PHILOSOPHISCHE FAKULTÄT II DER UNIVERSITÄT AUGSBURG
LEHRSTUHL FÜR NEUERE DEUTSCHE LITERATURWISSENSCHAFT
Annette von Droste-Hülshoff
Seminar im SS 2003
„Drei ausgewählte Balladen der Annette von Droste-Hülshoff:
,Der Geierpfiff’, ,Die Schwestern’’ und ,Die Vergeltung’“
Monika Reichert
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung S. 1
2. Die Balladenzeit der Droste S. 3
3. „Drei ausgewählte Balladen der Annette von Droste Hülshoff: ,Der Geierpfiff’, ,Die Schwestern’ und ,Die Vergeltung’“ S. 5
3.1 Die Balladentechnik der Annette von Droste-Hülshoff S. 5
3.1.1 „Der Geierpfiff“ S. 6
3.1.1.1 Struktur und Sprachgestalt S. 7
3.1.1.2 Inhalt S. 11
3.1.1.3 Sinndeutung S. 12
3.1.2 „Die Schwestern“ S. 14
3.1.2.1 Struktur und Sprachgestalt S. 14
3.1.2.2 Inhalt S. 18
3.1.2.3 Versuch einer biographischen Deutung S. 20
3.1.3 „Die Vergeltung“ S. 22
3.1.3.1 Struktur und Sprachgestalt S. 22
3.1.3.2 Inhalt S. 25
3.1.3.3 Sinndeutung S. 26
4. Meinung der Verfasserin S. 30
Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Die folgende Arbeit hat zum Ziel anhand der drei ausgewählten Balladen „Der Geierpfiff“, „Die Schwestern“ und „Die Vergeltung“ die Balladentechnik der Annette von Droste-Hülshoff zu durchleuchten.
Dabei lenken vor allem drei Fragen die Untersuchung: Welche Wirkung haben die balladesken Werke auf den Leser? Wodurch wird sie erzeugt? Welche Absicht verfolgt die Dichterin mit ihren Werken?
In der Untersuchung der Drosteschen Texte interessiert zunächst die Frage, wie es zur Produktion der Balladen, insbesondere zur Entstehung der drei ausgewählten Werke gekommen ist. Bevor es an die Analyse der ausgewählten Beispiele geht, werden noch allgemeine Bemerkungen zum Typus der Balladen vorangestellt. Die Texte „Der Geierpfiff“, „Die Schwestern“ und „Die Vergeltung“ werden im Hauptteil dieser Arbeit nacheinander behandelt.
Ein Diskussionspunkt, der sich zu den drei ausgewählten Werken anbietet, ist die Struktur und die Sprachgestalt der Gedichte.
Zuerst wird deren Aufbau näher betrachtet. In einem anschließenden Gang durch den Text soll die Sprache analysiert werden. Dabei müssen stets die Fragen im Auge behalten werden, welche Wirkung die gegebene Struktur und Sprache bei dem Leser hinterlassen, durch welche Mittel letztere erzeugt wird und drittens warum die Droste eine derartige Darstellung gewählt hat.
Nachdem der Laie auf diese Weise in die Balladentechnik der Autorin eingeführt worden ist, wird im Folgenden der Inhalt der drei Schriftstücke skizziert. Da der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Interpretation der Drosteschen Texte liegt, werden ausschließlich die einschlägigen, die Handlung bestimmenden Ereignisse kurz angerissen. Dazu wird auf den geschickt angelegten Inhalt Bezug genommen und dessen Wirkung beim Leser untersucht. Dies ist notwendig, um eine Sinndeutung anschließen zu können.
Nach einer kurzen Gattungszuordnung soll im `Geierpfiff´ zunächst auf einige charakteristische Stellen Bezug genommen werden, um die Ausnahmesituation klar werden zu lassen, die dieses Werk besitzt. Im Anschluss daran ist die Funktion der Landschaftsdarstellung von Interesse. Nachdem diese an einem Beispiel kurz erörtert worden ist, soll das Stück auf seine Hintergründigkeit untersucht werden. Es soll deutlich werden, dass es sich bei der Ballade „Der Geierpfiff“ nicht wie vielleicht nach dem ersten Lesen vermutet, um eine bloße Geschichtenerzählung ohne tiefere Bedeutung handelt.
