2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erziehung und Kommunikation
2.1. Erziehung
2.2. Kommunikation
3. Die Transaktionsanalyse
3.1. Die Ich-Zustände
3.2. Die Lebensanschauungen
3.3. Das Prinzip des Streichelns
4. Die Systemtheorie
4.1. Der Kommunikationsbegriff
4.2. Der Erziehungsbegriff
5. Zusammenfassung Analyse
6. Literaturverzeichnis
3
1. Einleitung
Menschen verbringen eine geraume Zeit ihres alltäglichen Lebens damit, miteinander zu reden, und es hat denn Anschein, als sei das eine mit geringen Schwierigkeiten verbundene Beschäftigung. Doch bei genauerer Betrachtung fällt auf, wie komplex
Kommunikation ist
zwischenmenschlichen Bereich kommunikative Hindernisse
unterschiedliche Bedürfnisse und Zielvorstellungen, aber auch auf differenzierte Machtverhältnisse der Kommunikanten.
Eine allgemein bekannte Aussage von Imanuel Kant lautet: "Der Mensch wird erst durch Erziehung zum Menschen.“ Somit bildet Kommunikation also einen wichtigen
Grundstein für das Sein des Menschen, denn gerade im Bereich der Erziehung stellt die Kommunikation eine wichtige Basis für das „Anleiten“ und „Einführen“ von Kindern (oder auch Erwachsenen) in die Gesellschaft mit all ihren Normen und Regeln dar. Erziehung findet in einem Austausch von Botschaften statt, mit denen Situationsdeutungen übermittelt, modifiziert oder bestätigt w erden. Allerdings geschieht dieser Austausch von Botschaften nur teilweise mit vollem Bewusstsein der Interaktions-und Kommunikationspartner. Die Botschaften werden auf verschiedene Ebenen der Kommunikation oder in verschiedenen Sprachen übermittelt, die dem Bewusstsein der Sprachenden individuell verschieden weit zugänglich sind. Die verbale Sprache als das bevorzugte Ausdrucksmittel bewusster Botschaften wird durch die Körpersprache begleitet und interpretiert (Gesten, Mienen). So können zwischen diesen beiden Sprachen, wie bereits angesprochen, direkte Widersprüche entstehen
Die Transaktionsanalyse (als eine Methode der humanistischen Psychologie) versetzt uns in die Lage, durch das Auseinandersetzen mit Verhalten, Gefühlen und Erfahrungen der eigenen Person und anderer, Erziehung bewusster durch Kommunikation zu steuern. Durch die Analyse können Fehler oder Missverständnisse aufgedeckt und vermieden werden. Sie weist einen Weg auf, um produktive Beziehungen zu anderen aufzubauen und zielt auf eine bewusste Veränderung des Verhaltens im Umgang mit anderen Menschen ab. Es wird oft behauptet, dass die Transaktionsanalyse und die Systemtheorie Parallelen aufweisen, um diese Behauptung zu untersuchen, sollen im folgenden, nach der Erläuterung von Erziehung und Kommunikation, sowohl die Transaktionsanalyse als auch die Systemtheorie (hier ebenfalls speziell der Schwerpunkt auf Kommunikation und Erziehung) dargestellt werden.
2. Erziehung und Kommunikation
2.1.Erziehung
Erziehung ist ein Allgemeinbegriff, denn es l assen sich kaum konkrete Handlungen sondern eher ganze Handlungsbündel damit zusammenfassen.
Es gibt kaum ein Wort, dass in so vielen verschiedenen Bedeutungen verwendet wird, wie der Terminus Erziehung. In einigen Verwendungsweisen des Begriffs wird davon ausgegangen, dass Erziehung ein Geschehen ist, das durch bestimmte Faktoren ausgelöst wird und Veränderungen in den Personen hervorruft, die unter dem Einfluss dieser Faktoren stehen. 1 Unter Erziehung versteht man „ die Gesamtheit der
persönlichkeitsprägenden Einflüsse, denen das Kind in seiner sozialen Umgebung unterliegt, ohne dass diese immer erzieherisch beabsichtigt sein müssen“ und „ alle Lernvorgänge, die die Erwachsenen über Kindheit und Jugend hinaus in formalen Ausbildungsinstitutionen wie im alltäglichen Leben vollziehen“. 2 Die Funktion der Erziehung ist hierbei in erster Linie als Überlebensoptimierung des Menschen durch eine spezifische Verknüpfung von drei Evolutionsebenen zu sehen: Auf der Basis spezifischer Begabungen (Gene) werden Lernprozesse von Individuen (Phäne) durch Erziehung dadurch angeregt, dass sie an ausgewählten Kulturgütern (Meme) lernen.
