Inhaltsverzeichnis
1
1. Zielsetzung
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2. Differenzierung eines Systems
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2.1. System und Umwelt
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2.2. Autopoiesis und Selbstreferenz
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2.3. Sinnkonstituierende Systeme
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2.4. Ausdifferenzierung von Teilsystemen
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2.5. Interne und externe Umwelt
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3. Der Code
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3.1. Der binäre Code in der Sprache
5
3.2. Der Negativwert des Codes als Reflexionswert
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3.3. Der Code der Funktionssysteme
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3.4. Die funktionale Differenzierung der heutigen Gesellschaft
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3.5. Programme zur Bestimmung von Kriterien des Codes
7
3.6. Die Beziehung zwischen Codes, Programmen und Kriterien
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3.7. Einige Programme der heutigen Gesellschaft
8
3.8. Irritationen eines Systems durch Programme
8
3.9. Selbst-/Fremdreferenz und Code als orthogonale Beziehung
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4. Ausdifferenzierung des Systems der Massenmedien
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4.1. Massenmedien als Funktionssystem?
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4.2. Kommunikation als Grenzen ziehende Operation der Gesellschaft
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4.3. Gesellschaft als Weltgesellschaft
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4.4. Der Buchdruck als Auslöser für die Differenzierung der Massenmedien
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4.5. Der binäre Code als Vorraussetzung für die Differenzierung der Massenmedien
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4.6. Information
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4.7. Information wird zu Nichtinformation
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4.8. Die Massenmedien als Erzeuger sozialer Zeit
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4.9. Die Funktion des Systems der Massenmedien
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5. Literaturverzeichnis
II
1. Zielsetzung
Die luhmannsche Systemtheorie und ihre Begriffswelt erschließt sich dem an ihr interessierten Leser nur in einem zirkulären Verstehen ihrer einzelnen Elemente (oder: Begriffe). Um ein Beispiel zu nennen: Um einen Begriff wie Gesellschaft verstehen zu wollen muss ich mich in der Regel mit weiteren Begriffen befassen, wie: Differenzierung, System/Umwelt, Autopoiesis, symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien. Versuche ich dann diese Begriffe zu erfassen kann es schnell passieren, dass ich bei einem Verweis auf einen Begriff wie Evolution oder Wirtschaftssystem lande, welche sich dann wiederum mit einem Verweis auf den Begriff Gesellschaft erklären.
In dieser Arbeit werde ich das Kapitel “Codierung” in Die Realität der Massenmedien analysieren und dabei auf das Problem der nur zirkulär möglichen Begriffserfassung stoßen. Aus dem eben genannten Grund wird es verständlich sein, dass man Schwierigkeiten bekommen wird, will man einen einzelnen Teil aus Niklas Luhmanns Theorie begreifen. Man kann sie wahrscheinlich nur im Zusammenhang verstehen. Gerade das konfrontiert mich mit der Schwierigkeit, einen Ausschnitt aus seiner Theorie erklären zu wollen. Ich stehe also vor der Wahl, entweder der aus dem Begriff Code bzw. Codierung sich ergebenden Begriffskette (die auch, wie gesagt, in einem Begriffszirkel enden kann) strikt zu folgen und jedem sich anschließenden Begriff den ihm gebührenden (allen Begriffen gleichwertigen?) Platz für eine Erklärung zu geben. Oder ich entscheide mich für eine Erklärungsweise, die (nur) versucht, den ausschlaggebenden Begriff zu erklären und mit den sich anschließenden Begriffen hoch selektiv verfährt und eine Erklärung dieser auf das aller notwendigste reduziert. Die erste Möglichkeit ist scheinbar zu unsicher, weil man nicht weiß, wie weit eine Begriffskette zu verfolgen sein wird und eine Erklärung des Codes leicht zu einer Erklärung der Systemtheorie Niklas Luhmanns ausarten könnte. Ich könnte also von meinem eigentlichen Ziel - “Codierung” in den Massenmedien zu analysieren - abkommen. Ich beschränke mich daher auf die zweite Möglichkeit. Primär wird also zu klären sein, was mit dem Begriff des Codes bzw. der Codierung gemeint ist.