Bei den Balladen „Die Schwestern“ und “Die Vergeltung“ soll nach einem ähnlichen Prinzip vorgegangen werden. Nachdem die Autorin dieser Arbeit die Struktur und Sprachgestalt der beiden Gedicht analysiert hat, steht als nächstes eine kurze Inhaltsangabe an. Bei der anschließenden Sinndeutung werden „Die Schwestern“ auf Grund ihrer Parallelen zur Biographie der Annette von Droste-Hülshoff biographisch ausgelegt. Hier werden zwei Fragen angesetzt: Welche Parallelen gibt es? Wie werden sie dargestellt? Bei „Der Vergeltung“ soll hauptsächlich auf die Schuld-Sühne-Thematik eingegangen werden.
Den Schlussteil dieser Arbeit bildet die Meinung der Verfasserin.
Hier wird eine pointierte Zusammenfassung der in den Einzeluntersuchungen gewonnenen Ergebnisse angestrebt. Dies soll dadurch geschehen, dass die Verfasserin sich zu den diskutierten Punkten äußert und letztere noch einmal kurz zusammenfasst.
2. Die Balladenzeit der Droste
Zu Beginn dieser Arbeit soll zunächst untersucht werden, wie es zum einen zur Entstehung der zahlreichen Balladen1 der Dichterin und zum anderen wie es im Speziellen zur Verfassung ihrer Werke „Der Geierpfiff“, „Die Schwestern“ und „Die Vergeltung“ gekommen ist.
Die Balladenzeit 1840-1842 begann eigentlich damit, dass Levin Schücking die Droste zur Mitarbeit an seinem „Malerischen und romantischen Westfalen“ bat. Annette sollte ihm einige Stoffe für neue Gedichte liefern.2 Diese Aufforderung war ein auslösendes Moment für die neue Schaffensperiode. Eine explosive Balladenproduktion war das Ergebnis, das „weit über den gegebenen publizistischen Anlaß hinausreichte“3. Darunter fanden sich eine Reihe von Balladen, die den westfälischen Aberglauben, die westfälische Sage und die Historie behandelten. Diese Gruppe der balladesken Werke ist in die Rüschhauser Zeit der Droste einzuordnen.4
Einen anderen möglichen Anstoß sieht Ronald Schneider in der äußerst positivern, teilweise sogar begeisterten Aufnahme des 1838 publizierten `Graf von Thal´ „und in der hierin sich dokumentierenden allgemeinen Hochschätzung der Balladenform in der Zeit“5.
Insgesamt sind die Balladen der Annette in drei Phasen geschrieben worden6: Die „Frühe Phase“, die die Jahre 1835 und 1836 umfasst, ist die erste ihrer drei Schaffensperioden. Dazu gehören folgende vier Gedichte: `Der Barmekiden Untergang´, `Bayazet´, `Der Venuswagen´ und `Der Graf von Thal´. Diese ersten Versuche der Dichterin, sind, wie man anhand der Jahreszahlen sehen kann, nicht auf die Anregung Levin Schückings zurückzuführen. Von diesen ersten Versuchen ist der `Graf von Thal´ am meisten gewürdigt worden.
[....]
1 “Der Begriff `Ballade´, seit dem 16. Jahrhundert im Deutschen nachgewiesen, geht ethymologisch auf den italienischen Terminus „ballata“ und den provenzalischen „ballada“ zurück, womit ein von Tänzern gesungenes, volkstümliches Lied bezeichnet wird.“ Nach http://utenti.lycos.it/gfiona/balladef.html.
2 Vgl. Ronald Schneider: Annette von Droste-Hülshoff. Stuttgart: Metzler 1977 (Realien zur Literatur, Sammlung Metzler Band 153), S. 59.
3 Winfried Freund: Annette von Droste-Hülshoff. München: Deutscher Taschenbuch Verlag 20002, S. 106.
4 Vgl. R. Schneider: Annette von Droste-Hülshoff (Anm. 1), S. 59.
5 Ebd., S. 59.
6 Vgl. http//utenti.lycos.it/gfiona/balladeb.html.
Arbeit zitieren:
Monika Reichert, 2003, Drei ausgewählte Balladen der Annette von Droste-Hülshoff: "Der Geierpfiff", "Die Schwestern" und "Die Vergeltung" - eine Interpretation, München, GRIN Verlag GmbH
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