Inhaltsverzeichnis
I.) Die geistigen Strömungen in der Epoche der Romantik und deren Wi-
derspiegelung in der Literatur 3
II.) August Wilhelm Schlegel 5
III.) August Wilhelm Schlegel: „Der Begriff der Kritik“ 6
1.) Die Berliner „Vorlesungen über schöne Literatur und Kunst“ 6
2.) „Der Begriff der Kritik“ 7
IV.) Zusammenfassung der wichtigsten Kritikpunkte S.11
V.) Literaturverzeichnis S.12
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I ) Die geistigen Strömungen in der Epoche der Romantik und deren Wiederspiegelung in der Literatur
Mit dem Begriff Romantik wird die Erneuerung der europäischen Kunst und Literatur ungefähr zwischen 1790 und 1850 bezeichnet. Die Französische Revolution bewirkte eine grundlegende Neuorientierung, so daß die Romantik versuchte, alle geistig-literarischen Strömungen aufzunehmen, die im Widerspruch zum absolutistischen Staat, zum Rationalismus, zu einer nur vernünftigen Theologie und zum französischen Klassizismus standen. Bei der Frühromantik, die nach ihrer Hauptwirkungsstätte auch als Jenaer Romantik bezeichnet wird, handelte es sich um die erste Gruppenbildung der deutschen romantischen Literatur 1 . Der frühromantische Kreis bestand aus Dichtern, Literaturtheoretikern, -kritikern , Philosophen und Naturwissenschaftlern. Doch fand der Jenaer Kreis und somit die Epoche der Frühromantik bereits 1801 2 sein Ende, manche Wissenschaftler sehen jedoch den Ausgang der Frühromantik erst in der Beendigung der Schlegelschen Berliner Vorlesungen 1804. 3
In der Ära der Romantik stand das Volkstum ( mit dem Wert des Individuums innerhalb der einzelnen Völker) dem Weltbürgertum gegenüber, welches gekennzeichnet ist durch Übersetzungen und Stoffverwertung romanischer und orientalischer Literatur, also Weltliteratur). Das Mittelalter, Märchen, der Orient traten hervor - die Wiederentdeckung der Geschichte. Die Literatur war eng verbunden mit der Philosophie. 4 Eine Säule der Literatur war die Natur als Spiegel des „Ich“, analog zu Johann Gottlieb Fichte, der zusammen mit August Wilhelm Schlegel im Jenaer Kreis 5 verkehrte. In der romantischen Philosophie hat das „Ich“ sich die Vorstellung des „Nicht-Ich“s (also der Außenwelt, die somit nur ein Denkerzeugnis ist) geschaffen. Daher stellt die Romantik die Dinge nicht so dar, wie sie sind, son- 1 Dahnke,Höhle, Werner (Hrsg.):Geschichte der deutschen Literatur. 1789 bis 1830. Berlin
1978. S.368.
2 Dahnke, Höhle, Werner, S. 437.
3 Paulini, Hilde Marianne: August Wilhelm Schlegel und die Vergleichende Literaturwissen-
schaft. Frankfurt am Main-Bern-New York 1985. S.97.
4 Lechner, Hermann: Lechners Literaturgeschichte des deutschen Sprachraumes. Limassol
1995. S.185 ff.
5 Korte, Prosche u.a.: Literatur. Berlin 1999. S.169.
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dern wie sie subjektiv scheinen. Das Dichtwerk ist somit nur Erzeugnis eines Geistes, nicht aber Wirklichkeit. Dieser Aspekt wirkte sich ganz besonders auf beispielsweise Tiecks Märchenkomödien aus.
Ein starker Individualismus und Subjektivismus, wie ihn A.W. Schlegel auch forderte, herrschte in der Literatur vor, auf Basis der allgemeinen Philosophie der Frühromantik. Das Bedürfnis nach persönlichem Gefühl und Stimmung, die Betonung des Individuums greift Schlegel beispielsweise in seiner Kritik an Tiecks Volksmärchen auf 6 .
Auch die Sehnsucht nach dem Unwirklichen, dem Nichterreichbaren, der unwiederbringlichen Vergangenheit, die Sehnsucht ins Unbestimmte erklärt Schlegel selbst in seinen kritischen Schriften 7 , S.266: „In diesen klaren Tautropfen der Poesie spiegelt sich all die jugendliche Sehnsucht nach dem Unbekannten und Vergangenen...“.
Ebenso spielt in der Literatur die Sehnsucht zur Vergangenheit eine große Rolle, was sich in der Begeisterung für das Mittelalter i.F.v. Übersetzungen und Nachschöpfungen von altdeutschen Dichtungen, Volksbüchern und Märchen zeigt.
Unter Einwirkung des Ostens mit seiner Mystik und dem Irrationalismus, verspürten die Romantiker einen großen Sinn für Wunder, Phantastik, Dämonen. Ein weiteres Merkmal der romantischen Literatur war die von Friedrich Schlegel geprägte Idee der Universalpoesie, d.h.: die Grenzen zwischen den einzelnen Gattungen (Lyrik, Epik, Dramatik) verschwimmen zu lassen, als auch die einzelnen Künste (Musik, Dichtung, Malerei). So wurden in die Erzählung Lieder und lyrische Stimmungen eingestreut, im Drama herrschten nun Stimmungen und musikalische Lyrik.
Das typische Stilmittel dieser Epoche war die romantische Ironie. Der Dichter ließ den Leser/Zuschauer keinen Augenblick im Zweifel, daß das, was er las oder sah, nicht der Wirklichkeit angehört, sondern das Erzeugnis dichterischen Geistes, also Scheinwerk ist. So tritt beispielsweise der Verfasser innerhalb der Handlung auf und redet von seinen Schwierigkeiten oder der Maschinist weist darauf hin, wie Donner und Blitz auf der Bühne erzeugt werden. 8 Hierbei zeigt
6 Schlegel August Wilhelm: Ludwig Tiecks Volksmärchen Von Peter Leberecht. In: Staiger,
Emil (Hrsg.): August Wilhelm Schlegel. Kritische Schriften. Zürich-Stuttgart 1962. S.260.
7 Ebenda,S.266.
8 Siehe Lechner, S.185.
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Arbeit zitieren:
Anna Kiesbauer, 2000, August Wilhelm Schlegel und die Kritik in der Romantik, München, GRIN Verlag GmbH
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