Inwieweit gibt es eine soziale Bewegung gegen Gentechnik? I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis II
1 Einleitung. 1
2 Gentechnik. 2
3 Soziale Bewegungen 4
4 Gesellschaftliche Einflussgrößen auf soziale Bewegungen 6
5 Diskussion und Fazit. 9
Literaturverzeichnis. III
Anhang V
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: „Ohne Gentechnik“-Siegel…………………………………………………...........V Abb. 2: Mitgliederentwicklung von Umweltorganisationen………………………………V Abb. 3: Zahl der Proteste und Protestteilnehmer 1993 bis 2004………………………VI Abb. 4: Zahl der Proteste und Protestteilnehmer seit 1950…………………………….VI Abb. 5: Prozentualer Anteil der Protestsegmente………………………………………VII Abb. 6: Beispiel für neue Kommunikationsmedien anhand von ‚Facebook‘………...VII Abb. 7: Vernetzung von Umweltorganisationen……………………………………….VIII
Abkürzungsverzeichnis
Apo……………………………………………………..Außerparlamentarische Opposition DNA (engl.)………………….……………………………………..Desoxyribonukleinsäure e.V……………………………………………………...………………eingetragener Verein EU………………………………………………………………………...Europäische Union GVO………………………………………………...gentechnisch veränderte Organismen NGO………………………………………………...........Non-Governmental-Organisation NPO…………………………………………………………………Non-Profit-Organisation NSB……………………………………………………………..Neue Soziale Bewegungen PKW…………………………………………………………………….Personenkraftwagen
1 Einleitung
Spätestens mit der Verabschiedung des Gesetzes zur Regelung der Gentechnik am 16. Dezember 1993 wurden in Deutschland einer Technik Rahmenbedingungen gesetzt, die bis dato in ihren Möglichkeiten keine Grenzen offenbaren ließ: Erzabbau mittels Bakterien, Medikamente und Impfstoffe gegen Krankheiten, herbizidresistente Pflanzen, Klonen von Menschen und Tieren usw. (Gill 2008, S. 614) Seitdem wird die Gentechnik von unterschiedlichen Organisationen zu unterschiedlichen Zwecken instrumentalisiert, ohne den wissenschaftlichen Fakten dabei immer gerecht zu bleiben. Den in der Bevölkerung und Gesellschaft verankerten Ängsten gegen ‚Eingriffe in das Leben’ (als Synonom für Klonierung) und dem natürlichen Misstrauen gegenüber neuen, abstrakten und kaum greifbaren Technologien, haben sich insbesondere Umweltschutzorganisationen angenommen sowie auch politische Parteien. Im Zuge der Etablierung der sogenannten ‚Grünen Gentechnik‘ (vgl. Kapitel 2) und dem Anlegen von Versuchsfeldern durch Saatzuchtunternehmen und Pflanzenschutzmittelherstellern Anfang der 1990er Jahre, wurde die Gentechnik erstmals angreifbar. Versuchsfelder mit GVO-Pflanzen sind seitdem Ziel von Zerstörungen (Gill 2008, S. 618) und stehen wesentlich öfters in der öffentlichen Diskussion als gentechnische Anwendungen in der medizinalen Forschung beispielsweise.
Auf Basis dieser Entwicklungen soll diese Arbeit einen Beitrag zu der Fragestellung leisten, ob sich gesellschaftliche Gruppierung gebildet haben, die gegen Gentechnik vorgehen und zahlenmäßig so bedeutsam sind, dass man von einer sozialen Bewegung sprechen kann.
Hilfsmittel sind zunächst eine theoretische Einführung in die Gentechnik und der Definition von Sozialen Bewegungen und, im Übergang zur Diskussion, gesellschaftliche Einflussfaktoren. (vgl. Kapitel 4) Im Fokus der Diskussion steht die Frage, wie sich Menschen in einer von Medien stark beeinflussten Gesellschaft mobilisieren lassen. Das Fazit der Arbeit bildet eine Zustandskritik sowie Handlungsempfehlung über den weiteren Forschungsbedarf, auf den im Übrigen auch in den anderen Kapiteln teilweise eingegangen wird.