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2. Differenzierung eines Systems
2.1. System und Umwelt
Luhmann versteht die Massenmedien als ein System, genauer gesagt als soziales (Teil-)System innerhalb des sozialen Systems der Gesellschaft. Deshalb werde ich im Weiteren, wenn ich im Kontext von Die Realität der Massenmedien Bezug auf die Massenmedien nehme, vom System der Massenmedien sprechen.
Für Luhmanns Systembegriff ist immer die Unterscheidung zwischen System und Umwelt Vorraussetzung. Das System ist autonom im Bezug auf seine Umwelt, es gibt klare Grenzen, aber das System selbst gibt es nur abhängig von seiner Umwelt, was aber keinesfalls bedeuten soll, dass das System von seiner Umwelt abhängig ist. Im Gegenteil, es gibt keine Einflussnahme des Systems auf seine Umwelt durch seine Operationen. Mit abhängig soll nur gemeint sein, dass das System sich nur mit seiner Umwelt konstituiert.
Denn erst durch das Ziehen seiner Grenzen bestimmt das System sich selbst und seine Umwelt. Entsprechend Luhmann in einer Vorlesung über Systemtheorie: „Ein System „ist“ die Differenz zwischen System und Umwelt.“ 1
2.2. Autopoiesis und Selbstreferenz
Im weiteren muss man beachten, dass Luhmann mit sozialen Systemen immer Systeme meint, die selbstreferentiell sind, sich durch Anschluss eigener Operationen an eigene Operationen reproduzieren und sinnkonstituierent sind.
Selbstreferentiell sind Systeme, wenn sich ihre eigenen Operationen aufeinander beziehen. Eng damit zusammenhängend ist der Begriff der Autopoiesis zu begreifen, denn autopoietische Systeme sind nach Luhmann Systeme, die ihre eigenen Operationen aus einem Netzwerk eigener Operationen erzeugen. 2 Zur Selbstreferenz folgt weiter unten eine genauere Erläuterung. Den Begriff der Autopoiesis hat Luhmann von dem Biologen Maturana übernommen und in die Soziologie eingeführt. Maturana meint mit dem Begriff, dass sich ein Organismus nur mit Hilfe des Netzwerks seiner eigenen Operationen reproduzieren kann.
Für Luhmann ist mit dem Begriff der Autopoiesis im Bezug auf soziale Systeme gesichert, dass ein System autonom von seiner Umwelt existiert. Denn als Operation in sozialen Systemen dient Kommunikation. Soziale Systeme können sich daher nur durch einen Anschluss von Kommunikation an Kommunikation reproduzieren. Andere Operationen, also externe Operationen oder externe Einwirkungen auf das System, d.h. Operationen, die der Umwelt des Systems zugerechnet werden müssen, können nicht zur Reproduktion eines sozialen Systems beitragen. Wenn sich keine Kommunikation mehr an eine vorhergehende Kommunikation anschließen würde, würde ein soziales System nach Luhmann aufhören zu existieren.
Wichtig für einen späteren Teil der Arbeit ist, dass sich im sozialen System Gesellschaft Kommunikation prinzipiell an Kommunikation anschließt. Es wird daher die Einführung des Codes benötigt, um eine Unterbrechung im Kommunikationsprozess herbeizuführen, denn auch in den Medien wird ja kommuniziert. Aber dazu später mehr.
1 Niklas Luhmann , System als Differenz, 2002, S. 66
2 Vgl. Niklas Luhmann, Selbstreferenz und Autopoiesis, 1987, S.67 und Niklas Luhmann, Selbstreferenz und Autopoiesis, 1998, S.65
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Arbeit zitieren:
Benjamin Quasinowski, 2003, Der Code des Systems der Massenmedien bei Niklas Luhmann, München, GRIN Verlag GmbH
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