Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1 Beratung und Online-Beratung 3
2 Bedarf älterer Menschen an Online-Beratung 5
2.1 Der demografische Wandel 5
2.2 Beratungsbedarf im Alter 7
3 Formen der Online-Beratung 9
3.1 E-Mail 9
3.2 Forum und Chat 11
4 Beratungsprozess 12
4.1 Aufbau einer Beratungsbeziehung 12
4.2 Beratungskonzepte 13
5 Besonderheiten der Online-Beratung 14
5.1 Theorien zur computervermittelten Kommunikation 14
5.2 Raum und Zeit 15
5.3 Niederschwelligkeit/ Anonymität 16
5.4 Prozess des Schreibens 17
6 Pro und Kontra zur Online-Beratung 17
6.1 Pro 18
6.2 Kontra 20
Fazit. 22
Literaturverzeichnis 23
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Einleitung
Das Internet ist zu einem wichtigen Bereich in der heutigen Gesellschaft geworden. Waren vor einigen Jahren fast ausschließlich junge Menschen im Internet, so hat sich dies bis heute geändert. Zwar sind noch längst nicht alle
Senioren 1 mit dem Internet bewandert, jedoch nutzen immer mehr dieses Medium. Häufig liegt der Grund hierfür auch darin, dass sie sich damit in den Zeiten ihrer späten Berufstätigkeit oder auch in der Freizeit beschäftigt haben und dies nicht in ihrem höheren Alter erst noch erlernen müssen. Aus dieser Entwicklung heraus ist das Angebot der Online-Beratung für Senioren entstanden. Dies ist ein Beratungsangebot, das von den bisherigen Beratungsformen, wie die face-to-face Beratung oder die Telefonseelsorge, abweicht und eine moderne Variante der Beratung darstellen soll.
In meiner Arbeit widme ich mich diesem kontroversen Thema, um eine Bewertung dieses zu ermöglichen. Ist die Online-Beratung eher als eine Chance zu betrachten, mit der vielen Senioren geholfen werden kann, oder gibt es deutliche Grenzen des Angebotes, die gegen die Anwendung und Ausweitung dieser Form der Beratung sprechen?
1 Beratung und Online-Beratung
Beratung im Allgemeinen kann wie folgt definiert werden: „Beratung ist zunächst eine Interaktion zwischen zumindest zwei Beteiligten, bei der die beratende(n) Person(en) die Ratsuchende(n)- mit Einsatz von kommunikativen Mitteln- dabei unterstützen, in Bezug auf eine Frage oder auf ein Problem mehr Wissen, Orientierung oder Lösungskompetenz zu gewinnen. Die Interaktion richtet sich auf kognitive, emotionale und praktische Problemlösung undbewältigung […] sowohl in lebenspraktischen Fragen wie auch in psychosozialen Konflikten und Krisen“ (Engel et al, 1999, S.13). Desweiteren bezieht sich die vorliegende Arbeit ausschließlich auf die professionelle Beratung. Im Gegensatz zur alltäglichen Beratung, die auch von
1 Senioren definiere ich in meiner Arbeit als Personengruppe der >65-Jährigen
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Bekannten, Freunden 2 , etc. durchgeführt werden kann, liegen der professionellen Beratung verschiedene Prinzipien zu Grunde: Die professionelle Beratung beruht auf einer Vertragsgrundlage. Hierbei bietet der Berater seine Leistung dem Ratsuchenden an. Dies impliziert auch, dass der Berater über eine professionelle Beratungskompetenz verfügt und, dass auch die Schweigepflicht eingehalten wird (Ehlers, 2003).
Die Online-Beratung findet sich z.T. auch in der o.g. Definition von Engel et.al wieder. Auch hier kommt es zur Interaktion zwischen mindestens zwei Person über ein Medium- dem Internet. Im zweiten Teil des ersten Satzes der Definition ist die Rede von der ´Kommunikation`. Dies ist hier auf die mündliche, direkte und persönliche face-to-face Kommunikation bezogen. Bei der Online-Beratung ist dies anders. Hier findet die Interaktion anhand von schriftlichen Äußerungen statt. Die Bewertung und Interpretation der Aussagen einer Person durch eine andere verändert sich fundamental durch die fehlende Instanz der direkten Kommunikation (Hintenberger und Kühne, 2009).