2 Gentechnik
Dieses Kapitel beschreibt, neben einem historischen Abriss und Begriffsdefinitionen, den aktuellen Stand der Gentechnik und zeigt auf, in welchen Bereichen Gentechnik bereits heute in das Leben von gesellschaftlichen Gruppen wie Konsumenten, Patienten oder Landwirten eingreift. Darüberhinaus werden Wege dargestellt, die die Gentechnik in den kommenden Jahren einschlagen könnte. Gentechnik ist ein Teil der Biotechnologie, deren Ursprünge einhergehen mit der Zivilisierung der Menschheit. Mit der Domestizierung von Mais und Weizen bis zu 10.000 Jahre vor Christus begann die natürliche, selektive Züchtung von Nutzpflanzen wie auch die von Nutztieren. Biotechnologie diente frühzeitig der Herstellung von alkoholischen Getränken, Milchprodukten, Papier, Seide und anderen natürlichen Produkten. (Clark 2009, XIII) Daraus entwickelte sich die Wissenschaft der Genetik. Während der sogenannten „grünen Revolution“ in der Zeit zwischen 1960 und 1980 wurde das Wissen der Genetik u.a. auf die natürliche Züchtung angewendet. (Kempken 2009, S. 8) Allgemein anerkannt als das Geburtsjahr der Gentechnik ist 1973, als erstmals die Rekombination von DNA verschiedener Herkunft und deren Klonierung begann. (Regenass-Klotz 2000, S. 71) Schlussfolgernd bezeichnet Gentechnik demnach jene Methoden und Verfahren, die auf den Kenntnissen der Molekularbiologie und Genetik aufbauen und gezielte Eingriffe in das Erbgut (Genom) und damit in die biochemischen Steuerungsvorgänge von Lebewesen bzw. viraler Genome ermöglichen. Das Produkt dieser Eingriffe ist rekombinante DNA, mit der wiederum gentechnisch veränderte Organismen hergestellt werden können. (Martinko 2006, S. 1167)
Verfahrensbiologisch ist der Einbau der DNA in sogenannte Genfähren, Genträger oder Klonierungsvektoren der Vorgang, der im Sinne der Gentechnologie als Klonen bezeichnet wird. (Regenass-Klotz 2000, S. 38) Gentechnik wird heute in folgenden Bereichen angewandt:
Durch den agrarökonomischen Hintergrund dieser Arbeit wird schwerpunktmäßig die Züchtung und Selektion von Nutzpflanzen, weithin bekannt als „Grüne Gentechnik“, (Buhk 2010, S. 1) beschrieben. Denn gerade hier ist sie von großer Bedeutung: Durch Pflanzenparasiten, Schädlinge, Wildkrautwuchs, klimatische und andere abiotische Faktoren entstehen jedes Jahr erhebliche Ernteeinbußen, die zum Zwecke der nachhaltigen Ernährung der Weltbevölkerung deutlich reduziert werden müssen. Die Erhöhung der Erträge pro Hektar kann als Oberziel beim Einsatz der Gentechnik bezeichnet werden. Nachgeordnete Ziele sind beispielsweise der gänzliche oder teilweise Verzicht auf die Applikation von Pflanzenschutzmitteln, die zum Teil zu nachhaltigen Umweltschäden führen kann. (Kempken 2009, S. 125) Der Gentransfer, also die gentechnische Veränderung des Erbgutes einer Pflanze, bietet gegenüber den herkömmlichen Methoden der Züchtung entscheidende Vorteile. (Regenass-Klotz 2000, S. 107) Mit dem ‚Einbau‘ eines bestimmten im Labor isolierten Gens können nun beispielsweise Resistenzen gegen Parasiten hervorgerufen werden. Die gentechnische Pflanzenzüchtung hat des Weiteren den Vorteil, dass sie den Züchtungsprozess vereinfacht und beschleunigt, da schadvermeidende Rückkreuzungen nicht mehr nötig sind. Bereits im Jahr 1997 waren 12 Maissorten, 5 Baumwollsorten oder auch Tomatensorten als GVO-Pflanzen, oder auch transgene Pflanzen genannt, auf dem Markt erhältlich. (Regenass-Klotz 2000, S. 109)
Im Folgenden soll auf die rechtlichen Rahmenbedingungen kurz eingegangen werden. In Verbindung mit der Gentechnik im Pflanzenbau spricht man von einer ‚Koexistenz Grüne Gentechnik‘, basierend auf dem EU-Gentechnikrecht. Dessen Geltungsbereich erstreckt sich von der landwirtschaftlichen Erzeugung (gewerbliche Saatgut- und Pflanzenerzeugung) bis zur ersten Verkaufsstelle, also von ‚Saat zu Silo‘. (Buhk 2010, S. 1 f.) Unter den allgemeinen Grundsätzen in einem ‚Indikativen Maßnahmenkatalog‘ werden u.a. Schwellenwerte für den Reinheitsgrad von gentechnisch veränderten Lebensmitteln, Futtermitteln und Saatgut festgelegt. (Buhk 2010, S. 3 ff.) Ziel ist eine weitgehende Trennung zwischen GVO und Nicht-GVO. Für die Zukunft wird sowohl weltweit und auch in Europa, was bisher der Gentechnik tendenziell ablehnend gegenüberstand, eine deutliche Steigerung des Anbau von GVO-Nutzpflanzen prognostiziert. (Kempken 2009, S. 209 f.)
Arbeit zitieren:
B.Eng. Tobias Helmut Freitag, 2011, Inwieweit gibt es eine soziale Bewegung gegen Gentechnik?, München, GRIN Verlag GmbH
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