Literaturarbeit - Wirkung von Mediengewalt
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Begriffserklärung Gewalt
2. Phasen der Medienwirkungsforschung
3. Wirkungstheorien
3.1 Katharsistheorie
3.2 Suggestionstheorie
3.3 Habitualisierungstheorie
3.4 Lerntheorie
3.5 Erregungs-Transfer-Theorie
4. Wirkung von Gewalt in Computerspielen
4.1 Forschungsstand
4.2 Wirkung von Gewalt in Computerspielen im Vergleich mit
Wirkung von Gewalt in Film und Fernsehen
4.3 Wirkungsthesen und Einflussfaktoren
5. Zusammenfassung
6. Literaturverzeichnis
2 S e i t e
1. Einleitung
Die Diskussion über die Wirkung von Mediengewalt ist so alt wie die Medien selbst. Detailgetreue Gewaltdarstellungen begegnen uns nicht nur in der Gegenwart. Man findet sie, angefangen in der Literatur des antiken Griechenlands bei Homers Odyssee bis hin zu den heutigen Inhalten in Film und Fernsehen. Die damit einhergehenden Untersuchungen zu den Auswirkungen von Gewaltdarstellungen haben eine ebenso lange Tradition. Schätzungen zufolge gibt es inzwischen über 5.000 Studien zu dem Thema Gewalt und Medien. Die Debatte über den kausalen Zusammenhang zwischen in den Medien dargestellter und real ausgeübter Gewalt gewann mit der Einführung der Massenmedien an Bedeutung. Nicht zuletzt haben das die Medien zum Teil selbst begünstigt, indem sie durch Negativberichterstattung die Diskussion zwischen Gewalt und Medien angeheizt haben. So intensivierte sich beispielsweise im Jahr 2002 die Diskussion hinsichtlich der Thematik durch den Amoklauf im Gutenberg-Gymnasium Erfurt. Derartige Gewaltakte tragen dazu bei, dass das Thema Wirkung von Mediengewalt durch regelmäßige Aufmerksamkeit geprägt ist. Bedauerlich ist dabei, dass sich die Argumentationen meist auf grob vereinfachten Ursache-Wirkungs-Spekulationen beziehen. Die Erklärungsnot führt oft dazu, dass Mediengewalt als nahe liegende Ursache genannt wird. Aber nicht nur der Zusammenhang zwischen dem Konsum von Medien und der Bereitschaft zur Gewalt genügt als Erklärung. Es müssen vielmehr die Auswirkungen von Gewaltdarstellungen auf Rezipienten im Rahmen eines komplexen Bedingungs- und Wirkungsgefüges gesehen werden, wie zum Beispiel die Persönlichkeit des Rezipienten oder das soziale Umfeld.
1.1 Begriffserklärung Gewalt
Zu dem Thema Gewalt gibt es diverse Definitionen und Unterscheidungen. Russel G. Geen bezeichnete folgende Erklärung als gängige sozialpsychologische Definition: „Gewalt ist die beabsichtigte physische und/ oder psychische Schädigung einer Person, von Lebewesen und Sachen durch eine andere Person“ (Kunczik; Zipfel 2006 S. 23). Johan Galtung hingegen unterscheidet zwischen personaler und struktureller Gewalt. Personale Gewalt ist Gewalt, „die die Menschen als direktes Resultat der Aktionen anderer trifft“ (Senghaas 1971, S. 76), wohingegen strukturelle Gewalt die Menschen indirekt trifft, indem „repressive Strukturen […] durch die summierte und konzentrierte Aktion von Menschen aufrechterhalten werden“ (Senghaas 1971, S. 76).
2. Phasen der Medienwirkungsforschung
Die Medienwirkungsforschung unterteilt sich in 4 Phasen. Beginnend mit der 1. Phase - Allmacht der Medien. Das damit einhergehende Stimulus-Response-Modell bezeichnet die direkte Wirkung der
Massenkommunikation auf die Gesellschaft. In der 2. Phase -Wirkungslosigkeit der Medien wurde das Stimulus-Response-Modell auf das Stimulus-Organismus-Reaktions-Modell unter Berücksichtigung
verschiedener Persönlichkeitsfaktoren erweitert. Wiederentdeckung starker Medienfaktoren war die Phase 3 der Medienwirkungsforschung. Diese Phase konzentrierte sich nicht nur auf den Kommunikator, nunmehr fand auch der bedürfnisorientierte bzw. zielorientierte Medienkonsum durch die Rezipienten Beachtung.
Arbeit zitieren:
Susanne Reckter, 2010, Wirkung von Mediengewalt, München, GRIN Verlag GmbH
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