung sein, dass neue Informationen, die sie lesen, auf bereits bestehendes Wissen bezogen werden. Die Schüler verknüpfen neue mit alten Informationen und können sich Neues besser merken. Dieses Verbinden von neuem und altem Wissen sowie das Reduzieren auf Kernsätze nennt man reduktive Kodierung.
Nachdem auf dem Zettel nun lediglich die Kernsätze oder Zusammenfassungen des Textes stehen sollten (oder ansatzweise), hat der Schüler vermutlich die klausurrelevanten Themen bereits vor sich liegen. Um sich die Kernsätze nun einzuprägen, sollten seine Mitschriften nicht einfach auswendig gelernt werden, da dies nur einen kurzen Effekt hätte, sondern versucht werden, zu jeder Kernaussage einen Punkt zu finden, den man auf ein Beispiel beziehen kann. Demnach kann sich der Schüler leichter Informationen einprägen, da er ihnen einen eigenen Sinn gibt und persönliche Bezüge herstellt. Diese Methode ist jedoch nicht immer möglich, da es schwer ist, zu jeder Aussage Sinnbezüge herzustellen. Sollte es dennoch möglich sein, werden Verankerungen im Gedächtnis aktiviert, die für das Behalten von Informationen relevant sind. Mein Motto ist also: Das Lernen langsam angehen, „Schritt für Schritt“ vorgehen und sich nicht durch ein komplexes äußeres Erscheinungsbild irritieren lassen!
Frage 2:
In Ihrer Klasse ist ein Schüler, der durch ständige Zwischenrufe sehr den Unterricht stört. Sie ermahnen ihn in jeder Stunde viele Male, doch er stellt das Verhalten nicht ein. Ein Teil der Klasse ist amüsiert über ihre ständigen Auseinandersetzungen mit dem Schüler, Sie brauchen nach jeder Störung so einige Minuten, um wieder Ruhe in der Klasse herzustellen. Welche Ursachen für das Verhalten des Schülers könnten Sie annehmen? Welche Maßnahmen, vor allem auf der Basis pädagogischer Verhaltensmodifikation/ der Lerntheorien, könnten Sie ansetzen, um das Verhalten des Schülers positiv zu beeinflussen und/ oder die Störung zu unterbinden?
Ein Schüler einer Klasse kann aus vielen verschiedenen Gründen die Absicht haben den Unterricht durch Zwischenrufe zu stören. Besonders im Alter der Pubertät beginnt, meist bei den Jungen, ein Verhalten, welches durch Lautstärke, Zwischenrufe und andere Störungen geprägt ist. Ein Lehrer kann auf dieses Verhalten unterschiedlich reagieren und folglich auch verschiedene Reaktionen hervorrufen. Diese Reaktionen, sei es die Reaktion des störenden Schülers oder auch das der gesamten Klasse, kann sich für den Moment, aber auch langfristig
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bemerkbar machen. Wenn es sich bei den Zwischenrufen des Schülers um Antworten auf Fragen handelt und er mit diesen somit den anderen Mitschülern der Klasse die Möglichkeit nimmt, die richtige Antwort zu nennen, kann das auf folgenden Gründe zurückzuführen sein: Der Schüler könnte das Gefühl haben, zu selten von seinem Lehrer drangenommen zu werden, um seine Antwort oder seine Idee zu äußern. Er könnte sich aufgrund dieses Gefühls dazu entschlossen haben, die Wortmeldungen einzustellen und die Antworten rücksichtslos in den Klassenraum zu werfen, damit der Lehrer anerkennt und bemerkt, wozu der Schüler fähig ist. Dies wäre nur eine mögliche Tendenz warum ein Schüler stetig durch Zwischenrufe dieser Art stört. Ein weit ausgeholter Aspekt, der dennoch eine Möglichkeit darstellen kann, warum wie in dieser Situation gehandelt werden könnte, kann ein unterforderter Schüler sein, der aus dem Gefühl der Langenweile versucht, den Unterricht durch Vorwegnahme einer Antwort oder anderen Störungen zu unterhalten und die Zeit vergehen zu lassen. Im Regelfall handeln zwar hochbegabte, unterforderte Schüler nicht derartig, sondern ziehen sich eher zurück, dennoch ist die Möglichkeit gegeben, dass es sich um folgende Situation handeln kann. Handelt es sich um Zwischenrufe, die nichts mit dem Unterrichtsinhalt zu tun haben, wäre diese Argumentierung weniger relevant.