Die Verknüpfung der
Begabungen, Rückgriff auf Erfahrungsschatz, Anregung individueller Kompetenzen) stellt hierbei einen deutlichen Selektionsvorteil dar. 3
Der Terminus Erziehung stellt das Ziel eines dreistufigen evolutiven Prozesses zwischen einem System und seiner Umwelt dar, der Lehren, Lernen und eben Erziehung zusammenfasst und miteinander verbindet. Das Individuum erlebt hierbei seine Umwelt in Form von Erfahrungen, die auch explizites Lernen beinhalten. Diese stellen gleichzeitig Selektionsangebote dar, die bei einer positiven Auswahl durch das Individuum als Lernen bezeichnet werden. Bei einer Stabilisierung der selektierten Angebote kann man von Erziehung sprechen.
Demzufolge umfasst Lehren wahrnehmbare Umweltveränderungen in Form von das Gegenwartsgedächtnis ansprechenden Erfahrungen und Lernen die bei dem individuellen System v erankerten und das Kurzzeitgedächtnis betreffenden Prozesse der
1 vgl. H. Lukesch, Erziehungsziele – Pädagogische und psychologische Konzepte, S. 18
2 vgl. Lexikon zur Soziologie, S. 208
3 vgl. A. Treml, Allgemeine Pädagogik, S.16
5
Informationsselektion. Erziehung als letzte Stufe umfasst die im Langzeitgedächtnis gespeicherten und stabilisierten Erfahrungen, die durch das Lehren vermittelt und durch das Lernen verinnerlicht worden sind. Hierbei lassen sich sowohl die Nichtbeobachtbarkeit, als auch der hohe Zeitbedarf der Erziehung feststellen. 4 Erziehung lässt sich in drei Formen unterteilen, in die intentionale, die funktionale und die extensionale Erziehung, wobei sich der letztgenannte Begriff nicht vollends durchsetzen konnte.
Bei der intentionalen Erziehung kommt die Absichtlichkeit und Zielgerichtetheit einer Handlung zum Ausdruck, die mit einer bestimmten Handlung verfolgt wird. Diese Kriterium der Absichtlichkeit rückt somit den Erziehenden in den Vorder- und den zu Erziehenden in den Hintergrund. Dabei sagt die Absicht des Erziehers nicht notwendigerweise etwas darüber aus, ob die Handlung letztendlich von Erfolg gekrönt ist, das Ergebnis der geplanten Erziehung ist häufig gar nicht oder erst sehr viel später sichtbar. Als Definition für intentionale Erziehung lässt folgendes festlegen: „ Intentionale Erziehung bezeichnen wir den in einer Ontogenese auf der Basis der Lernfähigkeit durch Veränderungen der sozialen Umwelt in Gang gesetzten Prozess des aktiven Erwerbs bzw. der Veränderung, Erweiterung oder Differenzierung von Lernstrukturen, die [...] bei Bedarf auf eine zugrunde liegende Absicht zurückgeführt werden können.“ 5 Funktionale Erziehung hingegen fehlt die Intention und Absichtlichkeit des Erziehenden, sie setzt in erster Linie Anschaulichkeit voraus. Nur dort, wo sinnliche Eindrücke ein überdauerndes Bild der Umwelt ermöglichen, kann Erziehung funktional ablaufen. Notwendig dafür
Handlungszusammenhang sowie eine gewisse Gleichförmigkeit der Differenzerfahrungen, zum Beispiel durch Wiederholung oder das Fehlen anderer Alternativen. Definieren lässt sich funktionale Erziehung am besten als Gesamtheit aller durch Erfahrung erworbenen Lernprozesse, die als Nebeneffekt einer Handlung entstehen. Die extensionale Erziehung (indirekte Erziehung) erweitert den intentionalen Erziehungsbegriff und dehnt die Erziehungsabsicht räumlich und zeitlich auf Situationen aus, in denen der Erzieher selbst nicht anwesend ist. Gerade im Bereich der interkulturellen Pädagogik kann extensionale Erziehung eine große Rolle spielen, beispielsweise wenn sich Eltern entscheiden, ihrem Kind für ein Jahr den Besuch einer
4 vgl. A.Treml, Allgeimeine Pädagogik, S.24
5 ebenda, S. 64
6
Schule im Ausland zu ermöglichen. Es lässt sich sagen: „ Extensionale Erziehung liegt vor, wenn ein Erzieher sich intentional entscheidet, funktional zu erziehen.“ 6
2.2.Kommunikation
