Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Der Hut als Schutz 3
3. Der Hut als Symbol 5
3.1 Die Haube 7
3.2 „Den Hut ziehen“ 9
4. Der Hut heute 9
5. Schluss 11
6. Literaturverzeichnis 14
1
1. Einleitung
„Accessoires unterstreichen den Lebensstil einer Epoche. Sie sind ablesbare Zeichen, die die sozialen und ökonomischen Verhältnisse einer Zeit widerspiegeln.“ 1
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einem der sicherlich bedeutendsten Accessoires unserer kulturellen Geschichte - nämlich dem Hut, der vom exponiertesten menschlichen Körperteil getragen wird: Der Kopf nimmt unter allen Körperteilen die hervorragendste Position ein; in der Masse ist er es, welcher zuerst gesehen wird. Nicht zuletzt ist er Sitz des Gehirns, außerdem Träger der wichtigsten Sinnesorgane, weshalb ihm „nach volkstümlicher Vorstellung auch der Sitz von Lebens- und Seelenkräften“ 2 zugeschrieben wird.
Der nachstehende Text soll keine chronologische Aufreihung von Hüten der letzten Jahrhunderte werden, da es wesentlich interessanter erscheint, sowohl die Schutzfunktion als auch die Symbolik von Hüten bzw. Kopfbedeckungen anhand einer Anzahl von Beispielen aufzuzeigen, wobei die Symbolik der Haube (Kap. 3.1) sowie die Tradition des Hutziehens (Kap. 3.2) näher beleuchtet werden sollen. Im Anschluss soll die Position des Hutes heute erläutert werden. Dient er noch immer dem Schutz, so wie es seine ursprüngliche Aufgabe war? 3 Hat er noch immer Zeichencharakter? Was hat sich verändert und warum? (Kap. 4)
Nachdem im Schlussteil zusammenfassend geklärt wird, ob der Hut bzw. die Kopfbedeckung nun eher Schutz oder Symbol ist oder gar die Funktionalität den Symbolcharakter nicht automatisch ausschließen muss, wird ein kurzer Ausblick gewagt: Gehen wir einer Zukunft mit oder ohne Hut entgegen? (Kap. 5)
Der Text bezieht sich in erster Linie auf Hüte und den damit zusammenhängenden Traditionen in der deutschen, christlich geprägten, Kultur. Obwohl Kopfbedeckungen natürlich von allen
1 Loschek, Ingrid: Accessoires. Symbolik und Geschichte, S.7
2 Schubert, Gabriella: Kleidung als Zeichen. Kopfbedeckungen im Donau-Balkan-Raum, S.83
3 Österreichisches Museum für Volkskunde (Hrsg.): Unter der Bedeckung eines Hutes. Hauben und Hüte in der Volkstracht. Katalog, S.16
2
Völkern der Erde getragen werden, würde der Einbezug dessen in dieser Arbeit zu weit führen.
2. Der Hut als Schutz
Fragt man nach der Herkunft des Wortes „Hut“, so wird schnell klar, dass die Kopfbedeckung ursprünglich dem Schutz ihres Trägers diente: Der Begriff leitet sich aus dem mittelhochdeutschen „huote“ ab, was Bewachung, Behütung, Obhut sowie Fürsorge - kurz Schutzbedeutet. 4 Zahlreiche heute noch gebräuchliche Redewendungen untermauern die funktionale Bedeutung des Hutes als schützende Kopfbedeckung. Sagt man „Sei auf der Hut“ bzw. „Hüte dich vor etwas/jemandem“, möchte der Sprecher sein Gegenüber warnen, es soll aufpassen, sich schützen. 5
Tatsächlich findet sich eine Anzahl an Hüten bzw. Kopfbedeckungen, die in erster Linie das Haupt ihres Trägers bewahren sollen. So schützt der Filzhut damals wie heute vor schlechtem Wetter; das aus Wolle oder Tierhaaren gefertigte Stück hält Wind und Regen ab und behält auch, wenn es nass wird, seine Form. 6 Eine ähnlich lange Geschichte hat der Strohhut aufzuweisen. Griechische und römische Seeleute trugen ihn, Landarbeiter sowie Handwerker hatten ihn auf dem Kopf. „Als Arbeitshut schützte er vor intensiver Sonneneinstrahlung.“ 7 Seine Blütezeit erlebte er im 19.Jahrhundert, als er fester Bestandteil der sommerlichen Kleidung junger Frauen wurde. 8 Selbst der Zylinder, der an Symbolik nahezu unübertroffen bleibt, diente einst als Schutz. So war der Postillon-Zylinder in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts aus wetterbeständigem Material und schützte vor Regen, Wind und Sonne. 9
4 Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden. Etymologie. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache, S.278f.
5 Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden. Redewendungen und sprichwörtliche Redensarten. Wörterbuch der deutschen Idiomatik, S.359
6 Albrod, Gisela: Hüte. Kopfbedeckungen und ihre Geschichte(n). In: Döring, Alois (Hrsg.): Von Kleidern und Menschen. Kleidungsgewohnheiten an Rhein und Maas im 19. Und 20. Jahrhundert, S.292
7 Österreichisches Museum für Volkskunde (Hrsg.), a.a.O., S.28
8 Albrod, Gisela, a.a.O., S.294 f.
9 Albrod, Gisela, a.a.O., S.297
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Arbeit zitieren:
Christiane Pötter, 2003, Der Hut - Schutz oder Symbol?, München, GRIN Verlag GmbH
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