Handelt es sich um Zwischenrufe, die nicht unterrichtsrelevant sind, könnte es sich um den überforderten Schüler handeln, der durch diese Art von Verhalten seine Unsicherheit zu vertuschen und verheimlichen versucht. Durch stetiges mittelpunktbezogenes Verhalten und Handeln kann der Schüler sich indirekt mit dieser Auseinandersetzung schützen. Der eigentliche Grund der Zwischenrufe liegt in dem vorhandenen Schülerprofil aber vermutlich darin, dass er sich vor der Klasse brüsten möchte und in den Mittelpunkt stellen möchte. Da, wie erwähnt, ein großer Teil der Klasse amüsiert ist über die Auseinandersetzung des Schülers mit dem Lehrer, mag der Grund auf diesem Aspekt liegen. Der vermutlich pubertierende Schüler findet sich „cool“ und „witzig“, da er als einziger der Klasse den Mut besitzt, sich mit dem Lehrer „anzulegen“. Da er offensichtlich Beifall und Anerkennung durch eine große Zahl seiner Mitschüler erhält, sieht er keinen Grund darin, sein Verhalten zu unterlassen. Der „Ruf“ in der Klassengemeinschaft, die Annerkennung und seine Freunde sind in diesem Alter wichtiger als ein gutes Verhältnis zur Lehrperson und gute Noten. Der Lehrer hat jetzt die Möglichkeit zu handeln. Jedoch sollte dem Lehrer bewusst sein, dass eine kurzfristig entlastende Handlung nicht die Garantie gibt auf Dauer eine ruhige Klasse zu haben. Eine anstrengende, langwierige Angehensweise an das Problemkind kann jedoch dauerhaft zu einer positiven Reaktion führen.
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Ich glaube, dass es nicht sinnvoll wäre, das Problemkind zurechtzuweisen oder anzubrüllen, da dies nicht die Garantie gibt, das Kind ruhig zu stellen. Der Schüler mag vermutlich einen kurzen Moment die Zwischenrufe einstellen, jedoch wird der Schüler und die Klasse das aggressive Verhalten des Lehrers als Schwäche anerkennen und sich über die Situation amüsieren. Der Schüler hat somit erreicht, was er wollte: Er hat den Lehrer dazu gebracht, seine Geduld zu verlieren. Mit der Zurechtweisung zeigt der Lehrer eine gewisse Schwäche. Aufgrund des Mutes, den der Schüler hatte, erhält der Schüler seine gewünschte Anerkennung in der Klasse. Ebenfalls nicht sinnvoll ist es, wenn der Lehrer den Schüler drannimmt, um die Ruhestörung einzuschränken. Der Lehrer entfernt damit zwar für den Moment den unangenehmen Reiz des Lärms, jedoch wird der Schüler in Zukunft ebenso weiterhandeln, da er anhand dieser Situation sieht, wie leicht es ist, seinen Willen zu bekommen. Anstatt ermahnt zu werden, wird er Schüler folglich für sein Verhalten belohnt und dies steigert wiederum die Intensität und Häufigkeit des Störverhaltens. Wenn es sich bei den Zwischenrufen jedoch nicht um Äußerungen des Unterrichtsinhalts handelt, könnte das Drannehmen des Schülers jedoch den gegenteiligen Effekt erzielen: Wird der Schüler durch das Drannehmen in seinen Äußerungen unterbrochen, wird sich dieser vermutlich eher verunsichert fühlen und das unangenehme Gefühl von Bloßstellung haben, es sei denn es handelt sich um einen sehr selbstbewussten Schüler, dem sogar egal ist, dass er gezwungen wird, eine Antwort zu geben. Auch das Verweisen vom Unterricht bzw. „vor die Tür setzen“ muss nicht immer von Vorteil sein. Der Schüler erhält zwar so nicht mehr die Anerkennung durch die Mitschüler, er ist nicht mehr Mittelpunkt und Grund für Gelächter, dennoch kann der Schüler Gefallen daran finden, aus dem Unterricht ausgeschlossen zu sein. Er kann sich somit zurücklehnen, muss sich nicht mehr am Unterricht beteiligen etc. Meines Erachtens ist es am sinnvollsten, wenn der Lehrer die schwierige Aufgabe des Ignorierens durchzieht. Wird auf eine gewisse Dauer das Störverhalten ignoriert, verlieren auch die Mitschüler Interesse an der Situation. Es wird deutlich, dass sich der Lehrer nicht mehr provozieren lässt. Dem Schüler wird also indirekt der angenehme Reiz (Mittelpunkt sein, Grund für Gelächter) entzogen.
Sind selbst solche Maßnahmen und Methoden nicht dazu fähig, den Schüler ruhig zu stellen, muss eventuell mit einem Schulpsychologen, dem Schüler und deren Eltern gesprochen werden. Die Problemsituation muss geschildert werden und dem Schüler sollte klar gemacht werden, dass er sich selbst durch sein Verhalten dauerhaft Schaden zufügt. Für einen kurzen Augenblick der Annerkennung durch die Mitschüler erhält er schlechte Noten, gegebenenfalls ist die Versetzung gefährdet und verbaut sich somit seine Zukunft. Es muss ihm klar gemacht
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Arbeit zitieren:
Luise Ostendoerfer, 2008, Psychologie für die Schulpraxis - Leistung, Leistungsmotivation und Leistungsprobleme, München, GRIN Verlag GmbH
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