Im letzten Teil der Definition gehen Engel et al. auf die Bezugsbereiche der Beratung ein. In meiner Arbeit möchte ich mich sowohl auf die angesprochenen lebenspraktischen Probleme älterer Menschen beziehen, als auch auf die psychosozialen Probleme.
Während die lebenspraktische Beratung sich in erster Linie mit organisatorischen Fragen (alternative Wohnformen, Hilfestellungen im Alltag, Fragen zu Erkrankungen und Therapiewahl, etc.) beschäftigt, ist die
psychosoziale Beratung tiefgründiger (Ehlers, 2003). Die psychosoziale Beratung (griech. psyche= Seele, lat. socialis= die Gesellschaft betreffend; Hillmann, 2007) zielt auf die Problembewältigung in einer spezifischen, sozialen Lebenssituation. Die Seele kann also im Zusammenspiel mit der Gesellschaft in eine Situation gelangen, in der der Mensch keine andere Möglichkeit sieht, als sich Hilfe durch eine weitere Person (Berater) zu suchen (Ehlers, 2003). Im Gegensatz zur Therapie wendet sich die Beratung den akuten Problemen von Ratsuchenden zu, die schwer allein lösbar sind und bei denen Hilfestellungen
2 In vorliegender Arbeit wird durchgehend die männliche Schreibweise gewählt. Dieses soll lediglich der besseren Lesbarkeit dienen und nicht als Diskriminierung verstanden werden.
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erwünscht sind. Verspürt man einen leidensdruck durch die chronisch gewordenen Probleme, so setzt hier nur noch eine Therapie an. Zudem kann eine Beratung die personale und auch soziale Kompetenz schaffen um ein Problem zu lösen. Die Therapie würde vielmehr an der Person selbst und ihren Störungen ansetzen (Ehlers, 2003).
2 Bedarf älterer Menschen an Online-Beratung
Nachdem nun der Begriff der Online-Beratung beschrieben wurde, möchte ich nun verdeutlichen, dass es in unserer Gesellschaft einen Bedarf an dieser Form der Beratung gibt. Dies werde ich zunächst anhand der demografischen Entwicklung und danach anhand der Problemlagen der Senioren vornehmen.
2.1 Der demografische Wandel
Der demografische Wandel -bedingt durch höhere Lebenserwartung und sinkende Geburtsraten- (Siekmeier, 2006) ist viel diskutiert. Auf Wesentliches im Zusammenhang mit der Online-Beratung möchte ich im Folgenden eingehen.
Abbildung1: Jugend-,Alten- und Gesamtquotient (Statistisches Bundesamt, 2009, S.21)
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Anhand der Abbildung 1 ist gut zu erkennen, dass der Jugendquotient von 1950 bis 2008 über dem Altersquotient lag. Allerdings ändert sich dies ab 2008. Auf 100 Personen im Alter von 20-64 fallen hier schon 34 Senioren, die 65 oder älter sind- der Trend wandelt sich zu einer zunehmend älteren Bevölkerung.
Gleichzeitig zeigt die nachfolgende Grafik, dass 2010 54% der 60-69-Jährigen und sogar noch 23,3% der über 70-Jährigen bereits das Internet nutzten Dabei steigen die Raten mit der Zeit (hier im Vergleich: 2008 und 2010) an:
Abbildung 2: Internetnutzung nach Alter in den Jahren 2008 und 2010 im Vergleich (Initiative D21, 2008, S.14;2010, S.15).
Verbindet man nun beide Informationen, so wird deutlich, dass in Zukunft immer mehr Senioren das Internet nutzen werden und auch dort Antworten auf ihr Fragen finden wollen. Zudem wird es nicht nur anteilig mehr Senioren geben, sondern diese werden auch immer mehr bereits das Wissen bezüglich der Internetnutzung mitbringen, da sie schon viele Jahre zuvor mit diesem Medium gearbeitet haben.
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Arbeit zitieren:
Anja Hellmann, 2011, Online-Beratung für Senioren, München, GRIN Verlag GmbH
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