Unter Kommunikation versteht man die Übertragung von Information von einem Sender zu einem Empfänger, wobei diese Übertragung auf einem sogenannten Kanal erfolgt. Dies umfasst auf Seite des Senders die Vorgänge des Codierens (Sinn verleihen) und Sendens und beim Empfänger das Decodieren (Sinn entnehmen) und Interpretieren. Kommunikation (lat.: communicare = mitteilen) lässt sich somit als ein Austausch von Gefühlen, Meinungen, Ansichten, Informationen zwischen einzelnen und Gruppen umschreiben. Für den Menschen sind die deutlichsten Kommunikationsmittel Sprache, Bild und Schrift. Daneben spielen M imik und Gestik, Mienenspiel und Bewegungen eine bedeutende Rolle. Das Kommunikationsbedürfnis ist eines der Grundbedürfnisse des Menschen, da er ja ein geselliges Wesen ist, dass ohne gegenseitigen Gedanken- und Gefühlsaustausch isoliert ist. Wenn seine K ommunikationsfähigkeit nicht geübt wird, wird er somit unfähig für das gesellschaftliche Zusammenleben. Im öffentlichen Bereich ist Kommunikation in der Form von Informationsaustausch, Diskussion und Argumentation die Basis aller sozialen, ökonomischen und politischen Entscheidungsprozesse und hier ebenso unentbehrlich wie im privaten Bereich. Nur über Kommunikation vermag das Individuum Ich- Autonomie zu erwerben, sich zu artikulieren, verantwortlich zu handeln und die Beziehungen zu Mitmenschen zu regulieren. 7 Anlass von Kommunikation ist immer ein Zustand des Nicht- Wissens, des Nicht- Sehens, des Nicht-so-wahrnehmen-Könnens oder des Nicht-einsehen-Könnens bei einem oder bei beiden Partnern. Diese Lücke wird behoben, indem der eine den anderen über etwas „informiert“, das für diesen neu ist. Dies kann durch einfache Äußerungen geschehen, die
Informationswert sein kann. 8
Im Rahmen der Analyse von Kommunikation sind zahlreiche Theorien und Modelle entworfen worden, im Folgenden sollen einige dieser Kommunikationsmodelle kurz aufgezeigt werden.
6 vgl. A.Treml, Allgemeine Pädagogik, S.75
7 vgl. H.Retter, Studienbuch pädagogische Kommunikation, S.10
8 vgl. H.-J.Göppner, Hilfe durch Kommunikation in Erziehung, Therapie, Beratung
Arbeit zitieren:
Martin Wendt, 2003, Erziehung und Kommunikation - Die Transaktionsanalyse im systemtheoretischen Kontext, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Informations- und Kommunikationstechnologie für Dienstleistungsunterne...
Informatik - Wirtschaftsinformatik
Seminararbeit, 28 Seiten
Die vier Grundprinzipien pädagogischen Handelns und Luhmanns Systemthe...
Diskurs
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hauptseminararbeit, 20 Seiten
Grundbegriffe zwischenmenschlicher Kommunikation II
Psychologie - Sozialpsychologie
Seminararbeit, 11 Seiten
Warum brauchen Non-Profit-Organisationen überhaupt Marketing?
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 22 Seiten
Zu: Niklas Luhmann - "Soziale Systeme"
Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Essay, 8 Seiten
Theorien zur Wirkung von Gewalt in den Medien
Soziologie - Medien, Kunst, Musik
Seminararbeit, 14 Seiten
Inhalts- und Beziehungsaspekte von Kommunikation
Referat (Ausarbeitung), 14 Seiten
Die politischen Stiftungen - Wertvolle Institutionen oder nur teure Pa...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Seminararbeit, 31 Seiten
Systemtheorie in der Pädagogik. Welche praktischen Anwendungsmöglichke...
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Seminararbeit, 18 Seiten
Determination, Interpenetration oder Intereffikation? Ein Analysedesig...
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Hauptseminararbeit, 34 Seiten
Plakatwerbung und ihre Bewertung
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Examensarbeit, 17 Seiten
Die Systemtheorie von Niklas Luhmann
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Seminararbeit, 17 Seiten
Krisen-PR: Klassische PR-Tools
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Hausarbeit, 31 Seiten
Eine linguistische Analyse des Parteiprogramms der NPD und ein Verglei...
Hauptseminararbeit, 28 Seiten
Die autobiographischen Lieder Oswalds von Wolkenstein - Grundsätzliche...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Magisterarbeit, 156 Seiten
Martin Wendt's Text Erziehung und Kommunikation - Die Transaktionsanalyse im systemtheoretischen Kontext ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Martin Wendt hat den Text Erziehung und Kommunikation - Die Transaktionsanalyse im systemtheoretischen Kontext veröffentlicht
Martin Wendt hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare